Österreichs Frauen-Nationalteam biegt auf die nächste wichtige Etappe Richtung A-Weltmeisterschaft ein. Seit Montag bereitet sich die ÖEHV-Auswahl in der Slowakei auf ein Vier-Nationen-Turnier vor. Dabei geht es nicht nur um Form, Tempo und Ergebnisse. Auch abseits des Eises wartet einiges an Gesprächsbedarf.
Vier-Nationen-Turnier als WM-Härtetest
Gemeinsam mit Verbandspartner G&K Reisen machte sich das österreichische Team am Montag auf den Weg in die Slowakei. Am Dienstag und Mittwoch stehen jeweils zwei Trainingseinheiten auf dem Programm, ehe es ab Donnerstag in Bardejov ernst wird.
Dort bekommt es Österreich innerhalb von drei Tagen mit drei unterschiedlichen Gegnern zu tun:
- Donnerstag, 17.00 Uhr: Österreich gegen Slowakei
- Freitag, 13.00 Uhr: Österreich gegen Niederlande
- Samstag, 10.30 Uhr: Österreich gegen Italien
Für die Mannschaft ist das Turnier ein wichtiger Gradmesser auf dem Weg zur A-Weltmeisterschaft in Dänemark, die von 6. bis 16. November ausgetragen wird.
Die Partien sollen über einen Livestream des slowakischen Veranstalters übertragen werden. Weitere Details dazu will der ÖEHV in den kommenden Tagen über seine eigenen Kanäle bekannt geben.
Bröms fehlt zunächst, NHL-Erfahrung kommt dazu
Der 21 Spielerinnen umfassende Kader wird zum Auftakt von den Assistant Coaches Sarah Hodges und Mario Bellina betreut. Teamchef Alexander Bröms konnte die Reise aufgrund eines familiären Schicksalsschlags zunächst nicht antreten.
Bröms plant allerdings, im Verlauf des Lehrgangs noch zur Mannschaft zu stoßen und die Woche gemeinsam mit dem insgesamt neunköpfigen Betreuerstab zu Ende zu bringen.
Prominente Verstärkung gibt es auf einer anderen Position im Trainerteam: Pierre Groulx übernimmt erstmals Aufgaben als Goalie Coach. Der Kanadier kann auf 15 Jahre Erfahrung aus der NHL verweisen und arbeitete in seiner Karriere unter anderem mit Größen wie Martin Brodeur im kanadischen Nationalteam sowie Carey Price bei den Montreal Canadiens. Seit 2024 ist Groulx zudem in der PWHL tätig.
Nicht nur auf dem Eis besteht Handlungsbedarf
Sportlich steht die Vorbereitung auf die WM klar im Mittelpunkt. Doch der Lehrgang bekommt diesmal noch eine zweite, beinahe ebenso wichtige Dimension.
Nachdem mehrere Nationalspielerinnen zuletzt öffentlich Kritik geäußert hatten, soll die gemeinsame Woche in der Slowakei auch genutzt werden, um den direkten Austausch fortzusetzen. Statt öffentlicher Scharmützel sollen Gespräche auf Augenhöhe zu einer sachlichen und respektvollen Aufarbeitung beitragen.
Der Verband unterstreicht dabei seinen Willen, die Zusammenarbeit trotz der angespannten Situation fortzuführen und gemeinsam an der Entwicklung des österreichischen Frauen-Eishockeys zu arbeiten.
Die Botschaft des ÖEHV ist klar: Weitere Eskalation soll vermieden werden. Bei unterschiedlichen Sichtweisen brauche es Gespräche, Verständnis für die jeweiligen Positionen und vor allem Lösungen, die dem heimischen Eishockey weiterhelfen.
Gesprächsangebot gilt für alle Spielerinnen
Die Bereitschaft zum Dialog beschränkt sich dabei nicht auf jene Spielerinnen, die aktuell in der Slowakei mit dem Nationalteam arbeiten. Auch Nationalspielerinnen, die beim derzeitigen Lehrgang nicht dabei sind, sollen ausdrücklich in die Gespräche eingebunden werden.
ÖEHV-Vizepräsidentin Yasmin Sarina Stepina sieht sportlichen Anspruch und interne Aufarbeitung dabei keineswegs als Gegensätze. Das gemeinsame Ziel bleibe die Teilnahme Österreichs an der A-Weltmeisterschaft in Dänemark. Gleichzeitig brauche es einen offenen Austausch mit den Spielerinnen, um eine tragfähige Grundlage für die weitere Entwicklung des Frauen-Eishockeys zu schaffen.
Jetzt zählt es auf und neben dem Eis
Drei Spiele in drei Tagen, intensive Trainingseinheiten und reichlich Gesprächsstoff: Die Woche in der Slowakei könnte für Österreichs Frauen-Nationalteam richtungsweisend werden.
Torhüterinnen
- #1 Anja Adamitsch – G
- #25 Davina Falmbigl – G
Formation 1
- #15 Hannah Leitner – LD
- #16 Leonie Kutzer – RD
- #10 Amelie Suppan – LW
- #13 Tamara Grascher – CE
- #4 Marja Linzbichler – RW
Formation 2
- #22 Anna Marlene Billa – LD
- #14 Alina Hinum – RD
- #21 Lena Dauböck – LW
- #6 Emma Lintner – CE
- #11 Emma Hofbauer – RW
Formation 3
- #5 Laura Claudia Nagy – LD
- #12 Johanna Brandstätter – RD
- #20 Hanna Schwarzer – LW
- #24 Tamina Schall – CE
- #18 Hanna Obermayr – RW
Formation 4
- #7 Ida Schlöglmann – LD
- #2 Selina Gentilini – LW
- #23 Valentina Ropatsch – CE
- #8 Ana Kahlhammer – RW
Sportlich soll der nächste Schritt in Richtung WM-Form gelingen. Gleichzeitig bietet der Lehrgang die Chance, Spannungen abzubauen und verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Gerade vor einem Großereignis wäre Geschlossenheit schließlich mindestens genauso wertvoll wie ein Sieg im Vorbereitungsturnier.
Was meint ihr: Kann Österreich die sportlichen und internen Baustellen rechtzeitig vor der WM aus dem Weg räumen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!
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