Wow. Was für eine Spannung am letzten Spieltag in der AHC Division I. Das Eis in Huben und in Völkermarkt wird brennen wenn es in Osttirol darum geht wer noch den Sprung unter die ersten vier schafft und in der Abstimmungsstadt darum wer noch Platz zwei hinter Steindorf, das diesmal spielfrei ist, holt. Die Piraten aus Velden hoffen nach dem sensationellen Sieg in Steindorf auf ein weiteres Erfolgserlebnis gegen Salzburg, das noch Platz fünf im Visier hat. Und Platz fünf erspart der Mannschaft von Coach Karl Sindinger zwei lange Auswärtsfahrten. Also wird es David Wechselberger und Co. an Motivation sicher nicht mangeln. Gänsehautfeeling  ist also überall vorprogrammiert.

Im Livestream von sport-fan.at in Kooperation mit PlatinTV seht ihr diesmal die Adler aus Völkermarkt gegen die Hornets von LiWOdruck Spittal. Ein spannender Abend – egal ob in den Hallen, der Freiluftarena in Huben oder beim Livestream mit Freunden – scheint also garantiert. In der am Samstag beginnenden Zwischenrunde spielen die ersten vier noch einmal eine Hin- und Rückrunde. Die bisher erzielten Punkte fallen weg, es werden Bonuspunkte vergeben. Die Plätze fünf bis sieben rittern in einer Hin-, Rück- und nochmal Hinrunde um die beste Ausgansposition für das Viertelfinale. Steindorf geht mit vier, der Zweite mit drei, der Dritte mit zwei und der Vierte mit einem Punkt in die Zwischenrunde. ,,Unten“ erhält derFünfte drei, der Sechste zwei und der Siebente null Punkte.

EC LiWOdruck Spittal vs 1.EHC Althofen. AHC Kärnten Division I. Player . Eisstadion, Spittal, Kaernten, Austria am 23 December 2017 Foto: Krawagner
EC LiWOdruck Spittal vs 1.EHC Althofen. AHC Kärnten Division I. Daniel Nazar. Eisstadion, Spittal, Kaernten, Austria am 23 December 2017 Foto: Krawagner

Wohl sehr viele der treuen Fans werden Althofen morgen nach Osttirol begleiten. Sollte das Wetter aber nicht mitspielen, ist als Ersatztermin bereits Donnerstag, der 4. Jänner um 20 Uhr fixiert. Wettspielreferent Peter Gruber geht aber davon aus, das morgen gespielt wird. ,,Es ist nur für Nachmittag Schneefall vorhergesagt. Sollte es aber doch zur Spielzeit leicht schneien, muss man eben eine zusätzliche Eisreinigung machen. Für Donnerstag ist noch schlechteres Wetter vorhergesagt. Nur ein Sieg,  egal ob nach 60 Minuten oder in der Overtime, hält das Team von Althofen Coach Andreas Ullrich unter den ersten vier. Zuletzt setzte es ja in Salzburg nach 2:0- und 4:2-Führung noch ein 4:6. Eine Niederlage, die Obmann Karl Weitensfelder noch immer sauer aufstößt: ,,Bei 2:0 haben wir einen Toten wieder zum Leben erweckt, bei 4:2 kann es nicht sein, dass die Oilers 3:1-Konter fahren können, das hätten wir besser verwalten müssen. Da hat sich die Mannschaft nicht an die Vorgaben des Trainers gehalten. Dieses Entscheidungsspiel hätte ich mir wirklich gerne erspart.“ Die Althofner Spieler waren nach der Niederlage am Boden zerstört: ,,Aber sie haben es jetzt selbst in der Hand es wieder zu korrigieren“, stellt Weitensfelder klar.

Mit ein Grund für die Niederlage könnten natürlich die fehlenden Spieler gewesen sein. Johannes Kirisits, Johannes Reichel, Maxi Isopp, Kapitän Gerald Lungkofler und Philipp Bauer fehlten den Rhinos. Sie alle könnten morgen wieder dabei sein, sicher fehlen wird ,,nur“ Mark Ettinger, der beim Bundesheer ist und nicht frei bekommt.

