Geht es nach den Meteorologen und Wetterfröschen, ist die große Hitze in diesem Jahr Geschichte. Im Unterhaus, insbesondere in der Landesliga, gab es auch heuer wieder hitzige Diskussionen. Wir haben einige Standpunkte verschiedener Trainer und Funktionäre zusammengetragen.
In einer Reportage der Kleinen Zeitung (14.08.25) warnte die bekannte Sportmedizinerin Christiane Loinig-Velik in diesem Zusammenhang vor lückenhaften sportmedizinischen Untersuchungen. Ihrer Meinung nach müsste eine solche jährlich erfolgen.
Das ändert natürlich nichts am Umstand, dass es zu Spielen in brütender Hitze kommen kann. Viele Trainer und Funktionäre plädieren für einen späteren Start Mitte August (steirisches Modell), andere sprechen sich aus Termingründen dagegen aus. Zumindest die Sinnhaftigkeit von einer entsprechenden Vorbereitung und den Trinkpausen ist unstrittig.
Insgesamt haben sich 13 Trainer und Funktionäre zur folgenden Nachricht umfassend oder teilweise geäußert:
„Die Meisterschaft ist noch jung, dennoch gab es bereits viel Diskussionsstoff. Ein Thema ist zu dieser Jahreszeit immer präsent und erhielt durch einen Zwischenfall in der RLM (ein Spieler kollabierte) neue Nahrung: Fußball bei extrem heißen Bedingungen.
Wie stehst Du oder Dein Verein zu dem Thema?
Sollten die Spiele später angesetzt werden, um der Hitze zu entgehen?
Oder läuft man dann gerade im August in Gefahr (sofern kein Flutlicht), dass man sehenden Auges in Abbrüche wegen Dunkelheit läuft?
Soll vielleicht die Meisterschaft generell später anfangen, um nicht nur der Hitze zu entgehen, sondern auch die Urlaubssaison für die Spieler (die oft ohnehin nicht mehr darauf verzichten) zu verlängern?
Oder soll extreme Hitze gar als höhere Gewalt wie ein überfluteter Platz eingeschätzt werden, wofür es Stimmen aus der Medizin gibt?
Was macht ihr, um euch so gut es geht vor der Hitze zu schützen? „
Die Antworten ergaben in Summe folgendes Bild:


Hier die einzelnen Antworten der Funktionäre und Trainer:

Andreas Pöck, Trainer SV Ludmannsdorf: „Mehr Flexibilität, aber auch Spieler sollen net vorher in der Sonne braten.“
Normalerweise setzt man ein Spiel im Sommer nicht nur wegen der Spieler, sondern auch wegen der Zuschauer so spät wie möglich an. Natürlich kann es dann auch passieren, dass das Spiel aufgrund eines Sommergewitters wegen Dunkelheit abgebrochen werden muss, was ich auch schon miterleben musste.
Vielleicht können sich hier die Vereine untereinander so verständigen, dass die Beginnzeit bei bekannt werden einer Schlechtwetterfront unbürokratisch kurzfristig um zum Beispiel 1 Stunde vorverlegt werden kann. Die Wetterprognosen ändern sich ja innerhalb einer Woche ständig. Aufgrund des dichten Programmes (Meisterschaft und KFV-Cup) kann ich mir eine Verschiebung des Meisterschaftstarts auf einen späteren Zeitpunkt nicht vorstellen. Es werden ohnehin schon Doppelrunden gespielt.
Die Urlaubsplanung trifft jeden Verein mehr oder weniger. Unumgänglich ist natürlich die richtige Vorbereitung auf einen heißen Spieltag. Das bedeutet einerseits regelmäßiges Training, um den Körper darauf vorzubereiten und vor und während des Spiels ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wasserkübel auf den Seitenauslinien können für kurze Abkühlung sorgen. Andererseits (nicht auf den Anlassfall gemünzt) wenn man vor dem Spiel den ganzen Tag am See in der Sonne bratet, braucht man sich nicht wundern, wenn der Körper rebelliert. Einzelfälle wird es leider immer geben.

Stefan Weitensfelder, Sportchef SK Treibach: „Trinkpausen kein Luxus.“
Ja, bedauerlicherweise ist das Wetter heutzutage schwierig einzuschätzen! Zwei Wochen vorher waren es 12 Grad im Juli. Wichtig ist wirklich, dass es Trinkpausen gibt und man sich gut vorbereitet! Diese sind kein Luxus, sondern eine wichtige Pflicht. Wir hoffen alle, dass Kiril Ristoskov (der kollabierte Spieler, Anmerkung) wieder bald fit wird!
Armin Deomic, Obmann ATUS Ferlach: „Späterer Start sinnvoll.“
Aus meiner Sicht wäre es sicherlich sinnvoll, mit der Meisterschaft später zu starten, da ja der November nicht mehr so kalt ist. Die Fußballer haben im Sommer fast gar keine Pause und wenn sie Urlaub fahren, sind sie im Juli weg und fehlen in der Vorbereitung.
Marc Angelo Mareschi, Trainer Rapid Lienz: „Es wird entschieden zu viel gejammert.“
Wir sollten alles so belassen, wie es ist.

