Die Zuschauerzahlen in den Kärntner Ligen sorgen für Kopfschütteln. Woche für Woche taucht die Zahl „123“ in den offiziellen Spielberichten auf – egal, ob tatsächlich 200, 300 oder 400 Fußballfans in Kärnten am Sportplatz stehen. Diese Praxis schadet Vereinen, Sponsoren und dem gesamten Amateurfußball in Kärnten.
123 Zuschauer – Ein running Gag
Eine Zahl, die im Kärntner Fußball zum Running Gag geworden ist – allerdings auf Kosten der Vereine und Fans. Egal ob in der Kärntner Liga oder in unteren Klassen: Offiziell stehen in den Spielberichten oft genau 123 Fans.
Beim Derby ASKÖ St. Michael/Bl. – SV Griffen waren rund 350 Fans auf dem Sportplatz. Im Spielbericht? Wieder nur „123“. Es soll Schiedsrichter geben, die sogar lachend erklärt haben sollen: „Eingetragen so wie immer, 123.“
Doch während manche darüber schmunzeln, ist das in Wahrheit ein großes Problem für den Fußball in Kärnten:
- Falsche Zuschauerzahlen zerstören das Image.
- Sie machen Spiele kleiner, als sie sind.
- Sie schrecken neue Fans ab.
- Und sie nehmen Sponsoren die Basis für ihr Engagement.
Denn ohne Fans am Papier gilt:
Keine Zuschauer = keine Werbung für den Kärntner Fußball.
Keine Werbung = kein Interesse bei Sponsoren.
Und ohne Sponsoren leidet der Amateurfußball in Kärnten.
Dabei wäre die Lösung simpel: Warum nicht die Funktionäre der Heimvereine fragen? Diese wissen genau, wie viele Eintrittskarten verkauft wurden oder wie viele Besucher am Platz waren.
Stattdessen wird oft einfach geschätzt – oder die Standardzahl „123“ eingetragen. Dass sich dieselben Schiedsrichter immer wieder dieser Fantasiezahlen bedienen, macht die Sache noch schlimmer.
Zuschauerzahlen sind kein Nebenschauplatz, sondern ein entscheidender Faktor für die Attraktivität des Kärntner Fußballs. Sie zeigen, dass die Menschen hinter ihren Vereinen stehen. Sie sind Argumente für Sponsoren. Und sie sind ein Signal, dass der Amateurfußball lebt.
Meinung von Ernst Krawagner (Sport-Fan.at):
Es wäre so einfach: Jeder Verein soll eine Person beauftragen, die dem Schiedsrichter in der Pause die korrekten Zuschauerzahlen übergibt. Macht er das nicht, gibt’s eine Strafe – genauso wie Einträgen mit 0 Zuschauern oder bei falschen Ergebnissen, die wir leider auch regelmäßig sehen. Jüngstes Beispiel: Beim Spiel Velden vs. Voitsberg wurde statt des tatsächlichen 1:3 ein 0:3 eingetragen. Solche Fehler darf es im auch im Amateur-Fußball nicht geben, wenn man ernst genommen werden will.
Der Kärntner Fußball Verband (KFV) sollte dringend handeln, damit das Bild nach außen nicht länger verfälscht wird.
Denn eins ist klar: Der Kärntner Fußball hat mehr verdient als Fantasiezahlen.
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Wie erlebst du die Situation? Hast du schon Spiele besucht, bei denen die offiziellen Zuschauerzahlen nicht gestimmt haben? Schreib deine Meinung in die Kommentare und diskutiere mit uns über die Zukunft des Amateurfußballs in Kärnten!