VST Adler Völkermarkt vs 1.EHC Althofen. AHC Division I. Player . Eishalle, Völkermarkt, Kaernten, Austria am 6 December 2017 Foto: Krawagner
VST Adler Völkermarkt vs 1.EHC Althofen. AHC Division I. Player . Eishalle, Völkermarkt, Kaernten, Austria am 6 December 2017 Foto: Krawagner

Ein ganz prominenter Mann entscheidet übrigens wer bei den Althofnern im Tor steht. Reinhard Divis – ehemaliger NHL-Crack (St. Louis Blues), zweimaliger Olympiatorhüter für Österreich (1998 und 2002) und jetzt Tormanntrainer beim KAC, hat hier das sagen. Der 1. EHC Althofen hat vor der Saison (mit Zustimmung des KEHV und der anderen Klubs) eine Vereinbarung mit den Rotjacken getroffen, dass eines der drei großen Nachwuchstalente das KAC (Jakob Brandner 16 Jahre, Fabian Horn 16 Jahre oder Florian Vorauer 18 Jahre), die sonst zur zweiten Mannschaft des KAC (Alps Hockey League) gehören, bei den Althofnern im Tor steht. ,,Die Burschen sind alle super, Vorauer hat halt mit 18 ein bisschen mehr Erfahrung. Aber sie finden es bei uns toll, freuen sich, dass sie sich mit Erwachsenen messen können. Der, der zum Einsatz kommt, trainiert auch unter der Woche zweimal mit uns“, erklärt Weitensfelder. In Salzburg war Brandner im Einsatz, morgen könnte es wieder Vorauer sein.

Mit breiter Brust werden wohl die Eisbären vom UECR Huben in das Entscheidungsspiel gehen. Sechs Heimspiele, sechs Siege konnten die Osttiroler in dieser Saison bejubeln. Besonders eng war das Spiel am letzten Samstag gegen die Adler aus Völkermarkt. Diese brachten die Hubener an den Rand einer Niederlage – aber eben nur an den Rand. Schlussendlich stand doch wieder ein 6:5 auf der Anzeigetafel. Knapp 700 Zuschauer waren begeistert. Besonders die erste Linie mit Goalgetter Johannes Warscher (14 Tore/5 Assists), Martin Pewal (6 Tore/17 Assists) und Robert Trojer (5 Tore /10 Assists), die bei insgesamt 57!!!!!! Scorerpunkte hält, sorgte immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Christian Poppe, der Hannes Enzenhofer würdig vertrat. Aber auch die zweite Eisbären-Linie mit Assistant-Captain Alexander Riepler und den Steiner-Zwillingen (Twin-Towers) Jürgen und Martin sowie die dritte mit Jakob Schwarzer, Kevin Veider und Patrick Holzer, überzeugten auf allen Linien. Und dass Thomas Warscher im Tor ein echtes Ass ist, zeigte sich wieder einmal.

USC Velden Pirates vs UECR Eisbären Huben. AHC Kärnten Division I. Player . Eisstadion, Velden, Kaernten, Austria am 22 November 2017 Foto: Krawagner
USC Velden Pirates vs UECR Eisbären Huben. AHC Kärnten Division I. Player . Eisstadion, Velden, Kaernten, Austria am 22 November 2017 Foto: Krawagner

Fazit – auf den 1. EHC Althofen wartet eine mehr als schwere Aufgabe. Aber Johannes Reichel und Co haben schon beim bisher  wahrscheinlich besten Liga-Spiel in dieser Saison gezeigt, dass sie auch schwerste Herausforderungen annehmen und diese bestehen können. Damals scorte Markus Steiner in der Overtime das vielumjubelte Siegestor. Er, sein älterer Bruder Thomas und Kevin Schabernig zeigten sich zuletzt in ausgezeichneter Verfassung. Auch morgen in Huben? Wir sind gespannt.

