Division 1: Adler ,,versteinern” Steindorf – S – C – S rocken das Halbfinale. Hornets drehen Spiel gegen die Rhinos

; VST ADLER VOELKERMARKT - ESC REGYOU STEINDORF am 20.02.2019 in VOELKERMARKT  (EISHALLE), AUSTRIA, Photo: Ernst Krawagner
; VST ADLER VOELKERMARKT - ESC REGYOU STEINDORF am 20.02.2019 in VOELKERMARKT (EISHALLE), AUSTRIA, Photo: Ernst Krawagner

Spannung pur im Halbfinale der Divison 1. Hatten sich im ersten Halbfinale noch die Favoriten knapp durchgesetzt, schlugen gestern Abend LiWoDruck Hornets Spittal und die VST Adler Völkermarkt zu Hause zurück.

Die Serien stehen 1:1 und setzten so RegYou Steindorf und den Dominator des Grunddurchgangs – die Rhinos aus Althofen – vor den dritten Spielen am Samstag gehörig unter Druck.

Eines hatten beide Spiele gemeinsam, hohes Tempo, Kampf von der ersten bis zur letzten Sekunde, trotzdem wenig Strafen und ausgezeichnete Leistungen der Schiedsrichter.

In Völkermarkt gaben beide Teams von der ersten Sekunde an Vollgas. Das erste mal zum Brodeln brachte die bestens gefüllte Halle dann nach 6:17 Dominic Thalhammer nach Assist von Peter Mateicka und Sandro Seifried. Nur 2:20 später ,,steinerte” es zum ersten Mal an diesem Abend. Sandro Czechner bedient Sandro Seifried, der sieht Markus Steiner und schon klingelte es zum zweiten Mal – kling Glöckchen klingeling auf Völkermarkter Art.

Aber Steindorf hielt stark dagegen – bärenstark – und Dominik Mosser ließ nach Pässen von Manuel Maurer und Schorsch Michenthaler zum ersten Mal die große Schar mitgereister Steindorf-Fans lautstark jubeln – 2:1. So ging es auch in die erste Drittelpause.

Doch schon nach 3:13 im zweiten Drittel schlug wieder S – C – S zu – nein, nicht die Shopping City Süd sondern die zweite Linie der Adler. (Thomas) Steiner – Czechner – Steiner. Der junge Tschetsche ideal auf Markus Steiner – 3:1.

Und wieder dauerte es nur 2:18 bis die Adler-Anhänger wieder jubeln durften. Einer der unwiederstehlichen Antritte von Makus Pöck – und ein Schuss aus sehr spitzem Winkel findet den Weg ins Tor – 4:1. 2:57 vor Ende des zweiten Abschnitts schien ,,der Kas schon gegessen” – diesmal Thomas Steiner der Torschütze – einer der Assistenten? Natürlich Sandro Czechner, den zweiten Assist steuerte wieder Sandro Seifried bei – 5:1.

Der Spielstand aber etwas zu hoch. In der hochklassigen Partie hatte Steindorf schon dreimal an Stange oder Latte gehämmert. Doch es sollte noch einmal spannend werden. Steindorf Spielertrainer Oliver Oberrauner dürfte in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben.

Denn der Titelverteidiger startete mit viel Elan in den letzten Abschnitt, Angriff um Angriff rollte auf das von Christian Arneitz (Backup Anja Adamitsch) bestens gehütete Tor der Adler. Und die Völkermarkter nahmen Strafen und das war ein gefundenes Fressen für die Steindorfer. Erst traf Marco Pewal nach 44:11 (Assistenten Wiedergut und Michenthaler) als Maxi Weißnegger auf der Strafbank brummte, nach 46:59 – Patrick Edlinger saß draußen – jubelte Michenthaler, assistiert von Patrick Ropatsch und Marco Pewal.

Und RegYou Steindorf drückte weiter. Völkermarkt-Goalie Arneitz stand immer mehr im Mittelpunkt, machte Chance um Chance von Christoph Martinz, Benji Petrik und Co zunichte und schließlich blieb es Markus Steiner vorbehalten mit einem Lupfer ins leere Tor zum 6:3 die endgültige Entscheidung herbeizuführen.

Großer Wermutstropfen des Sieges für die Mannschaft von Alexander Sivec: Peter Mateicka verletzte sich bei einem Zweikampf im zweiten Drittel am Knie – könnte für den Rest der Saison fehlen – eine wahre Seuchensaison für den Center.

Steindorf also im wahrsten Sinne des Wortes ,,versteinert” – vier Tore der ,,Goal-Brothers” sprechen eine eindeutige Sprache. ,,Unglaublich ein sehr gutes Spiel der gesamten Mannschaft und unsere Linie war auch richtig gut”, freute sich Sandro Czechner nach der Partie und zum Ausfall von Peter Mateicka?

