Abgang mit Spalier und Rosen für die Meisterinnen
Das letzte Spiel der Saison lief gar nicht nach Plan: Die SVK Wildcats Elektro Service Fuchs, bereits als Meister der 2. Frauen Bundesliga feststehend, kassierten gegen den starken dritten und Aufsteiger SG Austria Klagenfurt eine 1:2-Niederlage. Vorstandsvorsitzender Werner Schimek nimmt das Ergebnis sportlich und zollt dem Team von Robert Micheu und Sabine D’Angelo aufrichtigen Respekt – es war, wie er sagt, ein verdienter Sieg der Klagenfurterinnen.
Was danach passierte, war freilich das Highlight des Tages: Alle Spielerinnen aus Klagenfurt stellten sich als Spalier auf, und jede Wildcat erhielt eine Rose sowie ein kleines Geschenk als Anerkennung für den Meistertitel. Das nennen wir mal Klasse im Frauenfußball – chapeau, Klagenfurt!

Steirisch oder Grazerisch? Hauptsache abwesend
ÖFB, Gönner, Sponsoren, Fans – alle da, alle feiern. Und der zuständige Verband? Werner Schimek formuliert seinen Dank mit feiner Ironie: Er richtet ihn an den Steirischen Fußballverband – oder war’s doch der Grazer? Diese kleine Unsicherheit ist natürlich kein Versehen, sondern ein bewusster Seitenhieb: Danke für nichts. Man darf ruhig fragen, was das über die Wertschätzung des Verbands gegenüber dem Frauenfußball aussagt.
Rapid steigt auf – Wildcats bleiben unten, freiwillig
Aufsteiger in die ADMIRAL Frauen Bundesliga ist der SK Rapid – und das nur deshalb, weil die Wildcats trotz Meistertitel keine gültige Lizenzierung vorweisen können. Was folgte, war ein medialer Sturm: “Lex Rapid”, Bevorzugung durch Liga und ÖFB, alle wussten alles besser.
Nur Schimek blieb cool. Und er hat seine Gründe: Fehlende Bestätigung des Finanzamts über Schuldenfreiheit, kein Nachwuchstrainer, rückwirkend keine U12 und U16 der Mädchen – und als Sahnehäubchen ein Schreiben der Gemeinde an den ÖFB, in dem behauptet wurde, der Verein habe keine ausreichende Infrastruktur. Vieles davon hätte gelöst werden können, sagt Schimek – und für die Saison 2026/27 gibt er ein klares JA zur Lizenz. Die Zeichen stehen auf Angriff.
13 Jahre, kein Unglück – im Gegenteil
Werner Schimek blickt zurück und nach vorne gleichzeitig: 13 Saisonen mit den Wildcats, und die Zahl brachte offenbar alles andere als Pech. Im Gegenteil: ein Meistertitel, eine leidenschaftliche Mannschaft, das beste Trainerteam der Liga und Fans, die laut Schimek zu den stärksten der Liga gehören. Ohne Förderer und Sponsoren wäre das alles nicht möglich gewesen.
Klagenfurt im Visier – der nächste Angriff läuft an
Stärksten Gegner für die Saison 2026/27? Schimek setzt in unserem Telefonat auf die SG Austria Klagenfurt – jene Mannschaft, die zuletzt als Aufsteiger die Meister bezwang, dreht seine Koteletts am Grill um und legt gut gelaunt auf. Die Rechnung bleibt offen. Und Schimek klingt nicht wie jemand, der das vergessen hat.

Abstiegsdrama: Rankweil trifft’s!
Währenddessen kämpften im Tabellenkeller SV Hirter Kraig und der Wiener Sportclub ums Überleben. Kraig verlor zuhause gegen Union Landhaus mit 0:3, der Wiener Sportclub kassierte in Bürmoos ein deftiges 1:6. Gerettet wurden beide, weil die GAK Frauen in Rankweil ein 1:1 herausholten – der RW Rankweil Damen muss somit in die Niederungen absteigen.
Eigentlich wären drei Teams abgestiegen, doch da im Westen niemand aufsteigen möchte und der aufgelöste Verein Neulengbach nicht mehr antreten wird, trifft es letztlich nur den Tabellenletzten. Manchmal regelt der Fußball sich selbst auf kuriose Weise.
Wie seht ihr das? Hätte der ÖFB den Wildcats bei der Lizenzierung mehr entgegenkommen sollen – oder war das Regelwerk klar und konsequent anzuwenden? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!
Fotos vom letzten Spiel: GOKA Sportfotos





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