Dr. Klaus Hartmann holt Mittendorfer vom hohen Ross
Dr. Klaus Hartmann holt Mittendorfer vom hohen Ross

Draußen knapp 30 Grad, die Strandbäder voll – wen zum Teufel interessiert da Eishockey sollte man denken. Aber dem ist nicht so. Spätestens seit der Generalversammlung letzten Samstag geht’s rund . Dr. Klaus Hartmann ist der neue Präsident des ÖEHV. Böse, böser, Hartmann könnte man glauben, verfolgt man diverse Medienberichte der letzten Tage.

Schon ein paar Tage vor diesem schicksalsträchtigen Samstag ging es plötzlich rund in diversen Medien. Die zuerst belächelte Gegenkandidatur des KEHV zum amtierenden Präsidenten Mag. Gernot Mittendorfer nahm Fahrt auf und begann eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln. Medien, denen die Gegenkandidatur zuvor gerade einmal einen Zweizeiler wert war, schossen nun seitenweise ihre Giftpfeile Richtung Hartmann und seinem Team ab. Teils auch unter der Gürtellinie. Journalisten, die noch NIE ein Wort mit Hartmann gesprochen hatten, sahen nun plötzlich in Hartmann den Beelzebub persönlich aus der Hölle aufsteigen und warnten vor dem Niedergang des österreichischen Eishockey, sollte der Wahlvorschlag der Landesverbände von Kärnten, Vorarlberg, Wien, Niederösterreich und Salzburg erfolgreich sein. Ja genau! Ihr lest richtig! Fünf von damals acht Landesverbänden waren gegen den amtierenden Präsidenten. Alles richtig gemacht sieht wohl anders aus, sonst ist dieser Gegenwind nicht zu erklären.

Günther Ropatsch
Günther Ropatsch

Der dümmste Vorwurf war wohl, die Liste Hartmann sei zu kärntnerisch. Ist kärntnerisch jetzt das neue Corona-Virus und gefährlich? Haben die Kärntner vom Eishockey wirklich keine Ahnung, liegt Ihnen dieser von uns so geliebte Sport etwa gar nicht am Herzen? Wer zum Beispiel Vizepräsident Günther Ropatsch kennt und auch schon mit ihm gesprochen hat, weiß dass er ein Mensch ist, der – zusammen mit seiner Familie – Eishockey lebt. Er selbst trainiert die Damen der Lakers aus Villach, war aber auch schon im Betreuerstab diverser österreichischen Damen-Auswahlteams ein wichtiger Erfolgsfaktor. Tochter Valentina spielt in Österreichs Auswahl, Sohn Patrick ist eine der Stützen bei Soccerzone Steindorf und Ehefrau Andrea, die bei praktisch jedem Spiel ihrer Youngsters dabei ist, hält die Eishockey-Familie Ropatsch perfekt zusammen. Ropatsch ist also ein perfektes Beispiel für einen ,,Eishockey-Ahnungslosen“,dem auch der Nachwuchs besonders am Herzen liegt.

Mit der ehemaligen  Teamspielerin Yasmin Sarina Stepina (Wien), die als ALLERERSTE Frau ins Präsidium einzieht, und dem Vorarlberger Nicolas Stockhammer, der aus einer allseits bekannten und geschätzten Eishockey-Familie stammt, ist also das ,,Team der Ahnungslosen“, wie es teilweise dargestellt wird, vorerst komplett.

Weitere Vizepräsidenten (alle ehrenamtlich) werden folgen. Keiner davon wird wie fälschlicherweise kolportiert Michael Herzog-Löschnig (oh mein Gott – das wär schon wieder ein ahnungsloser Kärntner), der Verbandskoordinator des KEHV, sein. Er war einer, der bei dieser Gegenkandidatur vorangegangen ist und sich so diesen Posten mehr als verdient hätte. Einer, der sein Herz auf der Zunge trägt, aber für die Kärntner Eishockey-Familie rund um die Uhr erreichbar ist. Dies wird auch von seinen Gegnern – ja natürlich gibt es die – anerkannt und geschätzt. Im Organisieren  macht dem Obmann von Steindorf keiner so schnell ein x für ein u vor. Dieses Wissen wird er auch ohne offizielles Amt beim ÖEHV einbringen. Ansonsten will er sich weiter der Basisarbeit widmen.

Unbedingt eingebunden werden muss Martin Kogler. Der ehemals für die Damen zuständige Kogler hat maßgebend an der Erstellung des Konzepts mitgearbeitet und könnte seine erfolgreiche Arbeit, die er im Jänner 2019 schweren Herzens wegen Unstimmigkeiten mit dem Präsidium beendete, wieder aufnehmen. Und auch Christian Benedek den Präsident des Sabres sollte man nicht außen vor lassen.

Das soll ja in Zukunft Teil des Erfolgsrezeptes der Liste Hartmann sein: Viele Fachleute wie auch den Wiener Verbandspräsideten Andreas Ösze in die Entscheidungsfindung mit einzubinden. ,,Viele Köche verderben aber den Brei“, hör ich jetzt die Gegner schon schreien. Denen empfehle ich – geht doch mal ins Steirereck Essen. Warum? Weil ihr dort merken werdet: Viele Köche kochen gut!

