Eine Beziehung mit vielen Höhen, Comebacks und Emotionen endet damit ohne den Applaus, den sie verdient hätte.
Vom Rückhalt zum Reservisten
Pök kam 2012 nach Bleiburg und wurde dort schnell zu einer Konstante zwischen den Pfosten. Zwischenzeitlich zog es ihn zum KAC 1909 und zum FC Lendorf, doch ganz los ließ ihn Bleiburg nie. Im Juli 2024 kehrte er zurück, als hätte das Drehbuch ein weiteres Kapitel verlangt. Dass dieses so abrupt endet, hat vermutlich keine der beiden Seiten so geplant.
Der Absturz in der Hierarchie
In der laufenden Saison 2026/27 begann alles noch nach Plan. In den ersten drei Meisterschaftsspielen gegen Velden, den ATSV Wolfsberg und Donau Klagenfurt stand Pök jeweils über die volle Distanz im Tor. Dann drehte sich der Wind. Gegen Austria Klagenfurt saß er plötzlich auf der Bank, bekam dort die Rote Karte präsentiert. 3 Spiele Sperre waren die Folge.
Am 19. September gegen Velden gab es noch einmal 45 Minuten. Zuletzt, gegen Donau Klagenfurt und Austria Klagenfurt, blieb ihm nur die Rolle des Zuschauers mit Handschuhen. Für einen erfahrenen und ehrgeizigen Torhüter ist das ein ziemlich unbequemer Platz, mit dem sich Pök nie anfreunden konnte.
Wenn Anspruch und Wirklichkeit kollidieren
Dass ein solcher Rollenwechsel selten still und leise abläuft, ist im Fußball keine Neuigkeit. Wer jahrelang Verantwortung getragen hat, tut sich mit der zweiten Reihe besonders schwer. Andererseits gilt im Mannschaftssport: Das Team steht über dem Einzelnen, Trainerentscheidungen gehören zum Geschäft, und eine veränderte Rolle zu akzeptieren, ebenso.
Die SVG zog jedenfalls die Konsequenz und stellte Pök frei. Welche Umstände genau dazu führten, wurde nicht offiziell erklärt. Die Härte des Schnitts lässt aber vermuten, dass das Verhältnis zuletzt deutlich Risse bekommen hatte.
Auch als Nachwuchstrainer ist Schluss
Pök war in Bleiburg nicht nur Keeper, sondern auch als Nachwuchstrainer im Einsatz. Während die Freistellung vom Verein ausging, beendete er sein Engagement im Nachwuchs von sich aus. Damit gibt es auch neben dem Platz keine Berührungspunkte mehr, und das Kapitel ist auf ganzer Linie zugeklappt.
Abschiedsworte mit Gewicht
Wie sehr ihn die Sache beschäftigt, zeigte Pök auf Facebook. Seine Botschaft: „MANCHMAL ENDET EINE GESCHICHTE ANDERS, ALS MAN ES SICH GEWÜNSCHT HÄTTE!” Dazu ein Abschiedsbild im Bleiburger Dress und ein Dankeschön an seine sportliche Heimat. Das klingt weniger nach Routinewechsel und mehr nach einem Abschied, der schmerzt.
Keine Option in St. Michael ob Bleiburg
Die Frage, wohin es Pök als Nächstes zieht, wird schon diskutiert. Beim ASKÖ Arbeiterring St. Michael ob Bleiburg aus der Unterliga Ost wird er jedenfalls nicht landen. Obmann Alexander Suschnig stellt klar: „Für uns ist er kein Thema, da er bei uns nicht reinpasst.” Ein Augenzwinkern gab es gleich dazu. Höflich verpackt, aber unmissverständlich formuliert: Die Tür steht dort nicht einmal einen Spalt offen. Möglicherweise stehen dort die Chancen eines Ex-Bleiburgers besser: Der Name Alexander Hautz geistert seit Tagen unter der Petzen wie einst Kralj Matjaž!
Eine Fußball-Ehe ohne Happy End
Jahre der Verbundenheit, mehrere gemeinsame Anläufe und jede Menge Erinnerungen hätten ein versöhnlicheres Finale verdient. Stattdessen bleibt ein Abschied mit offenen Fragen, der zeigt, wie schnell sich im Fußball selbst gewachsene Beziehungen drehen können. Was bleibt, sind viele gemeinsame Jahre, ein emotionaler Gruß und ein Ende, das noch für reichlich Gesprächsstoff sorgen dürfte.
Eure Meinung ist gefragt
Wie seht ihr die Trennung? War die Freistellung nach dem Verlust des Stammplatzes konsequent oder zu hart? Und wo sollte Pök als Nächstes anheuern? Schreibt es uns in die Kommentare!