Eine Gesellschaft, die nur noch mit dem Taschenrechner fühlt, verliert den Kompass. Überall heißt es: „Zu teuer.“ Ausgerechnet dort, wo Kinder laufen lernen, Vereine Heimat geben und Gemeinden atmen: Eishallen, Sportplätze, Jugendtreffs. Luxus? Belastung? Eher Lebensqualität im Trikot.
Der steirische Ernstfall: Frohnleiten & Co.
In Frohnleiten wackelt laut Bericht der Kleinen Zeitung die Eishalle – zugunsten einer Ballsportanlage, die wohl „nix kostet“. Klingt nach Schnäppchen, wirkt aber wie ein Bumerang: Was wir heute bei der Infrastruktur sparen, zahlen wir morgen bei Gesundheit, Jugendarbeit und Zusammenhalt drauf. Und Frohnleiten ist kein Einzelfall. Bruck an der Mur und Radenthein wurden bereits gecancelt, Leoben sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, die Wälderhalle im Bregenzerwald ist Geschichte. Auch der Eislaufplatz in Mödling geht in die letzte Saison! Nur ein kurzer Auszug – leider mit großer Wirkung.
Warnsignale aus Steindorf – und ein klares Bekenntnis
Auch in Steindorf ritzt die Realität Spuren ins Eis: Der Betriebsleiter sagte kürzlich in der „Kleinen Zeitung“, er wisse nicht, wie lange das noch gut gehe – eine echte Alarmglocke. Gleichzeitig setzt Bürgermeister Georg Kavelar ein deutliches Statement: Er steht voll und ganz hinter der Ossiacher See Halle, zuletzt wurde sogar in eine Photovoltaikanlage investiert. Starkes Commitment, gute Maßnahme – aber reicht das, wenn die Rahmenbedingungen weiter bröseln?

Wenn Kalkulation den Puls ersetzt
Wer nur rechnet, sperrt am Ende alles zu. Nach derselben Logik wären auch Schulen, Kindergärten, Spitäler, Pflege, Bibliotheken, Öffis, Feuerwehren und Sportanlagen „Minusgeschäfte“. Korrekt: keine Dividende, keine Rendite – aber ohne sie kollabiert die Statik unseres Zusammenlebens. Eine Excel-Tabelle hat keinen Herzschlag und ist in Österreich ohnehin ein gefährliches Werkzeug!
Geld: Werkzeug, nicht Weltreligion
Geld ist eine Vereinbarung, kein Naturgesetz. Trotzdem entscheiden Buchungszeilen darüber, ob Kinder Eishockey spielen, Jugendliche im Verein ankommen und Sportstätten leben oder sterben. Parallel dazu feiern Energieriesen Rekorde, Aktionäre prosten – und Gemeinden spitzen den Sparstift. Auf wessen Rücken? Auf dem der Kids, die morgen unsere Kabinen füllen sollen.
Arenen des Alltags: Mehr als Beton und Eis
Eine Eishalle ist kein Kühlschrank mit Eintritt. Sie ist Klassenzimmer, Treffpunkt, Schule fürs Leben. Dort lernt man Teamgeist, Niederlagenkultur, Mut – und das große Comeback nach dem Sturz. Wer solche Orte abschaltet, kappt Bewegungsfreude, Gesundheit, Zusammenhalt, Vereinsleben, Jugendarbeit – kurz: soziale Sicherheit im Alltag.
Die Milchmädchenrechnung vom Zusperren
Niemand schreibt die Folgekosten in die Bilanz. Jede Sportstunde spart später bei Arztkosten, Einsamkeit, Perspektivlosigkeit. Kein CEO klatscht dafür, aber die Gesellschaft atmet leiser, gesünder, länger. Das Defizit nach Schließungen stopft keine Budgetzahl der Welt.

Ein Bild, das bleibt
Stell dir ein Kind vor: Schlittschuhe geschnürt, Augen wie Flutlicht, die erste Runde wartet. Für dieses Kind ist die Eishalle Abenteuer, Zuhause, Traum. Macht die Halle dicht, spart die Gemeinde vielleicht Euro – aber verliert etwas, das unbezahlbar ist.
Klartext zum Schluss
Wer nur Zahlen liebt, landet in einer reichen, aber seelenarmen Liga: ohne Bewegung, ohne Jugendkultur, ohne Miteinander. Zeit, die Spielordnung zu drehen: Geld hat dem Menschen zu dienen – nicht umgekehrt. Punkt.
Eure Meinung?
Wie erlebt ihr die Lage vor Ort – besonders in Frohnleiten, Bruck/Mur, Radenthein, Leoben, rund um die Wälderhalle oder in Steindorf? Reicht das Steindorfer Bekenntnis samt Photovoltaik als Rückenwind – oder was braucht es zusätzlich? Schreibt eure Erfahrungen und Ideen in die Kommentare!






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