Eine Ära des Erfolgs und der Menschlichkeit geht zu Ende: Michael Geyer legt nach neun erfolgreichen Jahren sein Traineramt beim ASKÖ Wölfnitz nieder. Nach fast einem Jahrzehnt unermüdlichen Einsatzes, großer Leidenschaft und unvergesslicher sportlicher Momente zieht sich eine absolute Leitfigur vom Spielfeldrand zurück. Michael Geyer hat sein Traineramt beim ASKÖ Wölfnitz mit Saisonende niedergelegt.

Michael Geyer war schon als Spieler ein außerordentliches Talent, was er auch als Kapitän der U 17 Nationalmannschaft bewiesen hatte. Seine Spielerkarriere absolvierte Michael überwiegend in Wölfnitz.
Geyer war in Wölfnitz nie nur der Mann mit Taktiktafel, Trainingsplan und ruhiger Stimme an der Linie. Er war Antreiber, Entwickler, Vertrauensperson – und manchmal wohl auch Seelentröster, wenn der Fußball wieder einmal seine besonders gemeine Visage zeigte. Genau davon gab es in dieser Saison leider eine Extraportion.
Der Aufstieg war zum Greifen nah
Sportlich spielte Wölfnitz lange eine Saison, die nach ganz großem Kino roch. Die Mannschaft mischte im Aufstiegskampf zur Kärntner Liga kräftig mit und hatte drei Runden vor Schluss alles selbst in der Hand. Mehr Ausgangslage geht kaum. Eigentlich hätte nur noch jemand den roten Teppich ausrollen müssen.
Dann kam das direkte Duell gegen den SV Feldkirchen. Heimspiel. Direkter Konkurrent. Alles angerichtet für einen Fußballnachmittag, der in die Vereinschronik hätte eingehen können. Doch statt Jubel, Bierdusche und breitem Grinsen setzte es eine bittere 1:2-Niederlage. Aus dem großen Schritt Richtung Aufstieg wurde ein ordentlicher Tritt gegen das eigene Schienbein.
Und weil Fußball selten fragt, ob es gerade passt, ließ Wölfnitz danach auch in Ludmannsdorf Punkte liegen. Das Remis tat weh. 2 liegengelassene Punkte die am Ende den Titel kosteten.
Zwei Punkte fehlten zum großen Traum
Zum Abschluss gewann Wölfnitz zwar noch in St. Jakob, doch der späte Erfolg konnte am großen Bild nichts mehr ändern. Mit 60 Punkten landete die Mannschaft von Michael Geyer auf Rang vier. Eine starke Bilanz, keine Frage. Aber eben nicht stark genug für den Sprung nach oben.
Sirnitz und Landskron kamen jeweils auf 62 Punkte und sicherten sich die beiden Aufstiegsplätze. Auch Feldkirchen sammelte 62 Zähler, musste als Dritter aber ebenfalls in der Unterliga bleiben. Wölfnitz fehlten am Ende nur zwei Punkte. Zwei mickrige Punkte, die plötzlich eine ganze Saison anders aussehen lassen.
Das ist Fußball in seiner brutalsten Form: Du bist fast oben, fast durch, fast am Ziel. Und genau dieses „fast“ ist der gemeinste Gegner von allen.
Die Minitabelle macht es noch bitterer
Besonders bitter aus Wölfnitzer Sicht: Hätte die Geyer-Elf ebenfalls 62 Punkte geholt, wäre sie in der Minitabelle der vier punktgleichen Teams sogar vorne gelegen. Wölfnitz hätte Feldkirchen, Sirnitz und Landskron hinter sich gelassen.
| Rang | Mannschaft | Mini-Pkt. | Sp | S | U | N | Tore | Diff. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | ASKÖ Wölfnitz | 10 | 6 | 3 | 1 | 2 | 8:6 | +2 |
| 2 | SV Feldkirchen | 8 | 6 | 2 | 2 | 2 | 8:8 | 0 |
| 3 | SGA Sirnitz | 8 | 6 | 2 | 2 | 2 | 9:11 | -2 |
| 4 | SC Landskron | 5 | 6 | 0 | 5 | 1 | 6:6 | 0 |
Diesen Satz muss man tatsächlich zweimal lesen, damit er richtig schmerzt. Mit zwei Punkten oder ein Tor mehr wäre nicht nur der Aufstieg möglich gewesen, sondern sogar der Meistertitel. Ein WAC-Schicksal ereilte nun auch Wölfnitz. So bleibt eine Saison, die über weite Strecken richtig stark war, am Ende mit einem fiesen Beigeschmack zurück.
Es war keine Saison des Scheiterns. Aber es war eine Saison der verpassten Gelegenheit. Und die kratzt bekanntlich länger als eine klare Niederlage.
Geyer geht als Aufbauer, nicht als Verlierer
Trotz dieser sportlichen Enttäuschung darf eines nicht untergehen: Michael Geyer verlässt Wölfnitz nicht als Trainer einer verpassten Chance, sondern als prägende Figur einer erfolgreichen Ära.
Unter seiner Führung entwickelte sich die Mannschaft sportlich weiter, wuchs als Einheit zusammen und feierte unter anderem den erstmaligen Aufstieg in die Kärntner Liga. Noch wichtiger: Geyer stand für Werte, die im Amateurfußball oft mehr zählen als jede Tabelle – Teamgeist, Respekt, Zusammenhalt und eine Atmosphäre, in der Spieler wachsen konnten.
Viele junge Kicker profitierten von seiner Arbeit, sportlich wie persönlich. Auch in der Nachwuchsarbeit brachte er seine Erfahrung ein. Kurz gesagt: Geyer hat in Wölfnitz nicht nur trainiert, er hat gebaut. An Menschen, an Strukturen, an einem Vereinsgefühl.
Präsident Engl mit emotionalem Abschied
Gerhard Engl, Präsident des ASKÖ Wölfnitz, findet bewegende Worte zum Abschied: „Michael war ein wunderbarer Trainer und ist ein noch großartigerer Mensch. Seine Ruhe, seine Besonnenheit und sein unbändiger Optimismus haben uns durch die letzten neun Jahre getragen. Für mich persönlich war und ist er weit mehr als ein Trainer – Michael ist ein enger Freund des Vereins und von mir selbst. Er ist, war und bleibt für immer ein fester Teil unserer Wölfnitzer Familie“.

Das klingt nicht nach einem normalen Trainerwechsel. Das klingt nach einem Abschied, bei dem man im Vereinsheim kurz einmal still wird. Und das passiert im Fußball bekanntlich selten – außer der Kühlschrank ist leer.
Ein Ende mit Wehmut, aber ohne Bruch
Auch wenn Geyer die Trainerbank verlässt, bleibt seine Verbindung zu Wölfnitz bestehen. Die Türen des Vereins stehen ihm und seiner Familie weiterhin offen. Genau das passt zu dieser Geschichte: kein kalter Schnitt, kein Abgang durch die Hintertür, sondern ein Abschied mit Respekt, Dankbarkeit und ordentlich Emotion.
Was sagt ihr: War diese Saison trotz verpasstem Aufstieg ein Erfolg – oder überwiegt der Schmerz über die zwei fehlenden Punkte? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!





Discussion about this post