Start Livestreams Eishockey GAME OVER – ÖEHV-Team macht das Unmögliche möglich – Abstieg gelungen!

GAME OVER – ÖEHV-Team macht das Unmögliche möglich – Abstieg gelungen!

Team-Austria Game Over

Quo vadis Eishockey Austria – Abstieg in die B Gruppe – gut das ist ja nicht zum ersten Mal passiert, aber das wie muss einem zu denken geben. Gegen Italien zu verlieren, vorher für jeden Gegner – auch für Lettland und Norwegen – nur Kanonenfutter – ist schon echte Kunst. Und: Natürlich kann man auch mit Pech verlieren, das war aber nicht so. Die Italiener haben sich das Glück des Tüchtigen verdient. Gratulazione, Viva Italia – Die Tifosi können stolz auf euch sein.

11 AHL Cracks als Grundgerüst

Schauen wir uns das italienische Team einmal genauer an. 11 Cracks aus der NHL, 8 aus der KHL – sorry nur ein Scherzerl am Rande. Der Großteil der Squadra Azzura spielt in der AHL, gleich elf Spieler jagen in der Klasse unter der vielgerühmten EBEL dem kleinen schwarzen Kobold nach.

Kader-Italien A-WM 2019

Zwei der drei italienischen Torschützen gegen Österreich spielen bei Asiago, die den vierten Platz in der AHL belegten. Das Grundgerüst der Italienser kommt von AHL-Sieger Pustertal. Gander, Hofer, Helfer, Traversa und Andergassen absolvierten dort in dieser Saison maximal 42 Spiele, sind teilweise Semiprofis? Ups, 42 Spiele nur? Ja, das heißt aber auch, dass die Italiener nicht ausgepowert zu dieser WM gefahren sind und führt das aufgeblähte EBEL-System mit der vollkommen unsinnigen Zwischenrunde ad absurdum.

Stars aus der DEL und DEL 2

Die ,,Stars“ der Italiener sind drei Spieler aus der DEL, zwei Spieler aus der NLA (darunter auch der dritte Torschütze Diego Kostner von Ambri Piotta), und fünf Spieler aus der EBEL (vier Bozen, einer Salzburg). Vervollständigt wird das Lineup von zwei Spielern aus der DEL2 (ironischerweise vom Klub von Bader-Co Alex Mellitzer Heilbronn), einem Spieler aus der NLB und einem Norwegen-Legionär.

Torhüter ohne Spielpraxis

Und wenn gejammert wird, dass unsere Goalies Starkbaum, Kickert und Herzog viel zu wenig Spiele bei ihren EBEL-Klubs bekommen hätten, halte ich entgegen: Gestern stand bei den Italienern Andreas Bernard im Kasten, der in der DEL bei Meister Adler Mannheim gemeldet ist. Eingesetzt in dieser Saison in der DEL genau NULL Minuten!!!!!!!!!!!!! Aber die österreichischen Goalies muss man trotzdem in Schutz nehmen: Sie waren nicht in Hochform, am Abstieg sind sie definitiv NICHT schuld.

Abschließend zu den Italienern: Sie dürfen in der AHL Powerplay spielen, sie dürfen Unterzahl spielen – das alles hat sich positiv ausgewirkt – zum Negativen für Österreich. Übrigens: Das letzte Mal, dass Italien bei einem A-WM-Spiel drei Tore erzielte, war 2007 gegen Lettland.

Erwartungen nach Kanada-Spiel zu hoch

Alles auf Teamchef Roger Bader aufzuhängen wäre aber zu einach. Sicher hat er Fehler gemacht, aber für mich ist er von Haus aus ein besserer Trainer als Coach. Und da er ja schon eine Jobgarantie hat, würde ich mir das Trainerteam genauer anschauen, wobei Alex Mellitzer für mich obsolet ist. Ihn könnte man als zukünftigen Headcoach aufbauen. Viele potentielle, leistbare Teamtrainer fallen mir sowieso nicht ein.

Erschreckend war das österreichische Umschaltspiel, so hat das Bader in den Trainings sicher nicht geübt, es konnte aber praktisch in keinem einzigen Match (die Partien gegen Lettland und Norwegen nehme ich hier mal aus) umgesetzt werden. Deshalb gelang es auch zum Beispiel der Schweiz, die natürlich auch weit über Österreich zu stellen ist, so einen permanenten Dauerdruck ausüben. Das erste Drittel gegen die Schweiz war definitiv das beste der Österreicher. Hätten Michi Raffl und Co. Immer so gespielt, könnten sie jetzt noch in einem Bierkeller in Bratislava sitzen und den Klassenerhalt feiern.

Eine Einzelkritik der Spieler ist unnötig, fast keiner konnte seine Top-Leistung abrufen. Positiv stachen der blutjunge Baumgartner, Edelreservist Wolf , Schumnig und Rauchenwald hervor – sie spielten eine tadellose Weltmeisterschaft. EBEL-MVP Schneider hätte in dieser Verfassung wohl nicht einmal bei der C WM getroffen (wie Bader ihn beim entscheidenden Penalty einsetzen konnte, wird wohl für ewig ein Rätsel bleiben), Zwerger, Pallestrang, Hundertpfund, Heinrich, Obrist, Thomas Raffl waren ein Schatten ihrer selbst. Das Michi Raffl bis auf ein, zwei Partien herausstach, versteht sich von selbst. Nicht umsonst ist er bei den Philadelphia Flyers aus dem Linup nicht wegzudenken – dort aber natürlich mit völlig anderen Aufgaben als beim Nationalteam.

EBEL der Hauptverursacher?

Jetzt zur EBEL – für viele andere der Hauptverursacher der Nationalteam-Misere. Ab der kommenden Saison dürfen NUR noch elf Imports eingesetzt werden – haha. Ziel muss es sein, maximal fünf (gute) Legionäre einsetzen zu dürfen. Dann werden auch talentierte Österreicher ins Lineup aufrücken. Und es gibt genug talentierte Österreicher – das hat man gerade in dieser Saison von der U11 bis zur U20 gesehen. Doch diese müssen auch spielen – eine Minute Eiszeit wenn ein Spiel schon entschieden ist, ist einfach zuwenig.

Das geht natürlich nicht von einem Tag auf den Anderen. Vorschlag: Heuer elf, nächste Saison neun, übernächste sieben und ab der Saison 2022/23 dann fünf. An dieser Reduktion wird kein Weg vorbeiführen. Weiters muss die Zahl der Spiele heruntergeschraubt werden, was Spieler und FANS entlasten würde. Solange aber manche Klubchefs (nicht alle) nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen wird das wohl ein frommer Wunsch bleiben.

Abschließend zu den regelmäßig wiederkehrenden Vergleichen mit der Schweiz. Das ist wie den spanischen Schiverband mit dem österreichischen zu vergleichen. Der Schweizer Eishockeyverband kann über jährlich 45 Millionen verfügen, der österreichische über ein Zehntel. Dass da in der Schweiz viel mehr in Infrastruktur und Nachwuchsarbeit investiert werden kann, ist nur logisch. Vergleiche sollten eher mit Dänemark oder Norwegen gemacht werden, wo die Infrastruktur aber auch viel besser ist.

Meister KAC mit vorbildlichem Weg im Nachwuchsbereich 

Zum Abschluss die gute Meldung: Die U18 des KAC spielt in der kommenden Saison in Schweden. Jedes Spiel wird da zu einer Herausforderung, die Stars von morgen werden ENDLICH richtig gefordert. Ein erster – aber großer Schritt in die richtige Richtung.