Spektakel mit Beigeschmack
Sechs Tore, zwei aufgebrachte Lager und eine Schiedsrichterleistung, über die man noch Wochen reden wird – das 3:3 im Spitzenspiel zwischen ASCO ATSV Wolfsberg und dem SV Donau Klagenfurt in der 23. Runde der Kärntner Liga hatte alles, was Amateurfußball so herrlich und gleichzeitig so fürchterlich macht. Wolfsberg startete furios, geriet aber durch zwei Konter mit 0:2 ins Hintertreffen. Nach dem Anschlusstreffer kurz vor der Pause drehten die Hausherren das Ding in Hälfte zwei auf 3:2 – ehe Donau wie aus dem Nichts zum 3:3 ausglich. Bitter für Wolfsberg, dramatisch für alle Anwesenden.

Der Elfmeter, der keiner war – oder doch?
Kurz vor Schluss dann die große Bühne für den Unparteiischen: Ein Elfmeterpfiff vom ehemaligen Bundesliga Schiedsrichter Manfred Krassnitzer, der die Gemüter zum Kochen brachte – und der nach kurzer Rücksprache mit Assistenten Paul Fischer wieder kassiert wurde. Die Gäste quittierten das mit einem kollektiven Abmarsch vom Platz, rund zehn Minuten lang herrschte Tumult, ehe die Partie doch noch zu Ende gebracht wurde. Und jetzt kommt’s: Selbst eingefleischte Donau-Fans räumten hinterher wie auch Wolfsberg Trainer Mario Romac ein, dass der Strafstoß wohl keiner gewesen sei. Der große Skandalaufschrei? Womöglich etwas überzogen. Aber hey – Fußballfans und Dramatik, das ist eine Liebesgeschichte ohne Ablaufdatum.
Linienrichter Paul Fischer: Ein Mann, eine Legende
Und weil das Internet bekanntlich nichts vergisst, brachte das Spiel eine alte Bekannte zurück ins Rampenlicht: Linienrichter Paul Fischer. Ja, genau der. Am 9. September 2012, 2. Klasse C, 8. Runde – Oberes Metnitztal gegen SV Donau Klagenfurt. Beim Stand von 4:2 nach 0:2 Rückstand für die Heimischen zeigte Schiedsrichter Stefan Schmiedmeier auf den Elfmeterpunkt – ein mögliches 4:3, Anschluss, Spannung, Hoffnung. Und Fischer? Overrulte ihn. Was danach kam, war kein Comeback mehr, sondern ein 5:2-Endstand. Aus einer realistischen Aufholjagd wurde ein historisches Fußnoten-Drama – und Paul Fischer zu einer Art unfreiwilliger Kultfigur der Donau-Geschichte. Ob er das weiß? Vermutlich schläft er trotzdem gut.
Kärntner Liga-Klassiker: Wenn Linienrichter das Spiel leiten
Was bleibt also von diesem Abend? Ein spektakuläres Remis, das sportlich eigentlich für beide Seiten unbefriedigend war. Dazu ein Schiedsrichtergespann, das für reichlich Gesprächsstoff sorgte – von der Abstoß-wird-zur-Ecke-Verwandlung bis hin zur angeblichen Gemauschel in der Schiri-Kabine (Nein, das ist kein Satire-Artikel). Und natürlich die unsterbliche Erkenntnis: In der Kärntner Liga sind Linienrichter offenbar mit Superkräften ausgestattet – Ohne Sichtprobleme bei 45 Metern Distanz inklusive.
Wie seht ihr das – war der Elfmeterpfiff gerechtfertigt oder war der Aufschrei tatsächlich übertrieben? Und glaubt ihr, dass der Amateurfußball ein strukturelles Schiedsrichterproblem hat – oder gehört das einfach zum Charme dazu? Kommentiert und diskutiert! ⬇️





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