In Huben geht man locker aber voll motiviert in das Spiel: ,,Ich hätte vor der Saison nie gedacht, dass wir so gut mithalten können. Als ich die Kader der anderen Mannschaften sah, hätte ich nix darauf gegeben, dass wir jetzt schon so viele Punkte auf dem Konto haben. Wir freuen uns auf dieses Spiel, haben nichts zu verlieren. Zu Hause können wir jeden schlagen“, freut sich Langzeit-Boss Sebastian Warscher schon auf die Entscheidungspartie. Und Riepler fügt hinzu: ,,Wir haben bis jetzt jedes Heimspiel gewonnen, haben vor jedem Team Respekt aber vor niemandem Angst. Wer uns vor unseren tollen Fans besiegen will, muss schon eine Top-Leistung abrufen. Aber wir sind bereit.“

Bei den Adlern in Völkermarkt war der Frust über die Niederlage in Huben riesengroß: ,,Absolut unnötig. Wir haben viel zu viele Chancen vergeben, oft einfach nicht konsequent den Abschluss gesucht. Da darf ich mich nicht ausnehmen“, sagt Sandro Czechner, der nach acht Assists endlich seinen ersten Saisontreffer erzielen konnte. ,,Das ist mir nach so einer Niederlage wirklich wurscht, würde ich sofort gegen einen Sieg eintauschen“, so Czechner weiter.

Auf die Leistung in Huben können die Völkermarkter aber trotzdem aufbauen. Trotz wiedrigster Bedingungen in den ersten beiden Dritteln (teils starker Schneefall, Wind), konnte die ,,Hallenmannschaft“ Völkermarkt zweimal einen Zweitorerückstand aufholen und sogar mit 5:4 in Führung gehen, brachte die Eisbären erstmals vor eigenem Publikum an den Rand einer Niederlage. Und das obwohl mit Enzenhofer, Herbert Ratz, Jens Kraigher und weiterhin Heiko Ofner ganz wichtige Spieler fehlten.  Ganz sicher fehlen wird Lukas Titze, der nach der Schlusssirene noch eine Matchstrafe aufgebrummt bekam – er wurde für einen Stockendenstich Richtung Hubener Spielerbank für vier Spiele gesperrt. Zu seiner Verteidigung ist aber zu sagen, dass Titze laut Völkermarkter Angaben beim letzten Angriff, als man auf den Ausgleich drängte, von der Spielerbank der Hubener attackiert wurde, was von den Referees aber übersehen wurde. Wer Titzes immer grenzenlosen und kompromisslosen Einsatz kennt, weiß, dass das den sehr emotionalen Völkermarkter Flügelflitzer auf 180 gebracht hat. Wahrscheinlich ärgert er sich selbst am meisten über diese unnötige Aktion, die ihn jetzt zum Zuschauen verdammt.

VST Adler Völkermarkt vs 1.EHC Althofen. AHC Division I. Player . Eishalle, Völkermarkt, Kaernten, Austria am 6 December 2017 Foto: Krawagner
VST Adler Völkermarkt vs 1.EHC Althofen. AHC Division I. Player . Eishalle, Völkermarkt, Kaernten, Austria am 6 December 2017 Foto: Krawagner

Hannes Enzenhofer kehrt wieder ins Tor zurück, Kraigher, Ratz und Heiko Ofner fehlen weiterhin. Ebenso nicht dabei ist diesmal David Schuller, der beim Derby VSV gegen KAC für Sky im Einsatz sein wird. Die Hoffnungen von Völkermarkt liegen also auf den starken Schultern von Peter Mateika, der immer besser in Form kommt und in der Punkteliste schon zweiter ist. Aber auch die zweite Linie mit Czechner, Harald Ofner und Sandro Seifried ist immer für Tore gut. ,,Wir haben es noch immer selbst in der Hand Zweiter zu werden. Aber es wird sicher ein ganz knappes Spiel“, ist sich Adler-Obmann Josef Kerth, der auf eine gut gefüllte Halle hofft, sicher.

Bei den Hornets aus Spittal wird die Verletztenliste immer kürzer. Schade nur, dass Daniel Nazar die Oberkärntner wieder Richtung Kanada verlassen hat. Nazar war eine Bereicherung für die ganze Liga. Aber Trainer Rene Wild wird sicher etwas einfallen, sein Fehlen auszugleichen. Kapitän Kevin Essmann und der Rest des Teams werden sicher alles versuchen noch auf den zweiten Platz zu kommen. Schaut euch das auf jeden Fall an liebe Eishockeyfreunde. Am besten in der Halle aber wenn ihr das nicht schafft gemütlich vor dem TV-Apparat im Livestream. Wir freuen uns auf jeden Fall auf euch.

Rüdiger Wratschnig

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