Adlerhorst in Aufruhr: VSV bestätigt Rücktritt seines Geschäftsführers

Eigentlich sollte vor dem Start in die ICE-Liga alles nach Plan laufen: einspielen, einschwören, einlaufen lassen. Beim VSV läuft gerade eher das Gegenteil – und zwar mitten hinein in die entscheidende Phase der Saisonvorbereitung.

EC VSV Trainerteam Foto Bernd Stefan
EC VSV Trainerteam Foto Bernd Stefan

Was von außen wie gewohnte Sommerruhe wirkte, entpuppt sich zunehmend als Ruhe vor dem Sturm. Was zunächst nur als Gerücht die Runde machte, ist mittlerweile amtlich.

Testspiele ohne Glanz, Gerüchteküche auf Hochtouren

Beeindruckend waren die Vorbereitungspartien der Villacher – überwiegend gegen deutsche Zweitligisten – bislang jedenfalls nicht. Nach außen hin gab man sich trotzdem gelassen, fast schon betont unaufgeregt. Doch der Schein trügt gewaltig: Intern und personell soll sich in den kommenden Tagen einiges bewegen. Offiziell bestätigt ist noch nichts, doch aus dem Umfeld des Vereins verdichten sich die Signale, dass es beim VSV gerade gehörig knirscht.

Zahlen, die wehtun: Millionenminus und ein Verfahren mit ungewissem Ausgang

Ums Budget ist es beim VSV ohnehin nicht zum Besten bestellt – und die Fakten dazu liegen inzwischen schwarz auf weiß vor: Laut aktuellem Jahresabschluss der EC VSV GmbH steht für 2025 ein Bilanzverlust von rund 1,3 Millionen Euro zu Buche, die Eigenkapitalquote liegt bei desaströsen minus 208,8 Prozent. Zum Vergleich: In den Jahren davor soll es wirtschaftlich deutlich runder gelaufen sein – 2025 markiert offenbar einen echten Einschnitt.

Obendrauf kommt ein Finanzstrafverfahren in zweiter Instanz mit einem Streitwert von über einer Million Euro, dessen Ausgang völlig offen ist. Die Aussichten auf ein glimpfliches Ende sollen dem Vernehmen nach nicht gerade rosig sein – ein Fiasko wäre das nicht nur für den Verein selbst, sondern auch für die Stadt, die Fans, die Sponsoren und nicht zuletzt für die Spieler. Und dann drängen sich gleich die nächsten Fragen auf: Sind die offenen Forderungen der ÖGK mittlerweile beglichen? Und wartet womöglich noch das Finanzamt auf sein Geld? Offizielle Antworten darauf gibt es bislang keine – nur Fragezeichen.

Der Fall Winkler: Vom Gerücht zur Gewissheit

Für zusätzliche Unruhe sorgt die Personalie an der Spitze: Wie zuerst die „Kleine Zeitung” berichtete, soll Geschäftsführer Martin Winkler sein Amt zurückgelegt haben, aus dem näheren Umfeld war zu hören, der Druck sei für ihn schlicht zu groß geworden. Eine offizielle Bestätigung des Vereins ließ zunächst auf sich warten, Obmann Manfred Herzog wollte sich zu diesem Thema nicht äußern. Mittlerweile ist die Sache aber klar: Der VSV selbst hat den Rücktritt bestätigt – der Vorstand habe ihn „zur Kenntnis genommen”, die Suche nach einer geeigneten Nachfolge laufe bereits mit hoher Priorität. Vor der Bestellung eines neuen Geschäftsführers will sich der Vorstand im Zuge einer geordneten Übergabe zunächst selbst einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche und finanzielle Situation der GmbH verschaffen – eine Formulierung, die für sich genommen schon einiges über den Zustand hinter den Kulissen verrät. Winkler ist obendrein offenbar nicht der Einzige, der sich zuletzt nach Alternativen umgesehen hat: Auch andere Mitarbeiter sollen sich laut „Kleiner Zeitung” bereits aktiv um neue Jobs beworben haben.

Springt am Ende die Liga ein?

Angesichts der finanziellen Schieflage macht mittlerweile auch eine ganz andere Frage die Runde: Greift die ICEHL dem VSV womöglich unter die Arme, um die laufende Saison überhaupt abzusichern? Offiziell ist davon nichts zu hören, bestätigt hat das niemand – es bleibt vorerst reine Spekulation. Doch dass sich diese Frage überhaupt stellt, zeigt, wie ernst die Lage in Villach mittlerweile eingeschätzt wird. Sollte tatsächlich etwas dran sein, wäre das ein bemerkenswertes Novum für die Liga – und für den VSV ein Offenbarungseid, den sich wohl niemand in der Vereinsgeschichte gewünscht hätte.

Wer hält den Karren aus dem Dreck?

Der Zeitpunkt für diesen Umbruch könnte kaum ungünstiger sein – nur wenige Tage vor dem Start in die ICE-Liga steht der VSV nun ohne Geschäftsführer da, mitten in der wohl heikelsten wirtschaftlichen Phase der jüngeren Vereinsgeschichte. Und die eigentlich spannendere Frage bleibt: Wer traut sich überhaupt noch, beim VSV Verantwortung zu übernehmen, wenn schon der eigene Vorstand erst einmal tief in die Bücher schauen will, bevor er jemand Neuen an die Spitze stellt? 2025 war für den VSV offensichtlich alles andere als ein Ruhmesblatt – während die Jahre davor wirtschaftlich offenbar deutlich solider liefen. Was ist da los beim Traditionsklub?

Was glaubt ihr: Kann sich der VSV noch rechtzeitig vor Saisonstart neu sortieren – oder droht dem Adlerhorst ein Sommer der Dauerkrise? Schreibt’s uns in die Kommentare!

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