Nach dem Spiel zwischen Grades/Metnitz und HC S.E.Massivhaus Köttern bei dem es 133 Strafminuten gehagelt hatte, gingen die Wogen hoch. Köttern spiele brutal, unfair, bei jeder Attacke seien Stock oder Ellbogen im Spiel. Dem wollten wir von sport-fan.at (Ernst Krawagner, Rüdiger Wratschnig, Miki Milan Komljenovic) auf den Grund gehen und waren gestern beim angeblich ewig heißen Duell zwischen Köttern und der WSG Wietersdorf live vor Ort. Auch KEHV-Wettspielreferent Peter Gruber ließ sich dieses Starkstromduell nicht entgehen.

Zuerst einmal zu den angeblich so aggressiven Fans: Die Fans unterstützen ihr Team lautstark, auch gestern an einem Wochentag waren über 100 im ,,Fuchsgraben“. Aber egal ob der ,,Gigs“, der Stich Hannes, die Karoline oder die Ines – alle waren zu uns ,,Fremden“ total freundlich, gar keine Spur von aggressiv. Zwar mussten sich die Refs Gerhard Jopp und Manuel Pieber einiges anhören, aber nichts unter der Gürtellinie. Und welches Heimpublikum ist schon mit den Refs völlig zufrieden? Auch der angeblich cholerische Obmann der Kötterner Erich Schrittesser war zumindest gestern eher Lämmchen als Wolf – Kurzfazit vom Rundherum – super Stimmung im ,,Eiskasten“, den im ,,Fuchsgraben“ der auch ,,Garten Eden“ genannt wird, war es gestern alles andere als paradiesisch warm sondern saukalt.

Zum Match: Beide Teams waren von ihren Trainern Paul Eggenberger (Köttern) und Thomas Rastner zu Beginn eher auf Defensive getrimmt, keiner wollte in Rückstand geraten, trotzdem klingelte es schon nach 2:17 im Gehäuse der Hausherren. Christoph Lorenz ließ Stefan Bacher im Tor der Hausherren keine Chance. Markus Stich und Edmund Zwischenberger konnten aber die Partie noch im ersten Drittel drehen. Ein hartes Spiel? Nein, es gab auf jeder Seite genau eine Zwei-Minuten-Strafe, obwohl das Spiel sehr körperbetont aber nicht unfair geführt wurde.

So ging es auch im zweiten Drittel weiter. Gerd Krassnig erzielte nach einer schönen Aktion den Ausgleich für die Görtschitztaler. Gegen Ende des Drittels wurde es etwas ruppiger – auch weil die Kötterner nach einem ihrer Meinung nach nicht geahndeten Foul an Christopher Dreier, der auch eine blutende Wunde am ,,Zappel“ (Für Nicht-Kötterner: Die Nase) zuzog, die Körperattacken etwas verschärften, jetzt einfach jeden Check zu Ende fuhren. Fazit nach dem zweiten Drittel: 2:2 und in diesem Abschnitt wieder jeweils zwei Strafminuten.

Noch mehr zur Sache ging es im letzten Abschnitt. Gleich zu Beginn waren die Gäste fast vier Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis, marschierten die Kötterner reihenweise auf die Strafbank. Doch es gelang kein Tor – die Kötterner verteidigten mit Mann und Maus und Goalie Bacher konnte sich mehrmals auszeichnen. Doch kurz nach dem Überzahlspiel gingen die Görtschitztaler doch in Führung: Raphael Gobald ließ sich nach dem 2:3 von seinen Mitspielern feiern. Doch in Köttern wird viel aufgegeben, Briefe, Pakete, Postkarten………. aber sicher keine Eishockeyspiele.  Und so avancierte Jakob Koppitsch noch zum ,,Man oft he game“, erzielte nach 53:57 Minuten den Ausgleich und nur 58 Sekunden später das vielumjubelte Siegestor. In den letzten Minuten drängten die Gäste noch stürmisch auf den Ausgleich aber Goalie Bacher war wieder nicht zu bezwingen. Strafminuten im letzten Abschnitt : Wietersdorf vier Minuten, Köttern (inklusive einer Zehnminuten-Strafe wegen Meckerns) 18 Minuten.

Fazit: Ein tolles Spiel der Division II, das sich keinen Verlierer verdient hatte. Keine Brutalität aber sehr intensiv und hart geführt. Das Refereeteam, das sicherlich keine Heimtendenz zeigte, hatte die Lage immer unter Kontrolle – auch weil man von Beginn weg eine konsequente Linie durchzog und sich beide Teams darauf einstellen konnten.

Eines ist klar: Wir kommen wieder mal in die Fuchsgrube.

Rüdiger Wratschnig

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