Fans, Tore, Kilometer: Das große Zahlenduell der neuen Regionalliga Süd

Regionalliga Süd Kärnten Steiermark Foto Hermann Sobe
Regionalliga Süd Kärnten Steiermark Foto Hermann Sobe

Zehn Runden sind gespielt, 30.411 Fans haben gezählt, 253 Tore sind gefallen, und irgendwo zwischen Velden Lafnitz sind fast 9.000 Auswärtskilometer zusammengekommen. Die beiden Ligen der neuen Regionalliga Süd haben unterschiedliche Charaktere, und die Statistik verrät sie schonungslos. Als Bonus gibt es am Ende die 11. Runde aus Kärnten.

Der neue Modus: Erst 14 Runden, dann wird es ernst

Pro Liga werden insgesamt 14 Runden gespielt. Danach treten die jeweils vier Bestplatzierten beider Ligen gemeinsam in einer Achterliga um den Aufstieg an. Der Meister der Regionalliga Süd trifft in der Relegation auf den Meister der Regionalliga Ost, und der Sieger steigt in die 2. Liga auf.

Die jeweils übrigen vier Teams spielen in einer Achterliga gegen den Abstieg. Dort muss je ein Kärntner und ein steirischer Verein runter. Wer also nur Mittelmaß liefert, bekommt zum Saisonende noch eine Extraportion Nervenkitzel.

Die Tabelle in Kurzform

In der Steiermark führt der Deutschlandsberger SC mit 19 Punkten und 19:12 Toren. SC Weiz und SC Kalsdorf folgen mit je 17 Zählern, dahinter liegt SV Licht-Loidl Lafnitz mit 14. Schlusslicht ist der FSC Hochegger Dächer Eggendorf / Hartberg Amateure mit 7 Punkten.

In Kärnten lag nach zehn Runden ATUS Fliesen Koller Velden mit 22 Punkten ohne Niederlage vorne. Nach der 11. Runde sind es 25 Punkte, dahinter folgen SK Treibach und SK Austria Klagenfurt mit je 20. Den vierten Platz belegt VST Völkermarkt mit 17.

Liga-Vergleich: Alle Kennzahlen nach zehn Runden

KennzahlKärntenSteiermark
Zuschauer gesamt15.94514.466
Zuschauer pro Spiel399362
Tore gesamt120133
Tore pro Spiel3,003,33
Auswärtskilometer gesamt3.7394.498
Kilometer pro Auswärtsspiel94112
Unentschieden (von 40 Spielen)1115
Höchstwert Zuschauer950950
Tiefstwert Zuschauer16077

Kärnten zählt mehr Köpfe, die Steiermark mehr Tore, mehr Remis und mehr Kilometer. Wer auf der Tribüne steht, schaut also nach Süden, wer Treffer sehen will, fährt weiter östlich.

Zuschauer: Kärnten vorn, Steiermark im Gleichschritt

Kärnten liegt mit 1.479 Fans Vorsprung in Front, pro Spiel sind es 37 mehr. Sauber vergleichbar sind die Steirer, bei denen alle acht Klubs genau fünf Heimspiele hatten. In Kärnten schwanken die Heimspielzahlen zwischen vier und sechs, weshalb die Durchschnittswerte aussagekräftiger sind als die Summen.

Die Spitze sieht so aus:

  • Kärnten: Austria Klagenfurt 688, Treibach 503, Wolfsberg 438, Velden 404
  • Steiermark: Deutschlandsberg 635, Tillmitsch 521, Weiz 404, Kalsdorf 390

Vier Kärntner Klubs knacken im Schnitt die 400er-Marke, in der Steiermark sind es drei. Am Ende der Tabelle ist die Steiermark deutlicher: Gleisdorf (254), Eggendorf / Hartberg Amateure (197) und Lafnitz (131) bleiben unter 300. In Kärnten tun das nur WAC Amateure (261) und Völkermarkt (255). Der Abstand zwischen bestem und schwächstem Klub liegt in Kärnten beim 2,7-Fachen, in der Steiermark beim 4,8-Fachen. Kärnten hat die breitere Mitte, die Steiermark mehr Gegensätze.

Auslastung: Die kleinen Kessel gewinnen

Die ungewichteten Vereinsschnitte liegen mit rund 20 Prozent in Kärnten und 19 Prozent in der Steiermark fast gleichauf. Unterschiede gibt es bei den Extremen.

In der Steiermark ist Tillmitsch mit 43 Prozent das am besten gefüllte Stadion beider Ligen. Es folgen Deutschlandsberg (25), Weiz und Allerheiligen (je 18), Gleisdorf (17), Eggendorf / Hartberg Amateure (16) und Kalsdorf (11). Lafnitz bleibt bei 4 Prozent, da ist reichlich Platz zum Ausbreiten.

In Kärnten führt Velden mit 40 Prozent vor Donau Klagenfurt (32), Treibach (25), Wolfsberg (18), Bleiburg (17), Völkermarkt (13) und WAC Amateure (11). Die Austria bringt es trotz der meisten Fans nur auf 2 Prozent, das Wörthersee Stadion ist halt auf Wachstum gebaut.

Höchstwerte: Kärnten hat die besseren Spitzenspiele

Beide Ligen teilen sich den Spitzenwert von 950 Zuschauern. In Kärnten sahen so viele das 1:1 zwischen Wolfsberg und den WAC Amateuren, in der Steiermark das 0:0 zwischen Deutschlandsberg und Weiz. Ein Nullnull als Magnet, das muss man sich erst einmal leisten können.

Danach geht die Schere auf. Die Kärntner Top 10 kommen im Schnitt auf 742 Fans, die steirischen auf 619. Sieben Kärntner Spiele locken mindestens 700 Zuschauer, in der Steiermark sind es zwei. Selbst Platz 5 in Kärnten (767) schlägt Platz 2 in der Steiermark (700).

Der Gast als Kassenschlager

Hinter manchem Rekord steckt ein einziger prominenter Besucher. Velden holte allein gegen die Austria 902 Fans, das sind 45 Prozent der gesamten Heimkulisse. Treibach kommt mit den Spielen gegen Austria (800) und Velden (700) auf 1.500 von 2.515, also rund 60 Prozent. Deutschlandsberg verbuchte in drei Top-Spielen 2.235 von 3.175 Zuschauern, das sind 70 Prozent. Die restlichen zwei Heimspiele brachten zusammen nur 940, im Schnitt also 470. Wer Zuschauer will, braucht Gäste mit Strahlkraft.

Tiefstwerte: Die Steiermark taucht tiefer

Die Kehrseite zeigt den größten Unterschied der beiden Ligen. Der steirische Tiefstwert liegt bei 77 Zuschauern (Eggendorf / Hartberg Amateure gegen Tillmitsch, 2:2), der Kärntner bei 160 (Donau Klagenfurt gegen WAC Amateure, 0:3). Das ist mehr als das Doppelte.

Die zehn niedrigsten steirischen Kulissen kommen im Schnitt auf 144 Fans, die Kärntner auf 199. Fünf steirische Spiele blieben unter 150, in Kärnten keines. Dazu passen die Namen. Lafnitz stellt vier der zehn schwächsten Heimspiele (80, 90, 106 und 130), Eggendorf / Hartberg Amateure drei. In Kärnten sind die WAC Amateure in fünf der zehn Einträge zu finden, viermal als Gastgeber und einmal als Gast.

Tore: Die Steiermark trifft häufiger

Die Steirer haben 133 Treffer erzielt, die Kärntner 120. Das sind 3,33 gegen 3,00 Tore pro Spiel. Besonders unterhaltsam ist Lafnitz mit 21:21 Toren. Bei den Spielen mit Lafnitz fallen im Schnitt 4,2 Tore, die Bilanz ist perfekt ausgeglichen. Die beste Tordifferenz haben die Deutschlandsberger (+7), die wenigsten Treffer gelangen Gleisdorf (11). Eggendorf / Hartberg Amateure fing mit 23 Gegentoren die meisten.

In Kärnten hat Velden mit 8 Gegentoren die stärkste Defensive. Die meisten Tore schoss Völkermarkt (20). Am anderen Ende steht Wolfsberg mit nur 7 erzielten und 24 kassierten Treffern. Donau Klagenfurt kommt auf 8:20.