Karl Micheu, Trainer SC Globasnitz: „Etwas mehr Flexibilität wäre super, ist aber kein Allheilmittel.“
Vor einer Woche mussten wir wegen Regens verschieben, eine Woche später ist es drückend heiß. Verband und gegnerische Vereine lassen nicht viel Flexibilität zu, die Beginnzeiten der Spiele zu schieben. Schiedsrichter und Spieler stehen nicht immer zur Verfügung, wenn die Witterung gerade passt.
Das mit dem späteren Ansetzen vom Ankick funktioniert auch nur bedingt, weil wir nicht genügend Schiedsrichter für zeitgleiche Spiele im großen Stil haben. Ein wenig mehr Flexibilität von allen Beteiligten, also Verband, Vereinen, Schiedsrichtern und Spielern, würde sicher etwas bringen, aber im Großen und Ganzen müssen wir da durch.
Zan Sekaucnik, Trainer SVG Bleiburg: „Spielplan kritisch hinterfragen, später beginnen.“
Ich bin kein Befürworter von Spielen bei großer Hitze, es ist nicht zuschauerfreundlich und die Qualität der Begegnungen nimmt zusätzlich ab. Die Gesundheit der Sportler steht im Vordergrund.
Man sollte sich einmal den Spielkalender anschauen. 30 Spiele in der Kärntner Liga plus KFV-Cup, da ist man als Landesligist schnell mal über 35 Partien und das ohne allfällige Relegation. Das ist für eine Liga, die aus reinen Amateursportlern besteht, schon sehr knackig. Jedenfalls sollte man erst statt Mitte Juli zu Mitte August beginnen und den Spielern mehr Zeit zwischen den Saisonen zur Erholung geben. Das sind meistens nur zwei Wochen, ehe die Vorbereitung wieder beginnt.

Ibel Alempic, Trainer SV Lind: „Späterer Beginn, leider gab es auch früher schon solche Fälle.“
Meiner Meinung nach soll die Meisterschaft später anfangen. Ende August, Anfang September. Meine Spieler sind meistens in der Bau-Branche beschäftigt, sodass sie es gewohnt sind, selbst auf ihre Sicherheit bei Hitze zu schauen.
Wir passen die Belastung beim Training den Temperaturen an und reden viel über Flüssigkeitszunahme. Ich muss aber auch anmerken: Hitzekollaps gab es auch bereits in der Vergangenheit, nur es wurde dann nicht sofort überall dramatisch im Internet publik.
Rudi Schönherr, Trainer ASKÖ Gmünd: „Man kann es nicht allen recht machen. Es wird zu viel gejammert.“
Vereine, wo die Spieler das Sagen haben, wollen nicht auf den Urlaub verzichten. Auswärtsfahrten sind auch nicht erwünscht, weshalb die Schnapsidee Unterligen eingeführt wurde. Jetzt ist es zu heiß zum Spielen, im Winter zum Trainieren zu kalt-schlecht für die Lungen und und und … ich bin gespannt, was für eine Idee als Nächstes kommt, um es allen recht zu machen? Spielen nur an Arbeitstagen, um die wertvolle Freizeit nicht aufzubrauchen?
Typische Verweichlichung unserer Gesellschaft allgemein sowie im Kärntner Fußballverband! Wer nicht spielen kann, verliert und Punkt meiner Meinung nach. Bei meinen Jungs gibt es solche Probleme ohnehin nicht.

Horst Friesacher, Trainer Bad St. Leonhard: „Bei Hitze Pause verlängern!“
Wir sollten später die Saison beginnen wie der steirische Fußballverband. Damit die Spieler in den Urlaub fahren können und wir alle der Hitze ausweichen. Vielleicht sollte man ab 30 Grad 15 min statt der jetzt gültigen 10 Minuten Pause machen.
Reinhard Puggl, Trainer St. Michael/L.: „10 Tage Sommerpause ist viel zu wenig!“
Es haben nicht genügend Vereine Flutlicht, um alle Spiele später anzusetzen. Damit besteht immer Gefahr, dass bei Schlechtwetter wegen Dunkelheit abgebrochen werden muss. Natürlich würden auch wir lieber später spielen, nur ohne Flutlicht ist das nicht möglich. Der KFV sollte mal schauen, wie unsere steirischen Nachbarn die Meisterschaft spielen. Und wann die starten. Aber das wird vom KFV ignoriert. Wir hatten heuer wegen der Relegation nur 10 Tage Sommerpause, das ist sehr schwierig. Es soll jeder im Sommer Urlaub fahren können.
Manuel Prettenthaler, Trainer FC Faakersee: „Kalender besser aufteilen.“
Es wird immer Tage geben, wo es wärmer oder kälter beim Spiel ist. Ich glaube, es kommt viel auf die Vorbereitung der Spieler an solchen Tagen darauf an. Meisterschaft später starten, wann? Vielleicht kleinere Ligagruppen, 12 bis max. 14 Mannschaften. Wofür müssen wir im Herbst jedes Mal eine Frühjahrsrunde spielen, was denkt sich da der KFV?

Mario Romac, Trainer ATSV: „Sommerpause zu kurz!“
Meiner Meinung nach sollte die Meisterschaft Mitte August starten, ohne doppelte Runde unter der Woche. (Wir spielen am kommenden Freitag zu Hause gegen Matrei und am Sonntag in Ferlach …). Das ist für Amateurfußball einfach zu viel, dazu kommt auch noch die Hitze. Im Frühjahr können wir dann zwei Wochen vorher mit der Meisterschaft starten. Anfang März. Wir haben mit dem Klimawandel zu tun, da muss sich der Amateurfußball auch anpassen.
Rudi Perz, Trainer KAC 1909: „Nur die englische Woche im August abschaffen!“
Am Spielplan sollte man nicht rütteln! Außer, dass im August keine Doppelrunden gespielt werden sollen (keine zusätzlichen Cuprunden). Erfahrungsgemäß sind die ersten drei Augustwochen heiß! Das Wichtigste für die Gesundheit ist die bewusste Ernährung vor und nach der Belastung. Des Weiteren sind Trinkpausen unerlässlich!







