Glückwunsch an den Meister – aber die Blamage bleibt
Zuerst das Wichtigste: Chapeau, Scheiblingkirchen! Der Aufstieg in die Regionalliga Ost ist verdient, erkämpft, und niemand wird das kleinreden. Meister ist Meister – Punkt.
Aber dann ist da natürlich noch diese Sache. Das Nichtantreten. Die leeren Kabinen. Das Match, das keines war.
Vier auf der Hochzeit – und niemand hat’s verhindert?
Vier Verletzte, zwei Kranke – geschenkt, das ist Fußball. Aber vier Spieler auf einer Hochzeit? Mit Bewilligung vom Jänner?
Hier darf man schon mal die Augenbraue heben. Wenn der Spielplan seit Monaten feststeht und die Hochzeit ebenfalls, dann ist das eine Frage der Prioritäten – und offenbar hat der Verein hier einfach durchgewunken. In der 1. Landesliga in Niederösterreich, wo Ergebnisse zählen und Gegner sich auf faire Duelle verlassen dürfen, ist “die haben halt gefeiert” keine Antwort, die restlos befriedigt.
Hobby oder Halbprofi – was gilt eigentlich beim SK Korneuburg?
Jetzt wird’s unangenehm. Amateurfußballer verdienen in dieser Liga nicht schlecht – je nach Vertrag bewegen sich manche Prämien und Handgelder in Regionen, die das Wort “Hobby” zumindest ins Wanken bringen. Wer Geld für seinen Sport nimmt, übernimmt damit auch eine Verpflichtung gegenüber dem Klub, dem Gegner und dem Spielbetrieb.
Die Frage, die sich stellt: Hat der Verein klare Regelungen, was in solchen Situationen gilt? Oder ist die Kommunikation intern so locker, dass vier Mann gleichzeitig zum Feiern verschwinden können – ohne dass jemand früh genug auf die Bremse tritt?
Die KM II-Regel: Ein echtes Problem – aber kein Freifahrtschein
Ja, die Sperre für Spieler der zweiten Mannschaft ist eine unglückliche Regelung. Zwei Wochen Sperre nach einem Einsatz in der Kampfmannschaft I – das ist sportrechtlich nachvollziehbar, praktisch aber brutal, wenn der Kader ohnehin schon am Limit ist.
Trotzdem: Diese Regel war bekannt. Auch das hätte in die Planung einfließen müssen.
Die Entschuldigung kam – aber reicht sie?
Der Vize-Präsident hat sich schriftlich entschuldigt, jetzt folgt der öffentliche Weg. Das ist anständig. Aber eine Entschuldigung ersetzt keine strukturellen Antworten. Was ändert sich konkret? Gibt es künftig klare Abmelderegelungen? Wird der Kader breiter aufgestellt? Werden Spieler stärker in die Pflicht genommen? Ein Hochzeitsverbot während der Saison?
Wer “das passiert uns nicht nochmal” sagt, muss auch erklären, warum es diesmal überhaupt passieren konnte.
Was bleibt
Ein Meister, der zurecht feiert. Ein Verein, der sich erklärt – aber noch einige unbequeme Fragen offen lässt. Und ein Vorfall, der zeigt: Im Amateurfußball ist die Grenze zwischen Hobby und Verpflichtung manchmal erschreckend unscharf.
Wie seht ihr das? Verständnis für Korneuburg – oder war das schlicht eine Frage schlechter Organisation? Kommentiert!





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