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EIS-COMEBACK MIT GENEHMIGUNGSBAUSTELLE: Nockhalle Radenthein will zurück aufs Spielfeld

Ernst Krawagner by Ernst Krawagner
6. März 2026 13:52
in Kärntner Sport, Eishockey, Sportnews
Reading Time: 6 mins read
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Nockhalle-Radenthein-Sport-Fan-Austria

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Die Nockhalle in Radenthein steht vor einem Neustart – und das ist im Oberkärntner Gegendtal durchaus eine Nachricht mit Seltenheitswert. Jahrelang war auf dem Eis Funkstille, weil hohe Betriebskosten und fehlende Genehmigungen dem Eisbetrieb den Stecker gezogen haben. Jetzt kommt Bewegung in die Sache: Ein neuer Betreiber ist da, der investieren will und aus dem Hallenbetrieb bereits Erfahrung mitbringt.

Neuer Pächter, neue Hoffnung

Die Stadtgemeinde hat den Weg dafür politisch freigemacht. Der Gemeinderat stimmte einem unbefristeten Pachtvertrag für den Betreiberverein rund um Mario und Markus Kulnig zu. Für die Gemeinde ist das ein Befreiungsschlag: In den ersten 15 Jahren übernimmt der Pächter die laufenden Kosten sowie jene Investitionen, die notwendig sind, um überhaupt wieder einen legalen Eisbetrieb zu ermöglichen.

Das klingt zunächst nach einem Modell mit Charme: Die Gemeinde wird finanziell entlastet, der Betreiber erhält die Chance, aus der stillgelegten Halle wieder einen lebendigen Standort zu machen. Jetzt muss aus der Theorie allerdings Praxis werden – und genau dort beginnt die eigentliche Partie.

Mario Kulnig: Rückkehr eines Hallen-Machers

Mit Mario Kulnig steht dabei kein Unbekannter in der Kärntner Sportszene am Bully-Punkt. Einst bei Greenonetec tätig, gilt er als Erbauer und Ideengeber von zwei 365-Tage-Eishallen in Ferlach. Dort hat er bereits gezeigt, dass er nicht nur Ideen in die Welt setzt, sondern Projekte auch tatsächlich auf Schiene bringen kann.

Nach einer krankheitsbedingten Pause und dem Rückzug aus Ferlach will Kulnig nun gemeinsam mit seinem Sohn Markus wieder voll angreifen und etwas Positives in der Kärntner Sportlandschaft schaffen. Das klingt nicht nach Verwaltungsroutine, sondern nach echtem Neustart mit persönlicher Note.

Und wer Mario Kulnig kennt, ahnt ohnehin: Bei vier Monaten Eisbetrieb wird es am Ende wohl kaum bleiben. Viel eher wirkt es so, als könnte die Nockhalle deutlich länger offenhalten – vielleicht zehn Monate, vielleicht irgendwann sogar mit einem Schritt Richtung Ganzjahresbetrieb. Noch ist das Zukunftsmusik, aber keine, die völlig schief klingt.

Mit der Rückkehr von Kulnig sind übrigens auch die bereits fertigen Padel-Tennis-Pläne der Gemeinde wieder in der Schublade verschwunden. Auch das ist eine kleine Pointe dieser Geschichte: Statt Schläger auf Kunstrasen heißt es nun wieder Kufen auf Eis. Die sportliche Richtung in Radenthein hat sich damit ziemlich deutlich gedreht.

Die große Hürde heißt weiter: Genehmigung

So viel Aufbruch auch mitschwingt – genehmigt ist die Nockhalle noch nicht. Und genau das ist der Knackpunkt, den man bei aller Euphorie nicht mit einem flotten Bully vom Tisch wischen sollte.

Laut Auskunft der Stadtgemeinde ist die Genehmigungsfähigkeit derzeit noch nicht gegeben. Sie soll erst durch die Neueindeckung des Daches erreicht werden, die gemeinsam mit dem führenden Kärntner Lärmexperten Erich Moschik aus St. Veit abgestimmt werden soll. Vor allem beim Schallschutz lag das Projekt in der Vergangenheit quer auf dem Eis. Eine rechtskräftige Genehmigung für den Eisbetrieb gibt es aktuell also nicht.

Mit anderen Worten: Die Halle hat wieder eine Perspektive, aber noch lange keinen Freibrief. Der Neustart ist damit eher eine verheißungsvolle Skizze als ein fix fertiges Erfolgsprojekt.

Auch das Land sieht Bedeutung – aber der Weg ist noch nicht fertig gepflastert

Dass das Vorhaben auch auf Landesebene ernst genommen wird, zeigt die Einschätzung von Landessportdirektor Arno Arthofer. Er betont, dass noch die Bestätigung durch die Gemeinde und die endgültige Begutachtung durch die Hochbauabteilung ausstehen. Danach soll ein finales Gespräch mit Mario Kulnig über den Finanzierungsplan folgen, ehe weitere Abstimmungen mit den zuständigen Abteilungen des Landes stattfinden. Erst im nächsten Schritt geht es zum politischen Referenten und schließlich in einen Regierungssitzungsakt.

