Der nächste Goalie-Entscheid sorgt für Stirnrunzeln
Der EC iDM Wärmepumpen VSV hat den Vertrag mit René Swette verlängert. Der 37-jährige Schlussmann bleibt damit im „Adlerhorst“ und geht in seine fünfte Saison im blau-weißen Dress. Auf den ersten Blick ist das die klassische Meldung über Routine, Verlässlichkeit und Erfahrung. Auf den zweiten Blick darf man aber durchaus die Augenbraue heben – vor allem dann, wenn man kurz davor noch den Abgang von Lukas Moser verkündet.
Erfahrung ja – aber welche Linie verfolgt der VSV?
Swette ist ohne Frage kein Unbekannter in Villach. Bereits in der Saison 2016/17 half er erstmals aus, später führte ihn sein Weg unter anderem über Innsbruck, Lustenau, Linz und auch kurz nach Dresden. Seit seiner Rückkehr zur Saison 2023/24 steht er wieder für den VSV zwischen den Pfosten. Insgesamt absolvierte er seitdem 15 Spiele für die Adler, sieben davon wurden gewonnen. Auch in den Playoffs wurde er bereits während einer Partie ins kalte Wasser geworfen.
Das liest sich solide, keine Frage. Doch genau hier beginnt auch die spannende Diskussion: Wenn ein 37-jähriger Backup verlängert wird, während ein jüngerer, vereinstreuer Torhüter wie Lukas Moser gehen muss, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der sportlichen Linie. Setzt man auf Entwicklung oder lieber auf die bequeme Sicherheitsdecke?
Swettes Zahlen sprechen für ihn
Rein sportlich hat Swette Argumente auf seiner Seite. In der vergangenen Saison kam er in sieben Einsätzen auf eine Fangquote von 90,2 Prozent. Für einen Backup-Torhüter ist das ein mehr als anständiger Wert. Dazu parierte er im Vergleich zu den erwarteten Gegentoren über vier Treffer zusätzlich – eine Statistik, die seine Qualität unterstreicht. Kurz gesagt: Wenn Swette gebraucht wurde, war er da. Und genau deshalb ist die Verlängerung isoliert betrachtet auch nachvollziehbar.
Und trotzdem bleibt ein Beigeschmack
Der Haken liegt nicht unbedingt bei Swette selbst. Der macht seinen Job, bringt Erfahrung mit und kennt das Geschäft in- und auswendig. Die eigentliche Frage richtet sich vielmehr an die Vereinsstrategie. Was möchte der VSV auf dieser Position eigentlich sein? Ein Klub, der Routiniers absichert, oder einer, der auch einem Eigengewächs über längere Zeiträume echte Perspektiven bietet?
Denn Hand aufs Herz: Erfahrung ist im Eishockey wichtig, keine Diskussion. Aber wenn immer nur Erfahrung das Totschlagargument bleibt, wird aus einem Zukunftsplan schnell ein Nostalgiealbum mit Fanghandschuh.
Backup hinter Cannata – mit klarer Rolle
Fest steht: Swette wird auch in der kommenden Saison als Backup hinter Stammtorhüter Joe Cannata fungieren. Für den erfahrenen Österreicher wird es bereits die 18. Saison in der höchsten österreichischen Spielklasse sein. Dazu kommen zwei Meistertitel mit dem EC-KAC – auch das ist eine Vita, die man nicht wegdiskutieren kann. Der VSV setzt also weiterhin auf Routine und auf einen Torhüter, der weiß, wie diese Liga tickt.
Verständlich – aber nicht frei von Kritik
Die Verlängerung von René Swette ist sportlich begründbar. Seine Leistungen waren ordentlich, seine Rolle klar, seine Erfahrung unbestritten. Trotzdem wird man die Frage stellen dürfen, warum ein Klub bei einem 37-jährigen Backup verlängert, während jüngere Optionen keine echte Zukunft mehr haben. Das ist nicht automatisch falsch – aber eben auch nicht völlig frei von Widerspruch.
Oder etwas direkter gesagt: Swette kann wenig dafür, doch der Zeitpunkt dieser Entscheidung lädt förmlich dazu ein, den VSV kritisch zu hinterfragen. Muss man das verstehen? Nicht unbedingt. Diskutieren darf man es aber ganz sicher.
Eure Meinung ist gefragt
Wie seht ihr die Torhüter-Entscheidung beim VSV: kluge Absicherung mit Routine oder ein fragwürdiges Signal in Richtung Zukunft? Schreibt es in die Kommentare!






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