Der Kapitän bleibt. Der Rekordmann verlängert. Und Klagenfurt atmet auf.
Eine Liebesgeschichte ohne Ablaufdatum
Manche Vereine und ihre Spieler – das ist einfach Schicksal. Thomas Hundertpfund und der EC-KAC sind so ein Fall. Seit seinem Debüt im November 2006 – damals noch ein 16-jähriger Teenager mit mehr Haaren als Ligaerfahrung – trägt der Mittelstürmer das Rot-Weiß der Klagenfurter mit einer Selbstverständlichkeit, die ihresgleichen sucht. Jetzt ist es offiziell: Auch in der Saison 2026/27 läuft der Kapitän für seinen Herzensverein auf. Jahr Nummer 18. Nicht schlecht für einen, der gerade seinen schwersten persönlichen Kampf austrägt – abseits des Eises.
993 Einsätze – und der Hunger ist noch nicht gestillt
Zahlen lügen nicht, auch wenn Statistiken manchmal langweilen. Bei Hundertpfund tun sie das ausnahmsweise nicht: 993 Bewerbsspiele, 189 Tore, 346 Vorlagen, ein Plus/Minus-Rating von +203. Und kein anderer Spieler in der gesamten KAC-Geschichte hat mehr Ligapartien absolviert als er – die Verfolger Thomas Koch (862 Einsätze) und Mario Schaden (828) können von hinten grüßen. Neun Finalserien, vier Meistertitel. Wer da noch fragt, ob Hundertpfund eine Vereinsikone ist, hat die letzten zwei Jahrzehnte wohl verschlafen.
Der härteste Gegner heißt Reha
Seit Dezember kämpft sich der 35-Jährige nach einer schweren Unterkörperverletzung zurück ins Leben als Eishockeyprofi. Sechs Monate Rehabilitation – das ist kein Spaziergang, das ist Knochenarbeit im wahrsten Sinne. Anfang Mai wagte er erste vorsichtige Schritte auf dem Eis, und der Heilungsverlauf stimmt die Verantwortlichen optimistisch, dass der Kapitän zum Saisonstart wieder voll einsatzbereit sein wird. Wer Hundertpfunds Karriere kennt, zweifelt nicht daran. Der Mann hat 18 Jahre lang bewiesen, dass er Rückschläge nicht kennt – zumindest nicht dauerhaft.
Pilloni schwärmt, Hundertpfund dankt
General Manager Oliver Pilloni ließ es sich nicht nehmen, seinem Kapitän öffentlich den Rücken zu stärken. Er erinnerte sich, wie Hundertpfund vor 18 Jahren noch ein hoffnungsvolles Talent war – und zog den Hut vor einer Karriere, die weit mehr als nur Statistiken erzählt. Hundertpfund selbst bedankte sich rührend bei Ärzten, Therapeuten, Klub und Fans – und machte unmissverständlich klar: Er will zurück, er will mehr, und er will es gemeinsam mit dem KAC erreichen. Klingt nach jemandem, der noch lange nicht fertig ist.
Der Kader nimmt Form an – mit prominenten Abgängen
Neben der Verlängerung des Kapitäns nimmt der KAC-Kader für 2026/27 weiter Gestalt an. Im Tor stehen Sebastian Dahm und Florian Vorauer bereit, die Abwehr besteht unter anderem aus Thimo Nickl und Clemens Unterweger, im Angriff sorgen Namen wie Matt Fraser, Nick Petersen und natürlich Hundertpfund selbst für Vorfreude. Auf der anderen Seite verlassen mit David Maier, Luka Gomboc, Mario Kempe und Co. gleich acht Spieler den Verein – ein personeller Umbruch, der Fragen aufwirft, wie schlagkräftig die Rotjacken in der kommenden Saison wirklich sein werden.
Wie seht ihr die Chancen des EC-KAC in der kommenden Saison – und glaubt ihr, dass Hundertpfund zum Auftakt wieder auf dem Eis steht? Schreibt es in die Kommentare!





Discussion about this post