Auswärtskilometer: Die Steirer sind mehr unterwegs

Die steirischen Klubs haben in fünf Auswärtsspielen zusammen 4.498 Kilometer abgespult, im Schnitt 562 pro Team. In Kärnten sind es 3.739 Kilometer und 467 pro Team. Pro Auswärtsspiel sind das 112 Kilometer gegenüber 94, also rund ein Fünftel mehr Strecke.

Die Reihenfolge in der Steiermark: Deutschlandsberg (713), Lafnitz (697), Weiz (629), Eggendorf / Hartberg Amateure (621), Tillmitsch (591), Allerheiligen (449), Gleisdorf (417) und Kalsdorf (381). Vier Teams überschreiten die 600er-Marke, in Kärnten schafft das nur Wolfsberg.

In Kärnten sieht es so aus: Wolfsberg (646, sechs Auswärtsspiele), Velden (593), Treibach (582), Donau Klagenfurt (466, ebenfalls sechs Auswärtsspiele), Bleiburg (403), Austria Klagenfurt (387), Völkermarkt (361) und WAC Amateure (301). Der Kärntner Spitzenreiter liegt damit unter dem steirischen Mittelfeld.

Lafnitz hat die zweitlängste Reise hinter sich und gleichzeitig die wenigsten Zuschauer daheim. Wer so viele Kilometer sammelt, hätte mehr Applaus verdient.

Aufstiegs- und Abstiegsrunde: Wo die Fans heute stehen

Auf Basis der aktuellen Tabellen würden vier Kärntner und vier steirische Klubs um den Aufstieg spielen: Velden, Treibach, Austria und Völkermarkt aus Kärnten, Deutschlandsberg, Weiz, Kalsdorf und Lafnitz aus der Steiermark. Zusammen kommen diese Vereine auf 17.054 Heimzuschauer, das sind 56 Prozent aller Fans bei 40 Heimspielen und im Schnitt 426 pro Spiel.

Die acht Klubs der Abstiegsrunde bringen es auf 13.357 Zuschauer und 334 pro Spiel. Dazu gehört mit Tillmitsch der Verein mit der höchsten Auslastung beider Ligen. Die vollste Hütte spielt aktuell also gegen den Abstieg. Sportlich ist die Lage noch offen: In der Steiermark trennen Platz 4 (14 Punkte) und Platz 5 (12 Punkte) zwei Zähler, dahinter lauert Tillmitsch mit 11. In Kärnten liegt WAC Amateure als Fünfter zwei Punkte hinter Völkermarkt.

Bonus: Die 11. Runde in Kärnten

Vier Spiele brachten 1.550 Zuschauer, im Schnitt 388, und 18 Tore, also 4,5 pro Partie. Damit steigt der Ligaschnitt der Treffer von 3,00 auf 3,14 pro Spiel. Die Gesamtzahl der Fans erhöht sich auf 17.495 bei 44 Spielen, das sind 398 pro Spiel.

Das Torfestival lieferte Treibach mit dem 5:4 gegen die WAC Amateure, neun Treffer vor 400 Fans. Donau Klagenfurt feierte beim 3:1 den ersten Saisonsieg und war als Einziger der vier Gastgeber über dem eigenen Zuschauerschnitt (350 gegenüber 324). Austria, Treibach und Wolfsberg blieben darunter, Wolfsberg mit 300 am deutlichsten. Der Spitzenreiter Velden gewann in Wolfsberg und ist weiter ungeschlagen.

In der Fanrangliste rückt Wolfsberg (2.050) an Velden (2.022) vorbei auf Platz vier, Donau (1.647) überholt die WAC Amateure (1.565). Die Austria führt weiterhin mit 3.941 Zuschauern.

Fazit: Zwei Ligen, zwei Handschriften

Kärnten bringt mehr Fans, die besseren Spitzenspiele und höhere Tiefstwerte. Die Steiermark liefert mehr Tore, mehr Remis, weitere Wege und größere Gegensätze auf den Rängen. Mit dem neuen Modus kommt die Zuschauerfrage richtig ins Rollen, denn in den Achterrunden treffen die beiden Statistiken direkt aufeinander.

Jetzt seid ihr dran

Welche Zahl überrascht euch am meisten: der steirische Tiefstwert von 77 Fans, die 21:21-Bilanz von Lafnitz oder die zwei Prozent im Wörthersee Stadion? Und welcher Klub schafft es in die Aufstiegsrunde? Schreibt es in die Kommentare!

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