Wenn der Körper „Nein“ sagt, obwohl das Herz „Ja“ schreit
Nach fast 400 Spielen im rot-weißen Dress des EC-KAC ist endgültig Schluss: Johannes Bischofberger, Publikumsliebling und Dauerläufer auf dem Flügel, verabschiedet sich nicht nur vom Verein, sondern gleich vom Profi-Eishockey insgesamt. Der Grund? Ein Gegner, den kein Spieler gerne sieht – die Gesundheit. Oder besser gesagt: deren schleichender Rückzug.
In den letzten Jahren wurde der flinke Angreifer immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen, darunter auch langwierige Gehirnerschütterungen. Nun zieht er die Reißleine – leider nicht aus freien Stücken, sondern auf ärztliches Anraten. Bitter, aber vernünftig.
Zahlen, die bleiben – und eine Lücke, die klafft
Seit seinem Wechsel zum Rekordmeister im Sommer 2016, absolvierte Bischofberger stolze 382 Spiele für den EC-KAC, erzielte dabei 112 Tore und bereitete weitere 143 Treffer vor. In Summe: 255 Scorerpunkte, die ihn zu einem der prägenden Akteure der letzten Dekade machten. Zwei Meistertitel (2019 und 2021) krönen seine Karriere – und natürlich fünf Finalserien, die er mit seiner Mannschaft erreichte. Kein Schleuderprogramm, sondern Qualität mit Konstanz.
General Manager Pilloni verneigt sich
KAC-Manager Oliver Pilloni bringt’s auf den Punkt: „Ein großartiger Spieler und ein noch besserer Mensch“. Die Worte klingen ehrlich – und auch ein bisschen wehmütig. Man spürt zwischen den Zeilen: Der Klub verliert mehr als nur einen torgefährlichen Angreifer. Er verliert einen Charakterkopf in der Kabine, einen, der den Unterschied macht – nicht nur auf dem Eis, sondern auch daneben.
„Nicht freiwillig, aber dankbar“ – Bischofbergers Abschied mit Haltung
In seinem Abschiedsstatement zeigt sich Bischofberger reflektiert, bewegend ehrlich und unglaublich dankbar. Er bedankt sich bei den Fans, dem Team, dem medizinischen Personal – und nicht zuletzt bei Pilloni, der „nicht die Reißleine gezogen hat, wie andere es wohl getan hätten“. Sätze, die sitzen. Und die zeigen, wie sehr ihm der Klub ans Herz gewachsen ist.
Stellungnahme von Johannes Bischofberger:
„Das Ende meiner Laufbahn zu einem so frühen Zeitpunkt im Karriereverlauf bekanntgeben zu müssen, ist nicht einfach, vor allem, weil ich physisch noch in einer sehr guten Verfassung bin. Allerdings waren die vergangenen Jahre mit all den Verletzungen, auch den Gehirnerschütterungen, die mich sehr lange geplagt haben, eine enorme Herausforderung. Daher tut es doppelt weh, dass ich die Entscheidung, Schluss zu machen, nicht ganz aus eigenen Stücken treffen kann, sondern ich die Situation so zu akzeptieren habe. Auch wenn das Ende wenig erfreulich ist, so kann ich sagen, dass ich auf eine wunderbare Karriere zurückblicke, ich durfte in Klagenfurt Teil von fünf Final- und zwei Meistermannschaften sein.
Heute ist auch der Tag, um sich zu bedanken: Bei den Fans, die mir in all den Jahren den Rücken gestärkt haben, vor allem in den dunklen Zeiten, was mir sehr viel Auftrieb gegeben hat. Zu großem Dank bin ich auch Oliver Pilloni verpflichtet, der immer auf mich geschaut und mir vieles ermöglicht hat, andere hätten sicherlich schon vor langer Zeit die sprichwörtliche Reißleine gezogen. Danke an das Ärzteteam, in dem über die Jahre viele Personen daran mitgewirkt haben, dass ich mehrfach den Weg zurück aufs Eis schaffen konnte. Danke an die Mitarbeitenden im Office, die mir das Leben sehr erleichtert haben und uns als Spieler immer so unterstützen, dass wir uns auf den Sport konzentrieren können. Der Schritt, den ich jetzt mache, fällt mir sehr schwer, er ist aber auch wichtig und prägend für meine persönliche Entwicklung. Vor mir steht ein neuer Lebensabschnitt, man wird sicher von mir hören.”
Was bleibt? Ein Spieler, der leise geht – aber mit lauter Spuren im rot-weißen Eishockeygedächtnis. Und ein neuer Lebensabschnitt, über den er sagt: „Man wird sicher von mir hören.“
Und jetzt ihr, liebe Eishockeyfans:
Wie blickt ihr auf die Karriere von Johannes Bischofberger zurück? Welcher Moment bleibt euch besonders im Gedächtnis? Schreibt’s in die Kommentare – wir sind gespannt!










