Ein Sieg wurde leichtfertig weggegeben, ein Trainer zog die Reißleine – beim SV Glanegg brennt’s lichterloh.
Raktenstart, Traumtor – und dann? Nichts.
Glanegg lieferte in der ersten Halbzeit eigentlich alles ab, was man von einer hungrigen Heimmannschaft erwartet: hohes Pressing, Zug in die Tiefe, und nach 21 Minuten die verdiente Führung durch Stefan Stampfer. Laut Coach Wolfgang Thun-Hohenstein hätte seine Elf sogar mit 3:0 in die Pause gehen müssen – das alte Lied also, wenn die Chancenverwertung wieder mal den Urlaub schwänzt. Das 1:0 stand, der Gegner ackerte, und Glanegg verwaltete mehr als es nachlegte. Spoiler: Das rächt sich.
Zwei Minuten, zwei Tore – das Herz bricht in der 41.
Dann kam Minute 41 – und mit ihr der kollektive Blackout. Erst lupfte Jan Mesec den Ausgleich ins Netz, vier Minuten später schlug Tobias Schweiger zum 1:2 zu. Thun-Hohenstein schilderte das erste Gegentor mit einer Detailgenauigkeit, die fast schon schmerzt: Der gegnerische Spieler habe den Ball dreimal nicht richtig kontrolliert, und Glanegg habe einfach zugeschaut. Zugeschaut! Als wäre es ein Freiluftkino und nicht ein Meisterschaftsspiel. Mit dem 1:2 in der Tasche trotteten beide Teams in die Kabinen – die Gäste mit breitem Grinsen, die Hausherren mit hängendem Kopf.
Nach der Pause: Elfmeter verschossen, Schiri verflucht, Spiel verloren
Die zweite Hälfte brachte keine Wende, sondern das 1:3 durch Jon Fridl Jarc in der 58. Minute – dem laut Trainer ein nicht gepfiffenes Foul vorausging. Man könnte hadern, aber Thun-Hohenstein blieb erstaunlich fair: Die Schiedsrichterleistung sei insgesamt okay gewesen, das eine strittige Szene hin oder her. Was bleibt, ist das Bild einer Mannschaft, die in der 73. Minute sogar noch einen Elfmeter vergab – der Friesacher Keeper parierte, und damit war das letzte Aufbäumen erledigt. Friesach spielte das Ergebnis routiniert herunter. Glanegg schenkte ihnen den Sieg, so der scheidende Trainer selbst.
Kopfkino auf dem Platz – und ein Trainer, der die Konsequenzen zieht
Was wirklich dahintersteckt, beschrieb Thun-Hohenstein mit entwaffnender Ehrlichkeit: Das Problem sitzt nicht in den Beinen, sondern zwischen den Ohren. 18 bis 19 Spieler kommen brav zum Training, alle geben alles – und trotzdem läuft es seit Wochen nicht. Eine klassische Vertrauenskrise, die sich auf dem Platz in Abschluss-Zittern und defensiver Unkonzentriertheit niederschlägt.
Die Konsequenz des Abends: Thun-Hohenstein legte noch am Spieltag sein Traineramt nieder. Kein Drama, kein Fingerzeig auf andere – einfach der Versuch, der Mannschaft mit einem frischen Impuls zu helfen. Ein stiller Abgang mit Haltung. Wie es beim SV Glanegg weitergeht, ist völlig offen. Der Ex-Trainer will erst einmal durchatmen – und dann sehen, was kommt.
Was meint ihr: Ist ein Trainerwechsel in dieser Phase der richtige Schritt, oder braucht es etwas Tiefgreifenderes, um eine Mannschaft aus dem mentalen Loch zu holen? Schreibt es in die Kommentare! ⬇️




