Der Matchwinner heißt Elias Wallenta, und seine Geschichte beginnt mit einem Rückstand, der schon nach 12 Minuten nach Feierabend roch.
Bozen mit Blitzstart, Villach mit Sorgenfalten
Die Gäste ließen keine Zeit mit Höflichkeiten verstreichen. Daniel Gellon brachte Südtirol in der 7. Minute in Front, Cristiano Digiacinto legte in der 12. Minute das 0:2 nach. Wer kennt es nicht: Man sitzt noch beim ersten Getränk, da ist das Spiel scheinbar schon entschieden. Ein Spitzenreiter, der zu Beginn so gnadenlos effizient auftritt, verbreitet naturgemäß Respekt, in Villach wohl auch ein bisschen Magengrummeln.
Hancock macht die Tür einen Spalt auf
Aufgegeben hat die Mannschaft von der Drau allerdings nicht, und das ist die erste gute Nachricht des Abends. Kurz vor der ersten Pause, in der 16. Minute, verkürzte Kevin Hancock auf 1:2. Vorbereitet wurde der Treffer von John Hughes und Joël Teasdale. Ein Anschlusstor zum richtigen Zeitpunkt wirkt im Eishockey oft wie eine Spritze Selbstvertrauen. Genau so kam es.
Sproul gleicht aus, Schneider kontert
Im Mittelabschnitt packte Ryan Sproul zu und stellte in der 22. Minute auf 2:2. Teasdale und Hancock waren an der Entstehung beteiligt, die Villacher Offensivreihe harmonierte also bestens. Der Spitzenreiter zeigte aber, warum er oben steht: Cole Schneider drehte die Partie in der 34. Minute erneut zugunsten der Südtiroler, 2:3. Wer so viel Qualität hat, lässt sich eben nicht so leicht aus dem Konzept bringen.
Sproul, der Mann für den Wiederbeginn
Wenn ein Ausgleich 52 Sekunden nach Wiederbeginn des Schlussabschnitts fällt, darf man den Gegnern ruhig eine kollektive Auszeit im Kopf unterstellen. In der 41. Minute stellte Sproul auf 3:3 und machte damit seinen Doppelpack perfekt. Einen Assist notierte die Statistik dafür nicht, es war also Einzelleistung pur. Danach blieb es regulär beim Remis, und die Zuschauer bekamen Verlängerung serviert, was an einem Freitagabend kaum jemanden beschweren dürfte.
Wallenta macht den Deckel drauf
Nach 63 Minuten und 19 Sekunden war Schluss. Elias Wallenta traf zum 4:3 und sicherte den Adlern den Zusatzpunkt, ausgerechnet gegen die Mannschaft, die in der Tabelle vorne steht. Das ist mehr als ein Achtungserfolg, das ist eine Duftmarke. Bozen fährt immerhin mit einem Punkt heim, wirklich trösten dürfte das die Südtiroler aber nicht. Wer 2:0 führt und am Ende leer ausgeht, was die Siegerehrung betrifft, ärgert sich.
Das Fazit: Mut statt Respekt
Villach hat gezeigt, dass Rückstände keine Todesurteile sind, wenn man den Glauben behält. Zwei Treffer von Sproul, ein Tor samt Assist von Hancock, zwei Vorlagen von Teasdale und ein Overtime-Held mit Nerven aus Stahl: Das ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Offen bleibt, wie stabil die Defensive in den ersten 20 Minuten wirklich ist, denn zwei Gegentore so früh sind für einen Gastgeber kein Gütesiegel. Der Spielbericht der Originalquelle steht noch aus, die Eckdaten sprechen aber eine klare Sprache.
Und jetzt Sie: Wie bewerten Sie den Villacher Auftritt?
War das ein verdienter Sieg nach Moral und Comeback oder hat der Spitzenreiter einfach einen schwachen Tag erwischt? Und ist Wallenta nun der neue Liebling der Adler-Fans? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare!