Blitz-Start und verpasste Vorentscheidung
Vier Minuten. Mehr hat Michelle Terkl nicht gebraucht. Die Kärntnerinnen kamen aus den Startlöchern wie von der Tarantel gestochen – rollende Angriffe, Pressing, Tempo. LUV Graz hatte in der ersten Halbzeit kaum Land. Wer dabei war, weiß: Da hätte locker ein 3:0 oder 4:0 stehen können. Die Grazerinnen hätten nichts dagegen sagen dürfen.
Stattdessen: 1:0 zur Pause. Und das war ein Problem.
Elfmeterpfiff blieb aus!
Noch vor der Pause gab es eine Szene, die entscheidend war. Foul im Strafraum, Aila Kovacevic wird von zwei Grazerinnen in die Zange genommen und am Arm festgehalten, klarer geht`s nicht mehr – nur der Schiri ließ laufen. Mit dem 2:0 im Rücken wäre das Spiel wohl durch gewesen. So blieb Kraig bei einem Tor, das im Fußball bekanntlich nie sicher ist.

Eigentor aus dem Nichts
49. Minute. Eckball LUV Graz, Johanna Riedler köpft auf den Knöchel von Torhüterin Hannah Madrian – und die schlägt sich den Ball unglücklich selbst rein. Kein Traumtor, keine zwingende Aktion. Einfach Pech. 250 Zuschauer in der KM-Bau Arena Guttaring haben’s live gesehen. Solche Tore zählen genau so viel wie schöne – das ist das Grausame daran.
Dazu kam: Abwehrchefin Sarah Lackner humpelte praktisch die gesamte Spielzeit – sie dürfte bei einem Zweikampf einen ordentlichen Schlag abbekommen haben, spielte aber durch. Julia Egger, die von der Bank kam, hatte zwei Wochen nicht trainiert. Kraig war nicht mit dem vollsten oder fittesten Kader angetreten – und das merkte man in der zweiten Halbzeit deutlich.
Luft weg – Madrian rettet
Je länger das Spiel dauerte, desto mehr übernahm LUV Graz. Kraig lief leer, verlor die Struktur, Graz wurde mutiger. Kurz vor Schluss hätten die Steirerinnen das Spiel drehen können – zweimal war es Hannah Madrian, die mit starken Paraden den Punkt festhielt. Dieselbe Frau, die das Eigentor kassiert hatte, rettete am Ende den Zähler. Fußball.
Fazit
Erste Halbzeit – Kraig klar besser, hätte 3:0 oder 4:0 stehen können. Zweite Halbzeit – Eigentor, Einbruch, Madrian als Retter. Ein Remis, das sich wie eine Niederlage anfühlt. Im Abstiegskampf ist das die Wahrheit.
Alle Fotos vom Spiel auf der Webseite von Hermann Sobe – klick hier





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