Am Sonntag setzte es die zweite Saisonpleite gegen genau diesen Kontrahenten, diesmal deutlich mit 0:3. Manuel Tialler, Vahid Muharemovic und Eroll Sabanaj trafen für die Gastgeber und schickten den bisherigen Tabellenführer mit hängenden Köpfen nach Hause. Wer noch glaubte, das 1:3 aus dem Hinspiel sei ein einmaliger Ausrutscher gewesen, wurde eines Besseren belehrt.
Zwei Duelle, zwei Niederlagen: Treibach hat ein Abo auf die Austria
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Aus zwei Saisonduellen holte Treibach sechs Punkte und ein Torverhältnis von 6:1. Besonders bitter für die violette Seite: Die Austria war seit der ersten Pleite gegen Treibach ligaweit ungeschlagen geblieben, ehe ausgerechnet der gleiche Widersacher die Serie erneut beendete. Tialler brachte Treibach in der 23. Minute in Führung, Muharemovic legte kurz vor der Pause nach, und Sabanaj setzte in der 56. Minute den Schlusspunkt. Von einer Reaktion war da wenig zu sehen.
Vom Spitzenreiter zum Gejagten: Die Tabelle dreht sich
Vor der neunten Runde führte die Austria mit 19 Punkten die Tabelle an, Velden lauerte mit einem Zähler Rückstand. Nach dem Wochenende sieht die Lage anders aus: Velden holte gegen Völkermarkt ein 0:0 und zog mit der Austria bei 19 Punkten gleich, während Treibach nach dem Auswärtssieg auf 17 Zähler kletterte und nur noch zwei Punkte entfernt ist. Aus einem vermeintlichen Zweikampf an der Spitze ist binnen weniger Tage ein Dreikampf mit offenem Ausgang geworden. Wer hätte das noch vor der Partie gedacht?
Firmenbuch-Wirbel: Was hinter der “Liquidation” wirklich steckt
Parallel zur sportlichen Krise sorgt ein Eintrag im Firmenbuch für Verunsicherung. Wichtig ist hier eine saubere Trennung: Nicht der Verein SK Austria Klagenfurt wird als “in Liquidation” geführt, sondern die SK Austria Klagenfurt GmbH (FN 517496z). Seit 9. September 2026 ist Zeljko Karajica dort als Liquidator eingetragen, als Gesellschafter scheinen weiterhin der Verein selbst sowie die SK Austria Klagenfurt Shareholder GmbH auf.
Eine Liquidation dient dazu, die Angelegenheiten einer Gesellschaft geordnet abzuwickeln, nicht dazu, den Spielbetrieb zu beenden. Genau das zeigt auch der Blick auf den Platz: Die Austria nimmt weiterhin am Spielbetrieb der Regionalliga Süd teil, Kampfmannschaft, Nachwuchs und Akademie laufen unverändert weiter. Der Schritt reiht sich vielmehr in die wirtschaftliche Neuordnung nach der im Februar eröffneten Insolvenz ein, bei der die Austria bereits damals ankündigte, den Spielbetrieb fortzusetzen und den direkten Wiederaufstieg anzustreben.
Grubor: Unter Druck, aber weiterhin im Amt
Wer nach dem 0:3 schon die Trainerfrage stellt, muss sauber zwischen Fakten und Spekulation trennen. Stand Sonntagabend gibt es keine bestätigte Trennung von Slobodan Grubor. Auf der offiziellen Teamseite wird er weiterhin als Trainer der Kampfmannschaft geführt, erst im Juni hatte die Austria seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert, damals mit ausdrücklichem Rückhalt von Präsident Karajica.
Ironie der Geschichte: Vor dem Spiel hatte Grubor selbst betont, dass Treibach bisher der einzige Klub gewesen sei, gegen den seine Mannschaft in dieser Saison verloren hatte, und explizit eine “Topleistung” gefordert. Herausgekommen ist das Gegenteil. Dass der sportliche Druck jetzt steigt, lässt sich klar begründen. Dass eine Trennung unmittelbar bevorsteht, wäre zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation, für die es keine belastbare Grundlage gibt.
Wiederaufstieg als erklärtes Ziel: Kaltenegger will nicht nur siegen, sondern dominieren
Die Austria hat bereits im Februar den direkten Wiederaufstieg in die 2. Liga als Ziel ausgegeben, auch bei der Vertragsverlängerung mit Hauptsponsor TGI im Juli wurde dieser Anspruch erneut bekräftigt. Helmut Kaltenegger, seit Ende Juli offiziell Präsident und zugleich Sponsor des Klubs, hatte für die Saison 2026/27 sogar einen dominanten Durchmarsch im Visier. Sein Anspruch war unmissverständlich: “Nur siegen ist zu wenig, wir müssen dominieren”, brachte er es laut Kleine Zeitung auf den Punkt.
Von einem niederlagenlosen Durchmarsch war die Austria allerdings schnell entfernt: Bereits nach zwei Niederlagen in Serie zu Saisonbeginn im August platzte dieser Wunschtraum. Kaltenegger reagierte prompt und zählte den Trainer öffentlich an, forderte eine deutliche Leistungssteigerung. Vor diesem Hintergrund bekommt die 0:3-Pleite gegen Treibach zusätzliche Brisanz: Ein Präsident, der schon im August öffentlich Druck gemacht hat, dürfte nach der neuerlichen Klatsche gegen den gleichen Angstgegner kaum leiser werden.
Der Blick nach vorn
Die nächste Gelegenheit zur Reaktion bietet sich am 4. Oktober auswärts bei den WAC Amateuren. Grubor ist für diese Partie weiterhin als Cheftrainer vorgesehen. Bis dahin bleibt Zeit für Antworten, die die Austria auf dem Platz liefern muss, nicht in Pressemitteilungen.
Wie seht ihr das: War das 0:3 in Treibach nur ein bitterer Ausrutscher, oder muss sich die Austria nach zwei Pleiten gegen denselben Konkurrenten ernsthaft Gedanken machen? Und traut ihr Grubor mit dieser Mannschaft noch den direkten Wiederaufstieg zu? Schreibt’s in die Kommentare!