Ausgangslage: Tabellen-Top trifft Tabellentausender
363. Kärntner Derby, zwei Welten: Klagenfurt kommt als Primus, Villach als Jäger von Platz zehn – und mit neu sortierter Defensive (Lindner/Vallant, McPherson/Wall, Katic/Strong; Raspotnig als Nummer sieben). Die Adler liefern Tempo, Mut und Biss – am Ende fehlt das Quäntchen Glück und Effizienz.
Drittel 1: Viel Dampf, null Ertrag
Blau-Weiß startet wie aus der Kanone, frühes Powerplay – die beste Chance hat aber der KAC über Nickl. Villach tastet sich rein, gewinnt Zweikämpfe, erspielt Rebounds. Die dicken Dinger: Hutchison nach Helewka-Vorarbeit am leeren Tor vorbei, van Nes an die Stange kurz vor der Sirene. Bilanz nach 20 Minuten: VSV optisch überlegen, auf der Uhr steht dennoch 0:0. Ärgerlich wie ein Kratzer auf der neuen Kufe.
Drittel 2: Führung, Feuer & Fragezeichen
Klagenfurt kommt mit zwei From-Breaks – Cannata sagt zweimal „schau was ich gefunden habe“. Dann wird’s für blau-weiß schön: Cannata eröffnet, Hughes schickt Helewka, der zieht links durch und versenkt flach – 1:0 (24.). Der KAC versucht’s über Härte, Villach bleibt spielerisch vorne. Dahm rettet gegen Helewka und van Nes im Akkord, während die Pfeifer eine recht kreative Linie fahren: Stockschlag an Hutchison? Durchgewunken. Kurz vor der zweiten Pause sorgt eine Szene zwischen Strong und Mursak für doppelte Strafe – inklusive Zusatz wegen Meckerns. VSV führt, muss aber mit vier Minuten Unterzahl in den Schlussakt. Momentum? Wackelig.
Drittel 3: Achterbahn mit bitterem Ende
Erst killt Villach die Strafe stark, dann doppelter Nachteil – und prompt der Ausgleich: Unterweger von der Blauen, Herburger fälscht ab (PP2) – 1:1. Die Szene des Abends folgt: Maxa läuft allein, schiebt den Rebound, von Dahms Brust über die Linie – doch Ref Smetana pfeift viel zu früh ab. Vier Minuten Videostudium, Entscheidung bleibt: „Kein Tor.“ Eine Szene für die Stammtisch-Annalen. VSV schüttelt sich, kommt wieder ins Powerplay, Scherbak trifft nur die Latte. Statt Führung trifft der KAC: Mursak ackert sich durch, Schwinger staubt – 1:2. Villach antwortet spät, aber wuchtig: Lindner hämmert im Powerplay per One-Timer auf die Fanghandseite ein – 2:2. Hoffnung? Kurz. 1:51 vor Schluss kombiniert der Tabellenführer clever, Unterweger legt quer, Mursak vollendet trocken – 2:3. Deckel drauf.
Mann zwischen den Pfosten: Cannata im „Allesfinder“-Modus
Ohne Joe Cannata wäre es früh ruppig geworden. Der VSV-Goalie pflückt Konter, blockt Alleingänge, hält das Spiel lange offen. Seine Pässe eröffnen sogar Angriffe – beim 1:0 spielt er den stillen Quarterback. Verdienter Schulterklopfer, leider ohne Bonuspunkte.
Schiri-Debatte: Kleinlich hier, großzügig da
Das Derby lieferte Zündstoff: Unklare Linie, strittige Pfiffe, ein aberkannter Treffer, der die Waage endgültig kippen könnte. Natürlich verliert nicht der Ref das Spiel – aber er gibt ihm eine Richtung. Villach fehlt die Abgeklärtheit im Abschluss, Klagenfurt zeigt sie.
Fazit: Herz gewonnen, Punkte verloren
Der VSV warf alles rein: Tempo, Zweikampfhärte, Chancen. Am Ende siegt die KAC-Kaltschnäuzigkeit und ein bisschen Ref-Lotto. Für Villach bleibt: Leistung stimmt, Effizienz und Nervenstärke müssen nachziehen – sonst bleibt’s beim Applaus ohne Zählbares.
Hard Facts
EC iDM Wärmepumpen VSV – EC-KAC 2:3 (0:0 | 1:0 | 1:3)
Tore VSV: Helewka, Lindner (PP1)
Tore KAC: Herburger (PP2), Schwinger, Mursak
Was sagt ihr: War der Pfiff vor dem vermeintlichen Maxa-Tor korrekt – oder DER Knackpunkt? Ab in die Kommentare!






