Ein Verein, zwei Meinungen – und ein Umzug
Sportlicher Erfolg? Check. Emotionale Heimspiele? Ebenfalls. Doch statt Euphorie und Zusammenhalt herrschte beim SV Kraig eher das Gegenteil: dicke Luft im Vorstand und ein Zwangsumzug nach Guttaring. Dabei hatte die Frauenmannschaft gerade Historisches geschafft – Aufstieg in die 2. Bundesliga, und das vor 600 euphorisierten Fans in der Sauritschnig Arena.
Aber: Gespielt wird dort künftig nicht mehr. Denn intern rumort es. Nicht alle im Vorstand wollten das Frauenteam weiterhin in Kraig sehen – warum? Gute Frage. Begründungen? Fehlanzeige. Die wenigen Unterstützer wie Obmann Harald Jannach und Sektionsleiter Manuel Knapp haben immerhin Schlimmeres verhindert: Das Team steht nicht auf der Straße, sondern zieht weiter – ins Exil in die KM-Bau Arena Guttaring.
Ja, leider, die Frauen spielen unter SV Kraig in Guttaring
Guttaring wird zur Fußballbühne!
Beim ATUS Guttaring ist man alles andere als zurückhaltend – hier werden die Frauen des SV Kraig mit offenen Armen empfangen! Die Vorfreude auf die Bundesliga ist riesig, denn mit Gegnern wie Rapid, Austria Klagenfurt (mit der Kraigerin Annika Bürger), GAK (mit der Lavanttalerinn Vanessa Kraker), Wacker Innsbruck oder dem Wiener Sport-Club stehen echte Kracher an. Es bahnen sich emotionale Fußballfeste an, wie man sie in Guttaring noch nicht erlebt hat. Bühne frei für große Spiele – und eine Mannschaft, die mehr als bereit ist, Geschichte zu schreiben, sagt uns ein sehr erfreuter Obmann Christoph Pirker.
Für uns in Guttaring ist das super, es kommen so wie beim letzten Testspiel gleich 120 Zuschauer, darunter viele, die noch nie ein Frauenspiel live vor Ort gesehen haben. Wir freuen uns, den Zuschauerrekord gegen Kappel mit 500 Fans werden wir vielleicht heuer knacken.
Vom SC St. Veit zum Bundesligaufsteiger
Die Geschichte der Kraiger Fußballfrauen liest sich wie ein sportliches Märchen. Einst unter dem Namen SC St. Veit in der Jacques Lemans Arena aktiv, wechselten sie nach Kraig – und feierten direkt die nächste Meisterschaft. Jetzt also Bundesliga. Aber statt Aufbruchsstimmung gibt’s interne Grabenkämpfe. Dabei leistete das Team offenbar sogar Eigenfinanzierung: Schiris selbst bezahlt, keine Mehrkosten für den Verein – eigentlich eine Win-win-Situation, oder?
Personal, Perspektive, Potential
Sportlich gehen die Kraigerinnen mit solidem Selbstbewusstsein in die neue Saison. Die Neuzugänge Simone Hader (Austria Klagenfurt) und Julia Mak (Ferlach) sollen frischen Wind bringen, der Kader steht – fast. Ziel? Ganz klar der Klassenerhalt. Mit einem Augenzwinkern ergänzt man: „Wenn wir komplett sind und alle 100 Prozent geben, ärgern wir auch die Großen – vor allem zu Hause!“ Da spricht der Geist eines Teams, das sich nichts schenken lässt.
Wer hat die Nase vorn in Liga 2?
Als Titelfavoriten gelten natürlich die Schwergewichte: FAC, Wacker Innsbruck und GAK. Spannend: Auch Rapid Wien, als Aufsteigerinnen dabei, wird eine starke Rolle zugetraut. Und Austria Klagenfurt? Die sind nur durch eine Lizenzübernahme der Carinthians Hornets überhaupt dabei – sportlich hätten sie den Aufstieg ja verpasst.
Fazit: Viel erreicht, wenig Unterstützung?
Ein Aufstieg, der sportlich glänzt, aber organisatorisch Schatten wirft. Warum ein erfolgreiches Frauenteam nicht mit offenen Armen empfangen wird, bleibt ein kleines Rätsel mit bitterem Beigeschmack. Persönliche Befindlichkeiten, gekränkte Eitelkeiten oder schlicht Ignoranz? Was meinen Sie?
Diskutieren Sie mit: Verdient der Frauenfußball mehr Rückhalt – oder ist das alles übertrieben? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!