Czechner:,,Wir müssen jetzt in Steindorf noch enger zusammenrücken, aber auch dort ist ein Sieg drin. Um ins Finale zu kommen brauchen wir einen Auswärtssieg – am besten schon Samstag. Ins selbe Horn bläst natürlich Coach Alexander Sivec, der den Ausfall von Mateicka natürlich auch bedauert, aber: ,,Wir mussten in dieser Saison leider so viele Spiele ohne Peter bestehen. Wir werden auch in Steindorf eine Lösung finden.”

Der verletzte Dave Schuller, der sein Team auf der Bank unterstützte wird es im Training versuchen, könnte Samstag wieder im Lineup stehen. Eines ist klar: Samstag um 17 Uhr geht in der Halle in Steindorf die Post ab. Volles Haus scheint garantiert. Und für die Fans, die nicht dabei sein können, gibt es einen Livestream von sport-fan.at und PlatinTV. Auch im Sportlereck Ratz in der Halle in Völkermarkt wird das Spiel live zu sehen sein.

Auffällig bei Steindorf – es war das erste Spiel der Saison bei dem Benji Petrik und Christof Martinz spielten und die beiden Topscorer der Liga keinen einzigen Punkt gutgeschrieben bekamen – das werden die beiden Granaten aber sicher nicht auf sich sitzen lassen und versuchen am Samstag zurückzuschlagen.

COMEBACKSIEG FÜR DIE HORNETS

Riesenjubel auch in Spittal: Und im Zentrum der Freude standen Florian Kucher, Marco Zorec und Paul Spittau, die das Spiel für die Draustädter entschieden. Nach einem 0:0 nach 20 Minuten, brachte der Führende in der Starwahl, Marcel Zemasch, den Favoriten aus Althofen nach Assist von Kevin Schabernig und Christoph Waldner nach 22:28 nicht unverdient in Führung. Als Philipp Waldner nach 34:46 nach Assist der beiden Kevins – Schettina und Künstl – auf 2:0 erhöhte, schien eine kleine Vorentscheidung gefallen – schien.

Denn im dritten Abschnitt drehte die Mannschaft von Florian Mühlstein noch einmal richtig auf, wollte in der Serie auf keinen Fall mit 0:2 in Rückstand geraten. Daniel Kronig passt nach 42:00 auf Daniel Wernisch und schon war das Anschlusstor da und das hundertfach erschienene Publikum peitschte das Team weiter nach vorne. Aber vorerst scheiterten die Oberkärntner immer wieder am zweiten Finalisten der Starwahl, Gernot Fally im Tor der Rhinos.

Schließlich bebte die Halle in Spittal aber doch noch: Spittau auf Zorec, der Topverteidger bedient Kucher und 1:10 vor dem Ende gleichen die Hornets das schon fast verloren geglaubte Spiel noch aus – alles wieder offen.

Und dann die wohl entscheidende Szene: 39 Sekunde vor Ablauf der regülären Spielzeit muss Kevin Schettina, eine der Stützen der Rhinos auf die Strafbank – Beinstellen der Ausschlussgrund. Und da ließen sich Komar, Kudler und Co nicht lange bitten. Wieder Spittau auf Zorec und Florian Kucher stand wieder goldrichtig – nach 60:51 zappelt der kleine schwarze Kobold wieder im Netz – 3:2, Spiel gedreht und Ausgleich in der Serie.

Umso bemerkenswerter war die Aufholjagd, da die Hornets ohne ihre Nummer 9, Kapitän Kevin Essmann auskommen mussten. Der hatte im ersten Halbfinale ein Cut erlitten, was aber natürlich kein Problem gewesen wäre – die Tetanus-Impfung wars. Das Herz der Spittaler Mannschaft, der sein Team immer wieder antreibt und ein Vorbild in jeder Beziehung ist, musste mit Fieber das Bett hüten.

,,War natürlich nicht einfach, dem Team in dieser Situation nicht helfen zu können, aber es ging einfach nicht. Diesmal hatten wir auch endlich einmal etwas Glück, was ja in dieser Saison nicht immer so war. Das hat sich die Mannschaft wirklich verdient. Eine wirklich tolle Leistung. Super”, freut sich Essmann und verspricht am Samstag wieder dabei zu sein. ,,In Althofen wird es natürlich schwer, aber wir werden bereit sein und versuchen den nötigen Auswärtssieg zu landen.”

Die beiden Spiele haben wieder einmal eines gezeigt: Eishockey in der Divison 1 heißt hohes Tempo, Kampfkraft, Leidenschaft – das Niveau steigt immer weiter, die Liga wird ausgeglichener. Also wer die Chance hat, sollte am Samstag unbedingt in die Halle. Die Teams freuen sich auf euch.

Rüdiger Wratschnig

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