Stellen Sie sich vor: Ein Ministerium für Gesundheit, in dessen Namen das Wort „Gesundheit” nicht vorkommt. Undenkbar? Genau das hat die neue Kärntner Landesregierung dem Sport zugemutet. In der aktuellen Verwaltungsreform ist Sport der Abteilung „Gemeinwohl, Wohnen & Innovationen” zugeordnet – unsichtbar, namenlos, wegdefiniert.
Sport ist kein Luxus und kein Randthema. Er ist Lebensgrundlage – für jeden Menschen, in jedem Alter, in jeder Lebenssituation. Sport hält Körper gesund und Köpfe klar. Er schweißt Generationen zusammen, öffnet Türen für Zugewanderte, gibt Kindern Struktur und älteren Menschen Würde. Was keine Schule, keine Behörde und kein Förderprogramm schafft, schafft der Sportverein: echte Gemeinschaft – jeden Tag, überall in Österreich.
Hinter dieser Gemeinschaft stehen Tausende Ehrenamtliche. Menschen, die keinen Cent verdienen und trotzdem jeden Abend in Eishallen, auf Fußballplätzen, Tennisplätzen und Laufstrecken stehen. Sie formen die Athletinnen und Athleten von morgen. Sie halten den gesellschaftlichen Zusammenhalt am Laufen – während die Politik schläft. Was bekommen sie als Dank? Eine Verwaltungsreform, in der ihr Lebenswerk nicht mal mehr namentlich erwähnt wird.
Haben wir die Pandemie schon vergessen? Es waren die geschlossenen Turnhallen, die leeren Stadien, die abgesagten Wettkampftage, die uns gezeigt haben: Wenn Sport fehlt, fehlt etwas Wesentliches. Menschen vereinsamten. Kinder verwahrlosten. Die psychische Gesundheit der Gesellschaft brach ein. Kärnten war danach klug genug, Sport als systemrelevant zu bezeichnen – und vergisst das nun mit einem Federstrich.
Kärnten war stolz auf seine Sporttradition, auf seine Großveranstaltungen, auf seine Vorbildwirkung in ganz Österreich. Dieser Stolz verträgt sich nicht mit einer Verwaltungsstruktur, die Sport im Kleingedruckten versteckt. Ein Land, das zukunftsfit sein will, benennt seine Werte – es versteckt sie nicht.
Unsere Forderung ist einfach und unmissverständlich: Geben Sie dem Sport seinen Namen zurück. Benennen Sie die zuständige Abteilung so, dass Sport darin vorkommt – sichtbar, stolz, selbstverständlich. Nicht als Fußnote. Nicht als Anhängsel. Sondern als das, was er ist: ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft.
Kärnten, zeigt her euren Mut. Österreich schaut zu.
Sport Fan Austria April 2026






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