Highlanders mit Meister-Marsch und eiskalter Effizienz
Die KSV Highlanders haben im Finale der win2day Austrian Women’s Hockey League kurzen Prozess gemacht und sich mit einem glatten 3:0 gegen die Lakers Kärnten den Titel geschnappt. Damit dürfen sich die Steirerinnen zum zweiten Mal in der Klubgeschichte österreichischer Meister nennen – und das völlig verdient. Vor allem, weil sie von Beginn an klar machten: Heute gibt es hier nichts zu holen, außer vielleicht ein paar blaue Flecken und bittere Erkenntnisse.
Schon in Minute zwei legten die Highlanders los wie die Feuerwehr auf Kufen. Sara Confidenti zog stark davon, legte quer auf Gaja Pezdir und die brachte den Puck mit etwas Mithilfe von Lakers-Goalie Anja Adamitsch zum frühen 1:0 im Tor unter. Kein Kunstwerk für die Galerie – aber im Finale fragt bekanntlich niemand nach Stilnoten.
Lakers kämpfen, Horakova verriegelt das Tor
Auch danach blieben die Highlanders das bestimmende Team, ohne sich jedoch zunächst weiter zu belohnen. Im Mitteldrittel folgte dann der nächste Nadelstich – und der tat richtig weh. In Unterzahl spielte Lena Dauböck bei einem Breakaway stark auf Marijelle Dijkema, die eiskalt auf 2:0 stellte. Ein Shorthander im Finale? Das ist für den Gegner ungefähr so angenehm wie ein Wecker am Montagmorgen.
Die Lakers Kärnten zeigten danach Moral und warfen noch einmal alles hinein. Chancen auf den Anschlusstreffer waren da, doch an Anna Horakova war an diesem Tag schlicht kein Vorbeikommen. Die Schlussfrau der Highlanders lieferte eine Vorstellung ab, bei der man fast meinen konnte, sie habe das Tor persönlich abgeschlossen.
Dauböck setzt den Deckel drauf, Horakova wird MVP
Im letzten Drittel blieb Horakova weiter der sichere Rückhalt, während die Highlanders den Vorsprung clever und abgebrüht verwalteten. Als die Lakers am Ende alles riskierten, machte Lena Dauböck mit einem Empty-Netter den Sack endgültig zu. 3:0, Titel fix, Feiermodus aktiviert.
Dass Anna Horakova am Ende auch noch zur MVP des Turniers gewählt wurde, passt perfekt ins Bild. Shutout im Finale, totale Ruhe im Kasten und immer dann zur Stelle, wenn es brenzlig wurde – viel mehr kann man auf dieser Bühne kaum abliefern.
Lena Dauböck brachte es nach dem Spiel passend auf den Punkt: Die Defensive stand wie eine Wand, dahinter hielt die Torfrau überragend. Stolz war da mehr als angebracht – und gefeiert wird in Neuberg jetzt wohl nicht gerade in Zimmerlautstärke.
Silber für Kärnten: Enttäuschung mit Glanzrand
Für die Lakers Kärnten bleibt trotz der Finalniederlage eine starke Saison und am Ende die Silbermedaille. Nach dem überraschenden Halbfinal-Coup gegen die Sabres darf sich dieses Team guten Gewissens auf die Schulter klopfen. Klar, das 0:3 im Endspiel schmerzt. Aber wer ins Finale stürmt, dort alles reinwirft und als Vizemeister abschließt, hat sich Respekt verdient.

Alina Hinum sprach folgerichtig von Enttäuschung über das Endergebnis, aber auch von großem Stolz auf die Silbermedaille. Und genau das ist der Punkt: Dieses Team hat sich angekündigt – und nächste Saison dürfte mit den Lakers wieder zu rechnen sein.
Sabres holen Bronze und zeigen späte Reaktion
Im Spiel um Platz drei meldeten sich die Sabres St. Pölten mit einem 4:1 gegen die VSV Lady Hawks zurück. Der Rekordmeister wirkte zu Beginn erneut aktiver, ließ aber – wie schon im Halbfinale – zu viele Möglichkeiten liegen. Effizienz war zunächst eher ein Fremdwort mit sieben Fragezeichen.
Die Lady Hawks machten es schlauer und gingen in der achten Minute in Führung. Nach einem schön ausgespielten Angriff bediente Lian Chang Topscorerin Liga Miljone, die im Slot vollendete. Doch diesmal kam die Antwort der Sabres prompt: Nur eine Minute später erzwangen sie einen Fehler im Aufbau, Madison Laberge legte auf Charlotte Wittich ab und die Kapitänin sorgte für den Ausgleich. Der Torbann war gebrochen – und plötzlich lief der Motor.
Villachs starkes Debüt, Sabres mit standesgemäßem Finish
Im zweiten Drittel drehten die Sabres die Partie endgültig. Zuerst traf Kinga Jokai-Szilagyi nach starker Vorarbeit von Hanna Obermayr zum 2:1, wenig später staubte Ashley Tashiuk nach einem Rebound zum 3:1 ab. Da war endgültig zu sehen, warum St. Pölten seit Jahren zu den großen Namen dieser Liga zählt.
Den Schlusspunkt setzte erneut Madison Laberge in Minute 52 mit dem 4:1. Bronze statt Finale – sicher nicht das Wunschziel der Sabres, aber zumindest ein versöhnlicher Abschluss nach einem Wochenende, das wohl anders geplant war.
Kapitänin Charlotte Wittich hob nach der Partie die Moral ihres Teams hervor. Nach dem verpassten Finaleinzug sei der Druck groß gewesen, umso wichtiger sei es gewesen, sich nach schwierigem Start noch zu einem souveränen Sieg zusammenzureißen. Eine ehrliche Einordnung ohne Schönfärberei – und genau deshalb glaubwürdig.
Lady Hawks verpassen Edelmetall, gewinnen aber Respekt
Die VSV Lady Hawks mussten sich am Ende mit Rang vier begnügen, können auf ihre Premierensaison aber mit breiter Brust zurückblicken. Liganeuling, Halbfinale erreicht, im Spiel um Bronze mutig dagegengehalten – das ist alles andere als selbstverständlich.
Elisa Brunner zollte den Sabres fair Respekt und räumte ein, dass St. Pölten an diesem Tag die stärkere Mannschaft war. Mehr Laufarbeit, mehr Präsenz, verdienter Sieg. So nüchtern kann Sport manchmal sein – und so lehrreich auch.
Die Ergebnisse im Überblick
Finale:
KSV Highlanders – Lakers Kärnten 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)
Tore KSV: Pezdir (2./pp1), Dijkema (27./sh1), Dauböck (60./sh1,en.)
Spiel um Rang drei:
Sabres St. Pölten – VSV Lady Hawks 4:1 (1:1, 2:0, 1:0)
Tore SAB: Wittich (9.), Jokai-Szilagyi (23.), Tashiuk (31.), Laberge (52.)
Tor VLH: Miljone (8.)
Fazit: Meisterlich, mutig und mit klaren Fingerzeigen
Die Highlanders holen sich mit einer reifen, disziplinierten und defensiv bärenstarken Vorstellung verdient den Titel. Die Lakers verkaufen sich teuer und dürfen sich über Silber freuen. Die Sabres retten mit Bronze zumindest das Minimalziel, während die Lady Hawks in ihrer ersten Saison gleich ein kräftiges Ausrufezeichen setzen.
Wer hat euch am meisten beeindruckt: die eiskalten Highlanders, die überraschend starken Lakers oder die mutigen Lady Hawks? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!






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