Arthofer macht zugleich klar, dass es sich aus seiner Sicht um ein sehr wichtiges Projekt für den Kärntner Sport handelt.

Das ist ein starkes Signal – aber eben auch eines mit angezogener Handbremse. Denn der politische Rückenwind ist da, nur über die Ziellinie ist dieses Projekt deshalb noch nicht.

Millionensumme im Raum – aber viele Details offen

Im Raum steht eine notwendige Investition von rund 1,25 Millionen Euro. Genannt werden dabei unter anderem Dach, Schallschutz und Kältetechnik. Das ist kein kleiner Serviceeinsatz, sondern eine Generalüberholung mit ordentlich Wucht.

Spannend ist allerdings: Die Stadtgemeinde selbst hat laut eigener Aussage keine genauen Informationen über die tatsächlichen Endkosten, weil diese beim Pächter liegen. Auch bei möglichen Förderungen vom Land Kärnten bleibt die Lage vorerst unscharf. Bekannt ist lediglich eine Absichtserklärung, konkrete Summen oder fixe Zusagen gibt es demnach noch nicht.

Und genau dort beginnt der kritische Teil der Geschichte. Eine gute Idee ist schnell formuliert, ein tragfähiger Finanzierungsplan deutlich schwerer. Zwischen sportlicher Vision und wirtschaftlicher Realität liegt eben manchmal mehr als nur eine Bande.

Vertrag mit klaren Pflichten

Im Pachtmodell wurden immerhin einige Eckpfeiler festgelegt. Die Stadtgemeinde verzichtet 15 Jahre lang auf eine ordentliche Kündigung. Der Betreiber wiederum muss alle Investitionen stemmen, die rechtlich notwendig sind, um Eisbetrieb zu ermöglichen. Außerdem sind mindestens vier Monate Eisbetrieb pro Jahr vorgesehen.

Für die Gemeinde gibt es laut Antwortschreiben Sicherheiten, etwa die Fertigstellung des Daches und ein außerordentliches Kündigungsrecht im Fall wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Das ist sinnvoll, denn ein Projekt dieser Größenordnung darf nicht nur von Hoffnung und Handschlag-Optimismus leben.

Start im Herbst? Noch mit dickem Fragezeichen

Ein möglicher Start des Eisbetriebs im Herbst wurde öffentlich in Aussicht gestellt. Die Dachsanierung soll ab Mai beginnen. Doch wann genau die Halle tatsächlich wieder ihre Türen öffnet, bleibt offen. Die Gemeinde verweist bei konkreten Terminen und weiteren Umsetzungsschritten direkt an den Pächter.

Auch bei den behördlichen Abnahmen gibt es noch keinen fixen Zeitrahmen. Das hängt von den baulichen Maßnahmen ab. Heißt übersetzt: Der Fahrplan steht, aber einige entscheidende Haltestellen sind noch nicht abgesegnet.

Region hofft auf Eiszeit und neue Impulse

Sportlich wäre eine Rückkehr der Nockhalle jedenfalls ein starkes Signal für die Region. Trainingslager im Sommer, Eiszeiten für Vereine, neue Möglichkeiten für den Nachwuchs – all das könnte die Halle wieder zu einem wichtigen Baustein im Kärntner Sport machen. Auch der öffentliche Zugang ist Thema: Die Stadtgemeinde will vorerst 20 Stunden Eiszeiten ankaufen, damit Publikumseislauf und Schulsport in den Wintermonaten ermöglicht werden.

Wie groß das konkrete Interesse bereits ist, welche Vereine schon anklopfen und welche Rolle die Nockhalle künftig im Kärntner Eishockey einnehmen soll, dazu nennt die Gemeinde allerdings keine näheren Details und verweist erneut auf den Betreiber.

Viel Chance, aber noch kein Selbstläufer

Unterm Strich ist die Geschichte der Nockhalle eine mit jeder Menge Potenzial – aber ebenso mit offenen Baustellen. Der politische Wille ist da, ein erfahrener Betreiber steht bereit, auch das Land signalisiert Bedeutung. Doch solange Genehmigung, Finanzierung und behördliche Abnahmen nicht endgültig auf Schiene sind, bleibt Vorsicht angebracht.

Oder anders gesagt: Das Comeback riecht nach Aufbruch, aber der erste Puck ist noch nicht gefallen.

Was meint ihr: Wird die Nockhalle wirklich zum neuen Eissport-Magneten in Kärnten – oder erleben wir hier erst das Vorspiel zu einer noch größeren Eishallen-Vision? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

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