Dr Dieter Kalt
Ehrenpräsident Dr Dieter Kalt

,,Einbinden statt Ausgrenzen“ – mit diesem Slogan ging das Team Hartmann in die Wahl. Das wird nach dieser Generalversammlung nicht leicht, aber Hartmann und seinen Vizepräsidenten ist es zuzutrauen, den Riss in Österreichs Eishockey wieder zu schließen. ,,Es war eine Mischung aus einer Wahlveranstaltung von Donald Trump, dem Villacher Fasching und einem Parteitag in Nordkorea“ meinte einer der Delegierten in Villach. Da wurde versucht in letzter Minute den burgenländischen Verband als stimmberechtigtes Mitglied aufzunehmen, um dem Team Mittendorfer Stimmen zu verschaffen, anderen Vereinen wurde wiederum versucht, das Stimmrecht zu nehmen. Teilweise eskalierte die Situation so, dass sogar Ehrenpräsident Dr. Dieter Kalt sich gezwungen sah, das Wort zu ergreifen und kalmierend einzuwirken.

Einem neu gewählten Parlament wird normal eine Einarbeitungszeit von 100 Tagen gegeben, in Villach waren es nicht einmal gefühlte 100 Sekunden  bis die Eishockeyfreunde aus Oberösterreich eine Wahlanfechtung wegen eines Formalfehlers ankündigten, der aber von juristischer Seite kaum Aussichten auf Erfolg gegeben wird. Haben die Eishockey-Freunde aus Oberösterreich nicht genug damit zu tun, die Eishockey-Familie in Linz zu einen? Müssen sie eine zweite Front aufmachen anstatt ein demokratisch erzieltes Wahlergebnis anzufechten?

Den  Schweizer Roger Bader wird es in der Doppelfunktion Sportlicher Leiter und Teamchef des Nationalteams nicht mehr geben, das hat Dr. Klaus Hartmann schon klar gesagt. Bader hat wie das alte Führungsteam bei weitem nicht alles falsch gemacht, aber auch die Unzufriedenheit mit ihm wurde in der Eishockey-Familie immer größer. Wie dem Präsidium wurde auch ihm vorgeworfen, keinen Draht zur Basis, zu den vielen ehrenamtlichen Funktionäen, die sich für das Eishockey den A….. aufreißen, zu haben. Und auch die entscheidende Niederlage bei der letzten WM gegen das AHL-Team Italien, die zum Abstieg führte, wird ihm noch heute von vielen vorgeworfen.

Viel zu tun für Hartmann und sein Team und lange Zeit zur Einarbeitung bleibt nicht. Ärmel hochkrempeln und los geht’s.

LIVEINTERVIEWS NACH DER WAHL

Kommende Woche gibt es hier ein großes Interview mit Dr. Klaus Hartmann

ÖEHV 2020

Dr. Klaus Hartmann
geb. 28.12.1960
Präsident des ÖEHV Vorsitzender des Präsidiums, dieser ist auch für Finanzielles zuständig
• Vizepräsident des Kärntner Eishockeyverbandes – verantwortlich für Finanzen, Recht & Versicherungen
• Begeisterter Hobbyeishockeyspieler
• Tennisspieler – u. a. österreichischer Mannschaftsmeister 45
• Langjährige Vorstandstätigkeit, Vorstandsvorsitzender und Team Manager des Tennisclubs TC VSV Villach – u. a. Aufstieg in die ÖTV Damen Superliga
• Mitbegründer und aktueller Vorstand der IGV Austria (größter unabhängiger Versicherungsmaklerverband in Österreich mit über 150 Mitgliedsbetrieben und einem Gesamtprämienvolumen von ca. € 500 Mio.)
• Gründer und Geschäftsführer der AGON Finanzmanagement GmbH.
• Gründer einer Bauträgerfirma und Abwicklung eines großen Wohnbauprojekts in Egg/Faaker See

Dr. Nicolas Stockhammer
geb. 14.04.1975
Vizepräsident für rechtliche Angelegenheiten
• Aktiver Eishockeyspieler seit dem 6. Lebensjahr
• Einsätze bei diversen Nachwuchs-Nationalteams
• 6 WM-Teilnahmen Inline Hockey – 1 x Bronze, 1 x Silber
• Dozent am Institut für Rechtsphilosophie der Universität Wien
• Mehrjährige Managementerfahrung in einem internationalen Energiekonzern
• Berater für Sicherheit, Strategie & Politik
• Terrorismus-Experte

Günther Ropatsch
geb. 16.09.1968
Vizepräsident für sportliche Angelegenheiten
• A-Lizenz-Trainer
• Einsätze bei diversen Nachwuchs-Nationalteams bzw. Auswahlmannschaften (Spieler)
• 2 Saisonen Trainer beim Damen A-Nationalteam
• 1 Saison Head Coach KEHV Lakers Kärnten (EWHL)
• 1 Saison Trainer in der U18-Nationalmannschaft (Burschen)
• 1 Saison Head Coach beim U20-Team des VSV (EBYSL)
• 3 Saisonen Head Coach beim U18-Team des VSV (EBJL)
• 1 Saison Head Coach U16-Team des KAC – österreichischer Meister
• 11 Saisonen Nachwuchstrainer VSV (U8-U16)
• Teilnahme IIHF-Camp als Trainer

Mag. Yasmin Sarina Stepina
geb. 15.06.1987
Vizepräsidentin für Nachwuchssport und Sportmedizin
• 9 Saisonen Spielerin in Österreichs höchster Spielklasse sowie in der European
Women’s Hockey League (EWHL)
• EWHL Champion 2004/05 mit dem EHV Sabres
• 6fache österreichische Staatsmeisterin (Sabres)
• 7 Saisonen im österreichischen Dameneishockey-Nationalteam – 2008 WMGoldmedaille
• 11 Saisonen im Trainerstab diverser Damen-Nachwuchs-Nationalteams
• Teilnahme IIHF-Camps als Spielerin und Trainerin

… mit Herz Leidenschaft für eine
positive Eishockey-Zukunft in Österreich!

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here