Der Wind hat sich gedreht
Gerald Scheiblehner war bei den Grasshoppers erst im Sommer an Bord gekommen – und lange schien es so, als würde ihm trotz der mageren Ausbeute der Rücken gestärkt. Kein Wunder: Fünf Siege aus 30 Runden lesen sich zwar wie schwere Kost, doch intern wusste man sehr genau, dass der Österreicher keine Zaubertruppe zur Verfügung hatte. Aus Spargründen musste er vor allem mit jungen Spielern arbeiten – und aus Talenten wird eben nicht über Nacht eine Wundermannschaft.
Doch im Niederhasli ist die Geduld jetzt offenbar aufgebraucht. Der Rückhalt, der zuletzt noch spürbar war, ist Geschichte. Aus Verständnis wurde Druck, aus Geduld plötzlich Alarmstufe Rot.
Die Tabelle wird zum Problem
GC steckt tief im Schlamassel. Die Hoppers liegen nur auf dem vorletzten Tabellenplatz – und weil Schlusslicht Winterthur am Sonntag völlig unerwartet in Luzern zuschlug, ist das Polster auf den letzten Rang auf gerade einmal fünf Punkte geschmolzen. Das ist nicht beruhigend, das ist eher die Sorte Vorsprung, bei der schon das Fernglas nervös wird.
In der Liga brennt also der Hut. Im Cup dagegen lebt der Traum vom Final weiter. Dort wartet im Halbfinal mit Stade Lausanne-Ouchy ein Gegner aus der Challenge League – eine machbare Aufgabe auf dem Papier. Aber Papier ist im Fußball bekanntlich geduldig. Und GC war in dieser Saison nicht immer der beste Beweis dafür, dass Favoritenrollen automatisch etwas wert sind.
Messner übernimmt den Feuerlöscher
Nun soll es also Gernot? Nein: Feuerwehrmann Messner richten. Acht Runden bleiben ihm, um das sinkende Schiff doch noch in ruhigere Gewässer zu lotsen. Viel Zeit ist das nicht – eher ein Fußball-Wimpernschlag mit maximalem Druck auf dem Kessel.
Sein Debüt gibt Messner ausgerechnet am Samstag in Genf. Dort wartet mit Servette ein Gegner, der selbst nicht gerade im Formrausch unterwegs ist. Es ist also eines dieser Spiele, in denen beide Teams nach einem Befreiungsschlag suchen – und genau das macht die Sache so gefährlich. Denn wenn zwei Wackelkandidaten aufeinandertreffen, gewinnt oft nicht der Bessere, sondern der, der weniger flattert.
Jetzt zählt nur noch Wirkung
Für GC beginnt damit die heiße Phase einer Saison, die schon viel zu oft nach Stückwerk aussah. Messner soll in wenigen Wochen schaffen, woran zuvor über Monate gearbeitet wurde – ein Auftrag, der nach Himmelfahrtskommando klingt. Aber im Abstiegskampf fragt am Ende niemand nach der Schönheit, sondern nur nach Punkten.
Traut ihr Messner zu, die Grasshoppers noch zu stabilisieren – oder kommt der Trainerwechsel zu spät? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!






