Wenn ein Klub im Sommer derart durchgeschüttelt wird wie der Annabichler SV, dann reicht das Wort “Umbruch” fast schon nicht mehr aus – man müsste eher von einer kompletten Frischzellenkur sprechen. Trainerbank neu besetzt, halbe Kampfmannschaft ausgetauscht, dazu ein prominenter Abschied Richtung Regionalliga: In der Unterliga Mitte wird es beim ASV in dieser Saison garantiert nicht langweilig.

Neue Köpfe an der Spitze
Die sportliche Leitung liegt künftig in den Händen von Mario “Tschde” Frank und Dieter Schmied – zwei Namen, die zeigen, dass man beim ASV nicht auf Basteleien, sondern auf klare Verantwortlichkeiten setzt. Kampfmannschaftstrainer Johannes Meschnig ist nicht mehr mit an Bord. Anders die Geschichte bei Willi Sandner: Der bisherige U17- und 1B-Trainer hat dem Verein bereits vor zwei Monaten in aller Ruhe mitgeteilt, dass er seine Tätigkeit nach Saisonende beenden wird – ein geordneter, selbst gewählter Abschied also, kein Rauswurf. Stattdessen kehrt mit Martin Janeschitz seit 2. Juli 2026 ein bekanntes Gesicht zurück nach Annabichl – zuletzt war er als Teambetreuer beim ASKÖ Gurnitz tätig, nun übernimmt er die sportliche Leitung im Nachwuchs.
Görgei übernimmt das Kommando
Für die neue Saison wandert das Zepter an Florian Görgei, der beim ASV alles andere als ein Unbekannter ist – seine ersten Trainer-Sporen hat er sich schließlich schon als Co-Trainer unter Wolfgang Thun-Hohenstein verdient. An seiner Seite steht künftig Maximilian Pichler als Co-Trainer, um die Torhüter kümmert sich Wolfgang Puntschart. Eine Achse mit Vereins-DNA also, die nun zeigen muss, ob aus Vertrautheit auch Erfolg wird.
Zwischen Tor und Torwart: Der Wechsel im Kasten
Einer der spannendsten Personalpunkte betrifft die Nummer eins: Stammgoalie Mario Tomic verlässt den Verein Richtung Oberglan, für ihn rückt Florian Lampichler nach, der vom Ligarivalen Moosburg direkt nach Annabichl wechselt – ein Transfer innerhalb der Liga, der beim nächsten Duell gegen die ehemaligen Kollegen sicher für die eine oder andere Extraportion Brisanz sorgt.
Der große Aderlass
Die Abgangsliste beim ASV liest sich in diesem Sommer wie ein Who’s who der Unterliga-Wechselbörse: Sebastian Kraxner zieht es nach Eisenpappel, Pascal Hausegger und Fabio Primig-Graf schließen sich dem ASK Klagenfurt an , Arnold Gross heuert beim SC Globasnitz an und Emil Mujakovic macht den Sprung zu Austria Klagenfurt. Jakob Seger wechselte als Kooperationsspieler zum SV Donau Klagenfurt. Der emotionalste Abschied aber dürfte ein anderer sein: Die 47 jährige Vereinslegende Alexander Schenk hängt seine Annabichler Zeit an den Nagel und wird künftig als Tormanntrainer in der Regionalliga Süd bei SV Donau Klagenfurt wirken – ein Karriereschritt, den man ihm nach seinen Verdiensten für den ASV nur gönnen kann.
Frisches Blut für den Neuaufbau
Wo so viel geht, muss natürlich auch einiges kommen – und der ASV hat kräftig eingekauft. Mit Jamie Frank kehrt bereits mit 15 Jahren ein Eigengewächs vom WAC zurück nach Annabichl, ein Statement für die eigene Jugendarbeit. Dazu kommen Sergej Lazic sowie Nikolaus Ziehaus, Thomas Tatschl, die drei wechseln gemeinsam vom SV Oberglan nach Klagenfurt. Dominik Filipovic bringt Erfahrung von Austria Klagenfurt mit, Christof Reichmann verstärkt die Mannschaft nach seiner Zeit beim ASKÖ Wölfnitz, und Andreas Tatschl komplettiert den Neuzugangsreigen vom SV Donau Klagenfurt. Eine bunte Mischung aus Talent, Rückkehrern und gestandenen Unterliga-Kickern – der ASV setzt sichtlich auf Breite statt auf einen einzelnen Königstransfer.
Ambitionen mit Augenmaß
Und die Ziele? Da wird Dieter Schmied trotz aller Umbrüche angenehm bodenständig: Am liebsten würde er natürlich Meister werden – “sagen seine KAC-Gene”, wie er selbst mit einem Augenzwinkern anmerkt –, doch realistisch peilt man einen Platz zwischen Rang drei und sechs an. Mit einer jungen, ambitionierten Truppe will man die eigenen Fans begeistern und den etablierten Favoriten der Liga ordentlich das Leben schwer machen. Ob aus so viel personeller Erneuerung tatsächlich sportlicher Aufwind wird, muss sich freilich erst auf dem Platz zeigen – Kaderumbrüche dieser Größenordnung sind schließlich immer auch ein Wagnis.
Was sagt ihr zum Annabichler Neuaufbau – mutiger Befreiungsschlag oder zu viel Risiko auf einmal? Schreibt es uns in die Kommentare!






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