Dritter Anlauf, erster Jubel
Nach zwei bitteren Punktverlusten in letzter Minute war es höchste Zeit, dass Österreichs U15 (Jahrgang 2011) beim Torneo delle Nazioni 2026 endlich aufatmen darf. Gegen China gelang in Hermagor ein verdienter 1:0-Erfolg – spät, aber nicht zu spät, um noch einmal zu beweisen, was in dieser Mannschaft steckt.
So bitter waren die ersten beiden Spiele wirklich
Wer die Vorgeschichte kennt, versteht die Erleichterung nach dem China-Sieg umso besser. Gegen Rumänien war Österreich dem Dreier mehr als nahe – bis die Nachspielzeit zuschlug und der Ausgleich zum 2:2 alle Träume platzen ließ. Gegen Tschechien wiederum lief die erste Halbzeit nach Maß: die 1:0-Führung war absolut verdient, das Team spielte frisch und mutig. Doch es gab einen kleinen, aber feinen Unterschied: Tschechien hatte zu diesem Zeitpunkt bereits neun gemeinsame Länderspiele in den Beinen – Österreich gerade mal zwei. Erfahrung schlägt Frische, zumindest manchmal. Nach der Pause übernahm Tschechien komplett, drängte die ÖFB-Auswahl in die eigene Hälfte und traf in der 69. Minute zum Ausgleich – und nochmals in der Nachspielzeit zum 2:1-Siegtreffer.
Hätte Österreich in beiden Spielen das geholt, was die Leistung hergab, wäre sogar ein Finaleinzug möglich gewesen. Aber Fußball ist kein Konjunktivsport – das weiß auch Franz Ponweiser.
Dominanz ohne Ertrag – die bekannte Torschuss-Misere
Wer die ersten 45 Minuten gegen China verfolgte, sah ein österreichisches Team, das klar das Heft in der Hand hielt – und trotzdem torlos in die Kabine schlurfte. Chancen gab es zuhauf: Jonatan Maier köpfte nach einem Corner gegen die Laufrichtung des Keepers, wurde aber auf der Linie gestoppt. Kapitän Jonas Moser prüfte den chinesischen Schlussmann mit einem Distanzschuss, Paul Leitner zielte etwas ungenau, ein Ball von Matthias Feisan landete im Torwart-Bauch. Die Effizienz? Ausbaufähig. Chinesischer Tormann Yiyu Chen wird sich jedenfalls nicht beschwert haben.

Gracic erlöst die rot-weiß-roten Youngsters
Dann, kurz nach Wiederanpfiff, das erlösende Tor: Safet Gracic behielt im Strafraum kühlen Kopf, wählte das lange Eck – und traf. 1:0 in der 46. Minute, ein Tor wie ein Befreiungsschlag. China antwortete zwar mit zwei guten Möglichkeiten durch Huajin Tang, der aus fünf Metern jedoch am Ziel vorbeischoss – Franz Ponweiser dürfte kurz die Augen zugemacht haben. Am Ende hielt das Ergebnis, auch weil Amar Mujkanovic eine mögliche Vorentscheidung liegen ließ.

Ponweiser lobt – und mahnt dezent
Teamchef Franz Ponweiser fand nach dem Spiel deutliche Worte: Die Jungs seien von Beginn an dominant gewesen, hätten sich von der robusten chinesischen Spielweise – Ponweiser sprach sogar von „Erwachsenen-Fußball” – nicht aus dem Konzept bringen lassen. Gleichzeitig gab es die freundliche Erinnerung, dass man das Spiel früher hätte entscheiden können. Chancenverwertung bleibt das Thema dieser Mannschaft. Aber: Der Charakter stimmt, der Zusammenhalt wächst, und die Entwicklung ist erkennbar.
Freitag: Österreich fordert Portugal – live dabei sein!
Am Freitag geht es für die ÖFB-Talente in Lignano Sabbiadoro gegen Portugal – Anstoß um 11:00 Uhr, gespielt wird um Platz 5. Sport Fan Austria überträgt das Spiel wieder live auf ÖFB TV. Ein echter Leckerbissen zum Abschluss, denn Portugal ist bekanntlich keine Laufkundschaft. Ponweiser schickt seine Truppe mit derselben Mentalität aufs Feld: spielen, als wäre noch alles möglich. Nach dem Auftritt gegen China glaubt man ihm.
Das große Finale – und alle anderen Endspiele im Überblick
Während Österreich um Platz 5 kämpft, steigt am Freitag auch das große Finale des Torneo delle Nazioni 2026: Slowenien trifft in Gradisca d’Isonzo ab 18:00 Uhr auf Tschechien – ausgerechnet jenes Tschechien, das Österreich so bitter aus dem Endspiel befördert hat. Das dürfte ein heißes Duell werden.
Parallel dazu laufen ab 11:00 Uhr weitere Platzierungsspiele: Italien misst sich in Mossa mit Schottland um Rang 3, Rumänien und China kämpfen in Mariano del Friuli um Platz 7. Nordmazedonien trifft in Bilje (Slowenien) auf Wales (Plätze 9/10), und Montenegro duelliert sich in Komen (Slowenien) mit Moldawien um die Ränge 11 und 12. Für jeden Geschmack ist also etwas dabei – der Torneo hat noch einiges zu bieten!
Wer fiebert beim Österreich-Portugal-Duell mit – und glaubt ihr, dass die ÖFB-Jungs Platz 5 holen können? Und wer gewinnt das Finale zwischen Slowenien und Tschechien? Her mit euren Tipps in den Kommentaren!





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