Dramatik statt Playoff-Glanz
Was als heiß ersehnter Auftakt in die Playoffs 2026 gedacht war, wurde für den EC-KAC zu einem Abend, an dem der Sport plötzlich ganz klein wirkte. Beim Viertelfinalduell mit Fehérvár AV19 kollabierte Verteidiger Jordan Murray in der 18. Minute auf der Spielerbank – und mit ihm kippte schlagartig auch die Stimmung in der Halle. Von Euphorie war in diesem Moment nichts mehr übrig, da half auch kein Playoff-Fieber und kein noch so lauter Fan-Support.
Minuten, die alles veränderten
Die Szenen waren erschütternd: Murray verlor zunächst das Bewusstsein, danach sogar sämtliche Vitalzeichen. Die Klubärzte Dr. Hannes Florianz und Dr. Günther Bachler reagierten gemeinsam mit weiteren anwesenden Notfallmedizinerinnen und -medizinern sowie Sanitäterinnen und Sanitätern sofort. Über mehrere Minuten hinweg wurde der Kanadier reanimiert – mit Erfolg. Erst dadurch konnte er transportfähig gemacht und im Klinikum Klagenfurt weiter stabilisiert werden. Das war kein gewöhnlicher medizinischer Einsatz, das war ein Kampf um ein Menschenleben.
Erste Entwarnung, aber niemand denkt an Eishockey
Der aktuelle Stand vom Mittwochmorgen gibt zumindest vorsichtig Anlass zur Hoffnung: Jordan Murray befindet sich in der Aufwachphase aus dem künstlichen Tiefschlaf, sein Zustand ist stabil. Mehr zählt im Moment nicht.
Nicht Tabellen, nicht Serienstände, nicht die Frage, wer im Powerplay besser rotiert. Beim KAC dreht sich derzeit alles um den Menschen Jordan Murray – und das ist auch gut so. Denn manchmal erinnert der Sport mit brutaler Wucht daran, dass selbst die Playoffs nur Nebensache sind.
Fans fordern Pause und Anpassung der Serie
Auch unter den Fans ist die Linie eindeutig: Viele wünschen sich in dieser Woche unbedingt eine Pause, um der Mannschaft, dem Umfeld und allen Beteiligten Zeit zum Durchatmen zu geben. Dieser Wunsch ist nachvollziehbar – und ehrlich gesagt wohl das Mindeste nach so einem Schock. Gleichzeitig wird von vielen Anhängern angeregt, die Serie sportlich anzupassen und statt des bisherigen Formats nur noch als Best of 5 oder sogar Best of 3 fortzusetzen. Klingt ungewöhnlich, ja. Aber normale Maßstäbe greifen nach so einer Extremsituation eben nur noch bedingt.
Wie es sportlich weitergeht
Update von 11.03.2026 – 12:30 Uhr zur weiteren sportlichen Vorgehensweise
Die win2day ICE Hockey League bestätigt, dass die für Donnerstag, den 12. März, in Székesfehérvár sowie Samstag, den 14. März, in Klagenfurt vorgesehenen Spiele nicht wie geplant stattfinden werden.
Als vorläufige Anpassung des Playoff-Formats plant die Liga, die Viertelfinalserie zwischen dem EC-KAC und Fehérvár AV19 vom „Best-of-Seven“- auf ein verkürztes Format umzustellen.
Nach aktuellem Stand soll das erste Spiel der Serie am Montag, dem 16. März, in Klagenfurt ausgetragen werden. Weitere Informationen zur Terminplanung werden veröffentlicht, sobald diese final feststehen.
Die Liga betont, dass dieser Plan einer laufenden Überprüfung unterliegt und – abhängig von der weiteren Entwicklung der Situation und in enger Abstimmung mit beiden Klubs – angepasst werden kann.
Ein Abend, der nachhallt
Der KAC hat an diesem Dienstag keine sportliche Niederlage kassiert – aber einen Schock erlebt, der tiefer geht als jedes verlorene Spiel. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass auf die bangen Stunden bald weitere positive Nachrichten folgen. Was bleibt, ist Respekt vor allen Beteiligten und die Erkenntnis, dass Heldentum manchmal nicht auf dem Eis stattfindet, sondern direkt daneben.
Was sagt ihr zu diesem erschütternden Vorfall und zur Entscheidung, den sportlichen Teil vorerst völlig in den Hintergrund zu rücken? Schreibt eure Gedanken in die Kommentare.






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