Abschied von einem, der nie laut sein musste
Der EC iDM Wärmepumpen VSV verabschiedet sich von Lukas Moser – und damit von einem Spieler, der den Klub nicht bloß begleitet, sondern über Jahre mitgetragen hat. Der gebürtige Villacher hielt den Blau-Weißen seit seinen ersten Eishockey-Schritten die Treue und war als dritter Torhüter ein verlässlicher Teil der Organisation. Keine Glamour-Rolle, kein Dauerlicht der Scheinwerfer – aber genau jene Aufgabe, für die man Nerven, Charakter und eine ordentliche Portion Geduld braucht.
Immer bereit, wenn’s plötzlich ernst wurde
Neben seinem Engagement beim VSV sammelte der mittlerweile 24-Jährige wichtige Spielpraxis bei den Kitzbüheler Adlern, dem EHC Lustenau und dem ESC Steindorf. Für die Profis der Adler kam Moser auf sieben Einsätze. Das klingt auf dem Papier vielleicht nach überschaubarer Kost, ist aber genau die Sorte Statistik, die im Sport gern unterschätzt wird. Denn Ersatz ist nur so lange ein schönes Wort, bis plötzlich wirklich einer gebraucht wird.

Der Innsbruck-Moment, den in Villach kaum jemand vergisst
Besonders haften bleibt seine starke Szene in der Saison 2024/25. Als sich Stammtorhüter JP Lamoureux in Innsbruck verletzte, musste Moser kurzfristig übernehmen – und zeigte mit einem partiellen Shutout, dass er nicht nur Trainingsfleiß, sondern auch Wettkampfnerven besitzt. Ohne großes Tamtam, ohne Ego-Show, einfach abgeliefert. So sieht ein Goalie aus, der auf seine Chance nicht wartet, sondern sie nutzt, wenn sie ungefragt vor der Tür steht.
Mehr als ein Tormann: Moser bleibt dem Eishockey erhalten
Der Abschied vom VSV bedeutet für Moser aber keineswegs den Abschied vom Eishockey. Im Gegenteil: Der Villacher bleibt der Szene erhalten und wird weiterhin für den ESC Steindorf in der AHC Division 1 auflaufen – bei seinem Herzensverein, wie man hört. Das allein zeigt schon, wie tief seine Verbindung zum Sport und zur Region wirklich ist. Da geht keiner, der genug hat. Da bleibt einer dran, weil ihn das Eishockey ganz offensichtlich nicht loslässt.

Studium, Nachwuchsarbeit und ein Plan mit Tiefgang
Parallel dazu steckt Moser mitten im Psychologiestudium und steht bereits im sechsten Semester. Auch abseits des Eises wird schnell klar: Da entwickelt sich jemand nicht nur sportlich weiter, sondern baut sich mit spürbarer Überzeugung eine Zukunft auf. Beim SFA-Interview mit Ernst Krawagner ist deutlich geworden, wie sehr ihn dieses Thema begeistert. Kein aufgesetztes Karriere-Bingo, sondern ehrliches Interesse daran, Menschen weiterzubringen.
Bereits heuer arbeitete er gemeinsam mit KEHV-Stützpunkttrainer Philip Siutz für mit Kindern – eine Aufgabe, die ihm hörbar Freude bereitet hat. Und genau da wird es spannend: Moser denkt längst nicht nur in Paraden und Trainingsplänen, sondern in Entwicklung, Unterstützung und mentaler Stärke.
Atem, Kopf, Leistung: Da entsteht etwas mit Substanz
Zusätzlich absolviert Moser eine Ausbildung zum zertifizierten Atemverhaltensanalytiker beim Hale Institut in Schweden. Mitbegründer dort ist niemand Geringerer als Ex-Profi Johnny Oduya – zweifacher Stanley-Cup-Sieger mit den Chicago Blackhawks in den Jahren 2013 und 2015 sowie ein Mann mit 850 NHL-Spielen in zwölf Jahren. Das ist keine hübsche Randnotiz, sondern ein durchaus ambitionierter Weg. Vermittelt wurde dieser Kontakt von Skillz Coach Paul Ullrich auf der KEHV-Gala im Casineum in Velden.

Moser bringt es dabei selbst auf den Punkt: Psychologie fasziniert ihn, und er möchte den Menschen etwas weitergeben. Das klingt erfreulich unprätentiös – und wohltuend anders als das übliche „Ich schau mal, was sich ergibt“. Gemeinsam mit seinem besten Freund Dominik Mosser, derzeit als Mentaltrainer in Wolfsburg tätig, hat er bereits einen Verein gegründet. Die Idee dahinter: Atemübungen, Mentaltraining und ähnliche Ansätze gezielt fördern und anbieten. Anders gesagt: Während andere noch vom nächsten Schritt reden, hat Moser offenbar längst begonnen, ihn aufzubauen.
Ein Abschied, der eigentlich auch ein Anfang ist
Der VSV verliert mit Lukas Moser einen loyalen, geduldigen und mannschaftsdienlichen Spieler, der seine Rolle jederzeit angenommen hat und genau dann da war, wenn er gebraucht wurde. Gleichzeitig zeigt sein weiterer Weg, dass hier nicht einfach ein Tormann die Bühne verlässt, sondern ein junger Mensch mit Plan, Haltung und bemerkenswerter Neugier seinen nächsten Abschnitt angeht.
Oder ein wenig pointierter formuliert: Aus dem dritten Goalie wird womöglich ein echter Impulsgeber – auf dem Eis, neben dem Eis und vielleicht bald auch im Kopf vieler Athleten. Schlechtere Entwicklungen hat man in Villach definitiv schon gesehen.

Danke, Mopse – und was meint ihr?
Der EC iDM Wärmepumpen VSV sagt Danke für Treue, Einsatz und Verlässlichkeit. Und Lukas Moser? Der sagt dem Profi-Alltag zwar auf dieser Ebene Servus, bleibt dem Eishockey aber erfreulicherweise eng verbunden. Ein Abschied mit Wehmut also – aber einer, der mehr Aufbruch als Stillstand in sich trägt.
Wie seht ihr Mosers Weg: War er beim VSV unterschätzt, hätte er lauter gegen die Wände in Villach laufen müssen oder steckt in seinem neuen Kapitel vielleicht sogar noch mehr Zukunft als im klassischen Goalie-Leben? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!






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