Die Trainer der Kärntner Liga haben ihre Karten auf den Tisch gelegt und das Bild ist deutlich: Für die meisten führt der Weg zum Titel nur über den TSV Grafenstein. In der anonymen Umfrage mit 16 vollständigen Antworten kristallisiert sich ein klarer Favorit heraus, während im Tabellenkeller gleich mehreren Klubs ein heißer Herbst droht.
Grafenstein ist für viele das Maß aller Dinge
Zwölf von 16 Trainern setzen Grafenstein auf Platz eins. Das sind satte 75 Prozent und damit ein klares Wort. Nur der FC Lendorf mit drei Stimmen und der SAK Klagenfurt mit einer Nennung bekommen überhaupt ebenfalls Meisterluft zugesprochen.

Damit nicht genug: Auch bei der Frage nach dem stärksten Kader landet Grafenstein mit zwölf Stimmen deutlich vorne. Der Eindruck ist also kein Zufallsprodukt, sondern zieht sich sauber durch die Umfrage. Besonders auffällig: Zehn jener zwölf Trainer, die Grafenstein zum Meister tippen, sehen dort auch die beste Mannschaft. Mehr Rückendeckung aus dem Trainerlager geht kaum.
Dahinter wird es schnell dünn
Während Grafenstein vorneweg marschiert, wirkt die Verfolgerrolle deutlich offener. Lendorf sammelt in der Gesamtwahrnehmung immerhin positive Signale, ebenso der SAK. Doch der Abstand zum Topfavoriten ist gewaltig.
Die Zahlen zeigen gnadenlos, wie breit die Brust in Grafenstein inzwischen geworden ist und wie groß zugleich der Respekt der Konkurrenz ist. Alles andere als ein ernsthafter Titelangriff wäre nach dieser Ansage fast schon eine Enttäuschung.
Im Keller schrillen bei drei Klubs die Alarmglocken
Noch klarer wird das Meinungsbild im Abstiegskampf. Dort hat sich ein Trio abgesetzt, das aus Trainersicht besonders gefährdet ist.
Ganz vorne auf der Sorgenliste steht FC-WR Nussdorf mit 13 Nennungen. Dahinter folgen SC Launsdorf mit elf und SV Seeboden mit neun Stimmen. Gemeinsam vereinen diese drei Vereine 33 von 48 möglichen Abstiegsnennungen auf sich. Das ist kein Flattern mehr, das ist ein ausgewachsener Warnschuss.
Auch FC St. Michael/Lav. wird mit sieben Nennungen spürbar kritisch gesehen. Ferlach und Sirnitz liegen dahinter, allerdings mit deutlich geringerem Risiko aus Sicht der Befragten.

Sirnitz ist der spannendste Wackelkandidat nach oben
Die Kategorie Überraschung liefert naturgemäß mehr Streuung, aber auch hier gibt es einen Sieger. SGA Sirnitz wird fünfmal genannt und ist damit der häufigste Überraschungstipp.
Das ist bemerkenswert, weil Sirnitz zwar auch zwei Abstiegsnennungen kassiert, zugleich aber deutlich mehr positive Fantasie weckt als viele andere Teams. Lendorf kommt auf drei Stimmen, St. Michael und Seeboden auf je zwei. Dazu gibt es vereinzelte Nennungen für Köttmannsdorf, KAC, SAK und Spittal/Drau.
Mit anderen Worten: Sirnitz ist für viele der Klub, der die Liga durcheinanderwirbeln könnte. Genau diese Rolle macht eine Saison erst richtig interessant.

Die Trainer trauen sich selbst erstaunlich viel zu
Bei der anonymen Selbsteinschätzung wird es fast schon charmant optimistisch. Der Median liegt bei Platz 6,5, also klar in der oberen Tabellenhälfte. Neun von 16 Trainern sehen das eigene Team in den Top 6. Vier rechnen sogar mit Rang eins.
Noch aufschlussreicher: Keiner erwartet seine Mannschaft schlechter als auf Platz elf. Das klingt nach gesundem Selbstvertrauen. Oder nach einer Liga, in der fast jeder nach oben schielt und niemand freiwillig den Feuerwehrmann spielt.

Eher Spitzengruppe als Liga-Kuschelkurs
Auch beim Blick auf die Ausgeglichenheit der Liga gibt es eine Tendenz. Sieben Trainer, also 43,8 Prozent, gehen davon aus, dass einige wenige Vereine das Geschehen bestimmen werden. Fünf sehen die Liga eher ausgeglichen, drei erwarten klare Leistungsunterschiede. Nur einer spricht von einer sehr ausgeglichenen Saison.
Das passt ins Gesamtbild: Oben soll eine dominante Gruppe marschieren, unten soll sich der Abstiegskampf auf einige Klubs zuspitzen. Die ganz große Gleichverteilung erwartet hier kaum jemand.
Das Gesamtfazit ist deutlich
Die Umfrage malt eine Saison mit klaren Konturen. Grafenstein geht als eindeutiger Favorit ins Rennen, Lendorf und SAK werden als erste Herausforderer wahrgenommen. Unten stehen vor allem Nussdorf, Launsdorf und Seeboden unter Beobachtung. Und Sirnitz bringt jene Würze mit, die Prognosen so herrlich unsicher macht.
Kurz gesagt: Die Liga hat ihren Gejagten, ihre Wackelkandidaten und ihren möglichen Überraschungscoup. Jetzt müssen die Teams beweisen, ob die Trainer mit ihren Einschätzungen goldrichtig liegen oder ob ihnen die Saison schon früh eine freche lange Nase dreht.
Was meint ihr: Ist Grafenstein wirklich so klar vorne oder seht ihr einen anderen Klub mit Titelchance? Und wen habt ihr im Abstiegskampf auf dem Zettel? Schreibt es in die Kommentare!





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