Bad Kleinkirchheim wundert sich über 121 Zuschauer
Die Diskussion um die offiziellen Zuschauerzahlen im Kärntner Amateurfußball nimmt Fahrt auf. Beim Heimspiel des FC Bad Kleinkirchheim gegen den SV Egg herrschte laut Rückmeldungen aus dem Umfeld des Vereins richtig gute Stimmung.
Der Stadionsprecher bedankte sich nach Angaben eines Fans bei mehr als 250 Besuchern, darunter rund 80 mitgereiste Anhänger aus Egg. Im offiziellen Spielbericht fanden sich anschließend allerdings nur 121 Zuschauer wieder.
Eine Differenz, die für reichlich Kopfschütteln sorgt.
Jetzt meldet sich auch Obermillstatt
Und Bad Kleinkirchheim scheint mit diesem Problem keineswegs allein zu sein. Auch der SV Obermillstatt berichtet von deutlich abweichenden Zahlen.
Beim ersten Heimspiel waren laut Verein 350 Zuschauer vor Ort. Im Spielbericht wurden dagegen 270 eingetragen.
Beim zweiten Heimspiel soll es ähnlich gewesen sein: 170 Besucher wurden gezählt, offiziell vermerkt waren lediglich 100.
Damit fehlen in beiden Fällen auf dem Papier jeweils 70 bis 80 Zuschauer.
Zufall oder steckt ein grundsätzliches Problem dahinter?
Natürlich sind Zuschauerzahlen im Amateurfußball nicht immer auf die Person genau zu erfassen. Ein paar Besucher mehr oder weniger wären kaum der Rede wert.
Doch wenn aus über 250 plötzlich 121 werden oder aus 350 nur noch 270, darf man schon fragen, wie diese Zahlen zustande kommen.
Gerade für kleinere Vereine ist der Zuschauerzuspruch ein wichtiger Faktor. Heimspiele bedeuten viel Organisation, ehrenamtliche Arbeit, Einnahmen an Kassa und Kantine sowie eine wichtige Bühne für Sponsoren und Partner.
Wer hier Woche für Woche viel Zeit und Geld investiert, möchte verständlicherweise auch halbwegs realistische Zahlen in den offiziellen Berichten sehen.
Kartenfestival sorgt zusätzlich für Emotionen
Beim Spiel in Bad Kleinkirchheim ging es zudem auch auf dem Rasen ordentlich zur Sache. Drei Rote Karten und zahlreiche Verwarnungen sorgten für einen hitzigen Nachmittag.
Dass ausgerechnet bei einer ohnehin emotionalen Partie anschließend auch noch die Zuschauerzahl für Diskussionen sorgt, macht die Sache nicht gerade ruhiger.
Die Vereine wünschen sich mehr Genauigkeit
Die Rückmeldungen aus Bad Kleinkirchheim und Obermillstatt zeigen jedenfalls: Das Thema beschäftigt die Klubs.
Niemand erwartet mathematische Perfektion. Aber wenn die Differenzen regelmäßig so groß ausfallen, wäre eine nachvollziehbarere Erfassung durchaus angebracht.
Die Lösung wäre denkbar einfach
Dabei müsste man das Rad gar nicht neu erfinden: Der Heimverein wie zum Beispiel in Köttmannsdorf, gibt dem Schiedsrichter nach dem Spiel die tatsächlich ermittelte Zuschauerzahl bekannt und dieser übernimmt sie in den offiziellen Spielbericht.
So würde nicht mehr geschätzt oder geraten, sondern jene Zahl veröffentlicht, die der Verein an Kassa beziehungsweise Eingang tatsächlich erfasst hat. Das wäre einfach, nachvollziehbar und fair gegenüber Vereinen, Helfern, Fans und Sponsoren.
Denn wenn die Klubs ihre Zuschauer ohnehin zählen, stellt sich die Frage: Warum sollte am Ende jemand anderes darüber schätzen?
Wie sieht es bei eurem Verein aus? Stimmen die Zuschauerzahlen in den offiziellen Spielberichten oder habt ihr ebenfalls schon deutliche Abweichungen erlebt? Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare!




