13. März 1948 – 24. August 2025
† 77 Jahre
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Jozef Kurzeja, einer außergewöhnlichen Persönlichkeit, die sowohl auf dem Fußballplatz als auch in der Medizin bleibende Spuren hinterlassen hat.
Ein Leben für den Fußball
Geboren im niederschlesischen Dziewietlice, entdeckte Jozef schon früh seine Leidenschaft für den Fußball. Bereits als 13-Jähriger schloss er sich – mit ein wenig List bei den Angaben – Sparta Paczków an. Bald darauf startete seine Profikarriere, die ihn über Oder Opole, Olympia Posen und Śląsk Wrocław schließlich zu Górnik Zabrze führte. Dort stand er mit Größen wie Włodzimierz Lubański und Andrzej Szarmach auf dem Platz, absolvierte 131 Spiele in Polens höchster Liga und erzielte sieben Tore.
1979 wagte er den Sprung ins Ausland: Zuerst nach Österreich, wo er beim SV Stockerau und später beim SV St. Veit seine Karriere fortsetzte und prägte.
Vereinslegende in St. Veit
Vor allem beim SV St. Veit hinterließ Jozef Kurzeja tiefe Spuren. Zwischen 1980 und 1984 trug er das Trikot, wurde schnell zum Leistungsträger und bald zur Identifikationsfigur des Vereins. Seine Klasse, seine Erfahrung und seine Persönlichkeit machten ihn zur Leitfigur einer ganzen Generation. Für viele Fans bleibt er schlicht „The Best Player“ des SV St. Veit – eine Vereinslegende, die bis heute unvergessen ist.
Seine Verdienste wurden auch Jahrzehnte nach seiner aktiven Karriere gewürdigt: 2023 wurde Jozef Kurzeja im Wörthersee Stadion von KFV-Präsident Klaus Mitterdorfer als Jahrhundertspieler des SV St. Veit ausgezeichnet. Diese Ehrung ist Ausdruck der unvergänglichen Wertschätzung, die ihm von Verein, Funktionären und Fans entgegengebracht wurde.

Foto: Kuess
Doch Kurzeja blieb dem Verein auch nach seiner aktiven Zeit verbunden: In der Saison 1984/85 übernahm er die Mannschaft als Trainer in der 2. Liga und führte den Klub mit derselben Leidenschaft, die er zuvor auf dem Platz gezeigt hatte. Danach war er auch als Trainer bei Austria Klagenfurt tätig Für die St. Veiter Fußballfamilie wird sein Name daher immer mit einer besonderen Ära des Vereins verbunden bleiben.
Der Arzt im Trikot
Parallel zum Fußballstudium schlug Kurzeja den Weg in die Medizin ein. Nach seiner Ausbildung in Katowice und Stationen in Klagenfurt und Hagen spezialisierte er sich auf Strahlentherapie und Radioonkologie. Von 2010 bis 2020 leitete er als Chefarzt die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Evangelischen Krankenhaus Witten.
Sein medizinisches Wirken war geprägt von hoher Fachkompetenz, menschlicher Wärme und echter Empathie. Patienten wie Kollegen schätzten ihn gleichermaßen – als Arzt, Mentor und Freund.
Ein Teamplayer bis zuletzt
Ob als Abwehrchef auf dem Fußballfeld, als Trainer auf der Bank oder als Chefarzt im weißen Kittel – Jozef Kurzeja verstand das Leben stets als Mannschaftsspiel. „Die Mannschaft ist das Wichtigste“, war sein Leitsatz, den er bis zu seinem Abschied in den Ruhestand lebte.
Am 24. August 2025 ist Il Dottore Jozef Kurzeja nach schwerem Krebsleiden im Alter von 77 Jahren verstorben. Sein Lebensweg vereint Sport, Medizin und Menschlichkeit auf einzigartige Weise.
Wir verneigen uns vor einem großartigen Fußballer, einem herausragenden Arzt und einem wunderbaren Menschen.
Für den SV St. Veit bleibt er für immer eine unsterbliche Vereinslegende und Jahrhundertspieler.
R.I.P. Jozef.







