Vierzig Jahre Leidenschaft, unzählige Momente zwischen Triumph und Tabellenende, eine Heimstätte die es längst nicht mehr gibt – und jetzt das: Ein neuer Name, ein neues Logo, eine neue Ära. Der EC Bregenzerwald heißt ab sofort HC Tigers. Wer das als bloße Umbenennung abtut, hat die Dimension dieser Entscheidung schlicht nicht verstanden.
Endlich ankommen – nach einem Jahrzehnt als Dauergast
Über zehn Jahre lang spielten die Wälder in Dornbirn. Nicht weil sie es so wollten, sondern weil das Ende der Eisarena Alberschwende sie dazu zwang. Ein Verein ohne eigene vier Wände – das klingt nach Obdachlosigkeit, funktioniert aber irgendwie trotzdem. Respekt, ehrlich. Jetzt folgt der logische nächste Schritt: Wenn man sowieso permanent in Dornbirn ist, kann man auch offiziell dort hinziehen. Sitzverlegung beschlossen, Kapitel aufgeschlagen. Der Tiger hat sein Revier gefunden.
Kein geografischer Anker mehr – und das ist gewollt
Was auf den ersten Blick verwirrt, steckt voller Kalkül. Der Name HC Tigers verzichtet bewusst auf eine regionale Verortung. Kein „Bregenzerwald”, kein „Dornbirn”, kein „Vorarlberg” im Titel. Das Ziel: Eishockeybegeisterte aus dem gesamten Ländle sollen sich angesprochen fühlen. Ein Kunstgriff, den man als Marketing-Gag belächeln könnte – oder als klugen Schachzug versteht. Die Vereinsfarben Grün, Weiß und Schwarz bleiben jedenfalls, der Tiger als Symbol auch. Manches muss man einfach nicht anfassen.

Tradition trifft britischen Designstil
Das neue Logo kommt von Harry Nye – einem Sportlogo-Designer aus Großbritannien. Ja, richtig gelesen: Ein Brite gestaltet das Wappen eines Vorarlberger Eishockeyvereins. Und das Ergebnis? Durchdacht. Der modernisierte Tiger wirkt dynamischer als bisher, ohne seinen Charakter einzubüßen. Besonders charmant: Im Design verstecken sich eine Wälder Tanne als Reminiszenz an die Herkunft sowie Elemente aus dem Dornbirner Stadtwappen. Tradition und neue Heimat, in einem Logo vereint. Fast schon poetisch.
Netzwerke, Namenhafte – und die große Vision
Hinter der Umbenennung steckt aber mehr als Symbolik. Die Tigers wollen sich professionalisieren – Schritt für Schritt, nachhaltig und mit prominenter Unterstützung. Langjährige Partner wie Hans Metzler (Mevo), O&S Bau und Hauptsponsor Franz Höfle sind schon an Bord. Neu dazu kommen Heinz Huber aus der Besitzerfamilie der Mohrenbrauerei sowie Steuerberater Mag. Peter Rhomberg. Klingt nach einer Visitenkarte, die sich sehen lassen kann.
Das Fernziel? Mittelfristig Eishockey auf höchstem Niveau in Vorarlberg. Das ist kein Hirngespinst, sondern eine konkrete Ambition – wenn Struktur und Umfeld stimmen. Und genau daran arbeiten sie jetzt.
Fazit: Mutig, durchdacht – und längst überfällig
Der HC Tigers ist keine Marketingaktion. Er ist das Ergebnis jahrelangen Überlebenskampfs, konsequenter Arbeit und eines Vereins, der verstanden hat: Ohne Heimat, ohne Struktur und ohne Mut zur Veränderung kommt man nicht weiter. Ob die Vision aufgeht, wird die Zeit zeigen. Aber der erste Schritt sitzt.
Und ehrlich gesagt – wer nach 40 Jahren Vereinsgeschichte, ohne eigene Halle, immer noch konkurrenzfähig und wirtschaftlich stabil dasteht, hat das Recht verdient, jetzt auch groß zu denken.
Was meint ihr: Ist der Schritt zum HC Tigers der richtige Weg für den Vorarlberger Eishockeysport – oder verliert ein Traditionsverein damit zu viel seiner Identität? Schreibt es in die Kommentare!





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