Highlanders machen den ersten Finalschritt
Der Finaltag der win2day Austrian Women’s Hockey League ist angerichtet – und schon nach den Halbfinalspielen war klar: Die Liga bekommt in ihrer zweiten Saison definitiv eine neue Meisterin. Im Merkur Eisstadion Graz lösten zunächst die KSV Highlanders ihr Finalticket, mussten dafür gegen die VSV Lady Hawks aber ordentlich schuften.
Im ersten Drittel blieb die Torsirene zwar stumm, langweilig war das Geschehen deshalb noch lange nicht. Die Highlanders wirkten spielerisch etwas reifer und hatten mehr vom Match, doch die Lady Hawks hielten mutig dagegen. Erst im Mittelabschnitt nahm die Partie dann richtig Fahrt auf: Sara Confidenti brach in Minute 30 mit einer starken Einzelaktion den Bann und brachte KSV in Front. Kaum war der Jubel verklungen, legte Michelle van Ooijen im Powerplay nach – 2:0, und plötzlich schien alles in Richtung Highlanders zu kippen.
Lady Hawks melden sich zurück – aber nur fast
Ganz abgeschüttelt waren die Villacherinnen allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Antwort kam prompt und mit Qualität. Topscorerin Liga Miljone fasste sich ein Herz und setzte den Puck präzise zum 1:2 ins Netz. Damit war die Partie wieder offen – und die Lady Hawks plötzlich wieder voll im Geschäft.
In der Folge schnupperte der Liga-Neuling sogar am Ausgleich, doch Highlanders-Goalie Anna Horakova hatte etwas dagegen. Im Schlussdrittel agierte KSV dann abgeklärt, vielleicht nicht mehr spektakulär, aber effizient. Genau so gewinnt man enge K.o.-Spiele. Oder anders gesagt: Glamour ist nett, ein Finaleinzug noch netter.
Als Spielerinnen des Spiels wurden Andrea Kantorova auf Seiten der Highlanders und Liga Miljone bei den Lady Hawks ausgezeichnet. Lena-Kristin Dauböck zeigte sich nach dem Sieg zufrieden und hob vor allem die kompakte Leistung ihres Teams hervor. Bei den Villacherinnen sprach Ilvy Fuchs dagegen das aus, was nach solchen Niederlagen besonders schmerzt: Chancen waren genug da, nur der letzte Nachdruck fehlte.
Lakers sorgen für den Knalleffekt des Tages
Was im zweiten Halbfinale passierte, hatte dann durchaus das Zeug zur kleinen Sensation. Die Lakers Kärnten warfen den amtierenden Meister Sabres St. Pölten aus dem Bewerb – und das nicht irgendwie, sondern mit einer Leistung, die Mut, Disziplin und eine Torfrau im Ausnahmezustand vereinte.
Die Sabres, frisch gekürter Champion der European Women’s Hockey League, wirkten zunächst wie das spielbestimmende Team. Sie kontrollierten das Geschehen, drückten aufs Tempo und erspielten sich Vorteile. Nur: Vor Davina Falmbigl war an diesem Abend gefühlt schon an der Garderobe Endstation. Besonders in den Schlusssekunden des ersten Drittels packte die Lakers-Goalie einen spektakulären Save aus und hielt ihre Farben im Spiel.
Falmbigl verriegelt das Tor – Bolduc schlägt doppelt zu
Auch im zweiten Abschnitt änderte sich am Spielbild wenig. Die Sabres hatten mehr vom Match, liefen aber immer wieder gegen eine Wand an – und diese Wand hieß Falmbigl. Während St. Pölten also Chancen sammelte, setzten die Lakers den entscheidenden Nadelstich. Im Powerplay fälschte Marjorie Bolduc einen Schuss von Baylee Kirwan entscheidend ab, der Puck sprang über die Innenstange zum 1:0 ins Tor. Effektiver kann man ein Ausrufezeichen kaum setzen.
Im Schlussdrittel warf St. Pölten nochmals alles nach vorne. Doch erneut stand Falmbigl im Mittelpunkt, unter anderem mit einer starken Rettungstat gegen einen Rebound-Versuch von Jokai-Szilagyi Kinga in Minute 49. Als die Sabres schließlich volles Risiko gingen, setzte Bolduc mit dem Empty-Net-Treffer den Deckel drauf. 2:0 – Außenseiterinnen-Story perfekt, Titelverteidigerinnen raus, Finaltraum geplatzt.
Zur Spielerin des Spiels bei den Lakers wurde völlig verdient Davina Falmbigl gewählt, die ihr erstes Shutout der Saison just im Halbfinale feierte – gutes Timing nennt man das wohl. Bei den Sabres erhielt Antonia Matzka die Auszeichnung. Falmbigl blieb nach dem Coup bei ihrer klaren Botschaft: Sie habe immer an ihr Team geglaubt. Matzka brachte die bittere Realität für St. Pölten nüchtern auf den Punkt: Entscheidend sind die Tore – und genau die fehlten.
Neuer Champion garantiert: Jetzt wartet der Finaltag
Damit ist vor dem Finaltag bereits fix: Die win2day AWHL bekommt am 4. April 2026 eine neue Siegerin. Im Spiel um Platz drei treffen die Sabres St. Pölten um 14:00 Uhr auf die VSV Lady Hawks. Um 17:00 Uhr steigt dann das Finale zwischen den KSV Highlanders und den Lakers Kärnten.
Die Highlanders kommen mit harter Arbeit und kühlem Kopf. Die Lakers reisen mit breiter Brust und einer Torfrau an, die aktuell wohl selbst einen Flipperautomaten zur Verzweiflung bringen würde. Es ist also alles angerichtet für ein Finale, das Spannung verspricht – und vielleicht auch die nächste Überraschung.
Wer holt sich eurer Meinung nach den Titel: die cleveren Highlanders oder die heißgelaufenen Lakers? Schreibt eure Tipps in die Kommentare!






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