Was als Abenteuer in luftiger Höhe begann, endete in tiefer Trauer: Die frühere Biathlon-Queen Laura Dahlmeier ist bei einem Bergunfall im Karakorum-Gebirge ums Leben gekommen. Beim Abstieg vom Laila Peak (6069 m) wurde sie auf rund 5700 Metern Höhe von Steinschlag getroffen – für die leidenschaftliche Alpinistin kam jede Hilfe zu spät.
Hoffnung und Hilflosigkeit: Die letzten Stunden
Gemeinsam mit einer Seilpartnerin befand sich Dahlmeier am Morgen des 28. Juli im Abstieg, als sich das Unglück ereignete. Während eines Abseilmanövers kam es zur folgenschweren Steinlawine. Ihre Partnerin, selbst unverletzt, setzte sofort einen Notruf ab und versuchte über Stunden hinweg, zu ihr vorzudringen – ein aussichtsloser Kampf gegen Zeit, Terrain und Naturgewalten. Der Steinschlag riss nicht ab, die Lage war zu gefährlich. In der Nacht musste sie sich, schwersten Herzens, aus der Gefahrenzone zurückziehen.
Luftrettung ohne Chance
Am Morgen des Folgetags konnte ein Militärhubschrauber die verunglückte Sportlerin lokalisieren – doch ein Lebenszeichen blieb aus. Auch technisch war eine Bergung unmöglich: Das unwegsame Gelände und die andauernden Steinschläge ließen keine sichere Rettung zu, weder aus der Luft noch zu Fuß. Am Abend des 29. Juli wurde die Aktion schließlich eingestellt.
Ein letzter Wille, der respektiert wird
Dahlmeier hatte für den Fall eines Unglücks vorgesorgt: In schriftlicher Form hatte sie festgelegt, dass niemand sein Leben für ihre Bergung riskieren solle – ihr Körper soll am Berg bleiben. Diesem Wunsch folgen nun auch ihre Angehörigen. Die Seilpartnerin wurde inzwischen ins Basecamp zurückgebracht und wird vor Ort betreut.
Abschied von einer Ausnahmesportlerin
Mit Laura Dahlmeier verliert die Welt nicht nur eine der erfolgreichsten Biathletinnen der letzten Jahrzehnte – siebenfache Weltmeisterin, Olympiasiegerin, TV-Expertin – sondern auch eine furchtlose, naturverbundene Abenteurerin. Seit ihrem Rücktritt 2019 lebte sie ihre zweite Leidenschaft: das Bergsteigen. Als geprüfte Bergführerin und engagiertes Mitglied der Bergwacht war sie auch in diesem Metier längst keine Anfängerin mehr.
Dank und Bitte um Respekt
Die Familie dankt den Rettern und Bergsteigern vor Ort für ihren unermüdlichen Einsatz – sie haben alles Menschenmögliche versucht. Gleichzeitig bitten die Angehörigen um Ruhe und Respekt: Keine Interviews, keine Nachfragen. Nur stille Anteilnahme.
Ein Leben voller Leidenschaft, ein Abschied in der Wildnis, die sie so liebte. Laura Dahlmeier hat stets nach Höherem gestrebt – nun ist sie für immer dort, wo sie sich zu Hause fühlte: in den Bergen.
Was bleibt von einer so außergewöhnlichen Persönlichkeit? Teilt eure Gedanken, Erinnerungen oder einfach nur ein stilles „Danke, Laura“.
Foto By Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, Link









